Ein Sterbefall

Das Trauer-Gespräch

Für die Vorbereitung einer kirchlichen Begräbnisfeier ist das Trauergespräch mit dem zuständigen Seelsorger wichtig. Man trifft sich im Pfarrhaus oder bei den Angehörigen zu Hause.

Die Hinterbliebenen berichten von Leben und Sterben ihres Toten, von seinem Wesen und Charakter, von Glauben und Werten. Es wird genügend Zeit sein, dass sie von ihrer Trauer, von Schmerz und auch von Dankbarkeit erzählen können. Dieses Gespräch zwischen Tod und Begräbnis tut den Angehörigen gut. Und auch für den Seelsorger selbst ist das Hören wichtig. Denn nur dann kann er die rechten Worte für die Predigt und die Auswahl der Texte beim Begräbnis finden.

Auch die Gestaltung der Begräbnismesse und der Beerdigung kann gemeinsam besprochen werden: die Auswahl der biblischen Lesungen; Lieder, Gesänge und Musik; Inhalt des Fürbittgebetes; ob jemand aus der Verwandtschaft Lektor/Lektorin machten möchte, u. a.

 

Die kirchliche Begräbnisfeier

Als Christen verabschieden wir uns von den Verstorbenen bei der kirchlichen Begräbnisfeier. In ihr vertrauen wir sie der Liebe Gottes an. Wir tun es in der Überzeugung, dass wir über den Tod hinaus miteinander verbunden bleiben.

Die Eucharistiefeier für den Verstorbenen, auch Begräbnismesse oder Requiem genannt, ist das Kernstück christlichen Totengedenkens. Wir feiern die Mitte unseres Glaubens, indem wir des Todes und der Auferstehung Jesu Christi gedenken und Dank sagen für unsere Hoffung auf das Ewige Leben. In der Eucharistie wissen sich Christen mit ihrem Verstorbenen besonders verbunden.
In der Pfarrei St. Michael finden die Trauergottesdienste immer vormittags um 09.00 Uhr oder 10.00 Uhr statt. Um an den Eintritt in die heilige Kirche zu erinnern werden alle Begräbnisgottesdienste in der Pfarrkirche St. Michael, wo sich das Taufbecken befindet, gefeiert. Eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst betet die Gemeinde den Rosenkranz für den Verstorbenen.

Die trauernden Angehörigen und die Gemeinde versammeln sich nach dem Requiem an der Aussegnungshalle des Friedhofs. Das Besprengen des Sarges mit Weihwasser, der gebetete Psalm, die Bittrufe und das abschließende Gebet machen deutlich, dass unsere Verstorbenen bei Gott geborgen sind und wir mit ihnen über den Tod hinaus verbunden bleiben.

In einer Prozession, bei der das Kreuz vorausgetragen wird, geleitet die Trauergemeinde den Sarg zum Grab. Dieser Weg soll im stillen Gebet gegangen werden.
Es folgt die Beerdingung mit den Symbolen von Weihwasser, Weihrauch, Erde und Kreuz.

Im Anschluss an die Bestattungsliturgie können Abschiedsworte gesprochen werden. Dann ist Gelegenheit für alle Anwesenden, sich von dem Verstorbenen zu verabschieden, indem sie den Sarg mit Weihwasser besprengen.

 

Todesanzeige

Die Todesanzeige gibt den Tod eines Menschen bekannt. Sie enthält eine kurze Würdigung des Verstorbenen, die Namen der Angehörigen und die Termine für Gottesdienst und Begräbnis.

Die christlich gestaltete Todesanzeige ist ein Zeugnis des Glaubens an die Auferstehung. Dieser zeigt sich, wenn die Anzeige mit dem Kreuz oder einem anderen christlichen Symbol und einem kurzen Vers aus der Heiligen Schrift gestaltet ist.

Wenn Angehörige um Spenden für einen guten Zweck bitten wollen, kann das in der Anzeige vermerkt werden.

 

Sterbebild

Sterbebilder, die bei Gottesdienst und Begräbnis verteilt werden, helfen das Andenken an die Verstorbenen lebendig zu erhalten. Diese Bilder drücken die Hoffung auf die Auferstehung aus, geben den Trauernden Trost und laden zum Gebet ein.

Es ist gut, wenn neben dem Bild der verstorbenen Person und den Lebensdaten auch Raum bleibt für ein christliches Symbol, ein Gebet, ein Wort aus der Heiligen Schrift.

 

Blumen, Kränze und Kranzschleifen

Blumen und Kränze gelten als Zeichen des Lebens und der Beziehung zum Verstorbenen. Auf der Kranzschleife kann ein kurzer Text auf das Leben bei Gott hinweisen: z. B.

Im Vertrauen auf Gott
Verbunden über das Grab hinaus
In Liebe
Im Glauben an das ewige Leben
In Dankbarkeit
Lebe in Christus
Christ soll unser Trost sein
Herr, schenke ewige Freude
In Gebet und stillem Gedenken

 

Zeit der Trauer

Wenn ein Mensch stirbt, wenn jemand von uns geht, nach einem großen Verlust oder Zusammenbruch kommt die Zeit der Trauer. Unsere Seele weiß um deren Tiefe und um das Ausmaß des Schmerzes. Und sie bedarf einer Heilung und einer Versöhnung.

Angehörige stehen vielleicht vor einer großen Lebensaufgabe: Abschiednehmen und Loslassen. Fassaden brechen zusammen und Werte werden infrage gestellt. Trauer ist oft der Auslöser für eine tiefgehende Krise, ein Weg, der viel Zeit benötigt. Denn trauern heißt: Abschied nehmen und das Leben neu erlernen. In der Trauer lebt die Liebe weiter.

Wenn der Trauer nicht genügend Raum und Zeit gegeben wird, bleibt der Schmerz des Todes unerlöst. Und der Tod geht nicht aus dem Haus. Wir können die Toten erst lassen, wenn sie von uns gewürdigt und wir durch sie gesegnet sind. Dann ziehen sie sich still zurück und wir können uns neu dem Leben zuwenden, das uns noch für eine Weile gegeben ist. Unsere Toten brauchen ihren Platz. Wenn sie in Zugehörigkeit aufgenommen sind, können sie den Lebenden kraft geben.

In der Achtung vor den Toten und deren Schicksal liegt Heilung und Versöhnung. Das Trauern um sie kann eine sehr heilende und versöhnende Wirkung haben. Hier wächst die Gemeinschaft der Lebenden und der Toten.

Das Trauern wird heute schwer gemacht. Viele der alten Bräuche und Sitten sind nicht mehr erlebbar. Doch es bedarf der Rituale, die auf dem Trauerweg eine große Hilfe sein können. es sind Zeichen der Liebe, wenn wir ein Bild unserer Verstorbenen betrachten und für sie eine Kerze zu Hause oder in der Kirche anzünden. Das gemeinsame Essen nach der Bestattung schafft den Rahmen für Erzählungen und Erinnerungen. Ein Grabbesuch zu bestimmten Anlässen erneuert die Verbundenheit mit ihnen und sichert ihren Platz. Die Pflege und der Schmuck der Gräber würdigt diese als Ort der Trauer.

Wir gedenken unserer Verstorbenen in unserem Gebet, in unseren Tränen und in unserer Sehnsucht. Bei jedem Gottesdienst zeigen wir, dass unsere Hoffnung über den Tod hinausgeht.