Pfarrkirche

Lage

9 km westlich von Neuburg liegt direkt an der Donau und am Eingang zum Donau - Trockental der Ort Stepperg, der heute zur Großgemeinde Rennertshofen gehört. Stepperg ist eine eigene Pfarrei, der auch die Ortsteile Riedensheim und Hatzenhofen angehören. Innerhalb der Pfarrei gibt es in Stepperg die Pfarrkirche St. Michael, die Antoniuskapelle und in Riedensheim die Filialkirche St. Stephanus, mit eigener Kirchenstiftung. Über einen Fußweg mit Stufen, der links und rechts mit jahrhundertealten Linden eingesäumt ist, gelangt man auf den Antoniusberg mit der Antoniuskapelle und der Familiengruft der Adeligen von Stepperg. Für den etwas beschwerlichen steilen Anstieg auf den Berg wird man belohnt durch einen herrlichen Rundblick über das Donautal mit Blick auf Schloß Bertoldsheim im Westen und Schloß Neuburg im Osten. Der romantische Platz ist immer wieder Anziehungspunkt für Wanderer, Spaziergänger und Verliebte, die Ruhe und Erholung suchen (überdies der Hl. Antonius ist u. a. auch der Patron der Liebenden).

Baugeschichte

1676 hat Frh. Domninikus v. Servi die Antoniuskapelle erbauen lassen. Der Anbau der Annakapelle erfolgte 1790/92 durch Frh. Jos. Seb. v. Staader. Neben der Antoniuskapelle wurde 1852/1855 eine Gruftkapelle errichtet, in der die bayerische Kurfürstin Maria Leopoldine ihre letzte Ruhe fand. Zur Antoniuskapelle gehörte auch eine Einsiedelei, wie aus dem Hauptdeckengemälde ersichtlich ist. Von dieser sind heute nur noch Reste der Grundmauern zu sehen. Im Hauptdeckengemälde sind die Verherrlichung des Hl. Antonius und ein Fährunglück auf der Donau zu sehen. Ringsum sind Medaillons als Deckengemälde mit Szenen aus dem Leben des Heiligen im Hauptkirchenschiff dargestellt. Wallfahrtsort: Bekannter als die Pfarrkirche in Stepperg ist die Antoniuskapelle als ehemaliger Wallfahrtsort zum Hl. Antonius, war dies doch der erste Ort nördlich der Alpen, wo per päpstlichem Dekret der Portiunkula-Ablaß erlangt werden konnte. Dies ist in den Büchern des Vatikans über diesen Wallfahrtsort nachzulesen. Höhepunkt in früherer Zeit war der 13. Juni und der 1. Sonntag im August, wo bis zu 15.000 Gläubige an diesen Ort pilgerten und 10 - 15 Geistliche unter Gottes freiem Himmel die Beichte abnahmen. Für viele, die damals ihre Heimat mit dem Floß auf der Donau verlassen haben, um nach Siebenbürgen oder Ungarn auszuwandern, war dies oftmals die letzte Gelegenheit für den Empfang der Sakramente. Als der Ablaß in jeder Pfarrkirche erworben werden konnte, verlor dieser Wallfahrtsort an Bedeutung. Nur noch die Pfarrgemeinde aus Bittenbrunn bei Neuburg unternimmt jedes Jahr einen Bittgang zum Hl. Antonius.