Grußwort von Pfarrer Robert Walter zum Amtsantritt 2004

Liebe Gläubige aus der Pfarreiengemeinschaft Staffelsee.

Als ich mich vor einigen Monaten bei Dekan Josef Kirchensteiner vorstellte, bemerkte er, nun würde ich wohl der Pfarrer einer der schönsten Pfarreien in unserer Diözese Augsburg. Zwar hatte ich bisher leider noch nicht ausgiebig die Zeit, die Schönheiten des Staffelsees und seiner Umgebung zu genießen. Doch der erste Eindruck ist phantastisch: ich bin tief beeindruckt von der Seenlandschaft. Und deswegen freue ich mich aufgrund der äußeren Begebenheiten auf die kommenden Jahre, die wir gemeinsam gehen dürfen.

Aber meine Freude gründet nicht nur auf der „schöne Landschaft“. Zu meiner Einführung am Samstag fragten einige Festredner, ob es überhaupt möglich ist, eine so grosse Pfarreiengemeinschaft zu betreuen. Ehrlich gestanden, ein bißchen bange ist mir schon. Denn in den bisherigen Gesprächen wurde mir bewusst, dass viele und teilweise auch gegensätzliche Erwartungen auf mir ruhen: Angefangen von Gottesdienstzeiten bis hin zur Feier der einzelnen Patrozinien.

Doch viel grösser als die Sorge, ist die Hoffnung, die mich erfüllt. Bisher durfte ich in den einzelnen Pfarreien der Pfarreiengemeinschaft unheimlich viele Menschen kennenlernen, die mit grossem Engagement und hoher Motivation ihre Talente einbringen. Und mit diesem hohen ehrenamtlichen Engagement können wir bestimmt vieles erreichen.

In den Psalmen steht: Mit meinem Gott überspringe ich Mauern. Ich möchte den Vers umformulieren: Mit den Menschen in unserer Pfarreiengemeinschaft, die sich mit all ihren Talenten und Fähigkeiten einbringen, überspringen wir Mauern.

Ich freue mich auf die Begegnung mit ihnen allen in den nächsten Wochen.

Ihr Robert Walter

Liebe Gläubige aus unserer Pfarreiengemeinschaft Staffelsee. 10 Jahre bin ich inzwischen um den Staffelsee Pfarrer. Ich kann mich noch gut an die ersten Wochen erinnern: viele neue Leute, die Gegend erst mal kennenlernen, unterschiedliche Traditionen in den Dörfern erkennen. In dieser Zeit war mein vorwiegendes Ziel, alles was ich über Pfarreiengemeinschaften gelernt habe, in die Praxis umzusetzen. Schlagworte waren: Kooperationen erstellen, Aufgaben bündeln und die Verwaltung zu zentralisieren. Doch die Jahre hier haben mich anderes gelehrt. Ich durfte viel Engagement in den einzelnen Pfarreien erfahren. Viele Menschen stehen mit großem Herzblut hinter ihren Kirchen. Somit habe ich auf dieses Engagement gebaut, immer unter dem Leitwort des Apostels Paulus „Ein Leib und viele Glieder“. Manchmal war ich etwas ängstlich, ob nicht auf diesem Weg sich die einzelnen Dörfer so auseinanderentwickeln, dass Gemeinsames, der „Leib Christi“, kaum mehr erfahrbar war. Dann kam mein 50. Geburtstag. Mein Wunsch, ein gemeinsames Fest für die gesamte PG zu feiern, hat die Verantwortlichen in Schwitzen gebracht. Doch bei dem Fest am 11. Januar durfte ich erfahren, dass vieles in unserer PG zusammengewachsen ist. Dies zu erleben war für mich eine unheimlich wichtige Erfahrung, und gibt mir viel Motivation für die Zukunft. Für uns alle hoffe ich, wir gehen diesen Weg weiter. Denn dann hat auch unser Glaube in unseren Dörfern eine gute Chance und Zukunft. Ihnen allen Gottes Segen und viel Freude bei der Lektüre Robert Walter, Pfarrer