Pfarrkirche St. Peter und Paul

Den Chorraum beherrscht die mächtige Kreuzigungsgruppe und der Zelebrationsaltar.

Die Maße der Figuren sind gewaltig. Der Gekreuzigte misst in der Höhe 5,20 m, die Spannweite beträgt 4,25 m. Maria und Johannes sind 3,30 m hoch. Die Oberstaufener Skulpturen zählen damit zu den größten der Spätgotik und werden Heinrich Iselin zugeschrieben, 1500 bis 1510.

 

 

Sakramentskapelle aus Sandstein

Ambo mit Symbol (Adler) des Ev. Johannes

 

Aufzeichnungen zur Geschichte der Kirchengemeinde Staufen sind seit karolingischer Zeit (868) erhalten.

Über den damals mit Sicherheit bereits bestehenden Kirchenbau ist nichts bekannt. Wohl ab 1389 wurde der stattliche Vorgängerbau der heutigen Kirche an gleicher Stelle errichtet, an der sich das Gotteshaus noch immer erhebt. Der zerstörerische Ortsbrand von 1680 verschonte auch das Kirchengebäude nicht.

Das Gotteshaus konnte aber wieder instand gesetzt werden und nach weiteren Veränderungen im Laufe des 18. Jh. plante man einen Neubau.

Unsere heutige Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde von 1859 - 63 gebaut, an der Innengestaltung wurde seit 1860 gearbeitet. Die Weihe der Kirche durch den Bischof von Augsburg, Pancratius von Dinckel, fand am 30. Juli 1865 statt. Renovierungen des Außenbaues erfolgten in den Jahren 1977 - 1980 und im Jahr 2007 (Bilder siehe weiter unten). Im Innenraum versuchte fast jede Generation den Raum den sich ändernden liturgischen Bedürfnissen sowie der Mode und dem Geschmack ihrer Zeit anzupassen.

 

Die Kanzel wurde 1862/65 nach einem Entwurf von Anton Harrer bei der Mayerschen Kunstanstalt in München, in neogotischer Schreinerkunst gefertigt.

Taufstein und Osterleuchter

 

 

Die in acht Felder geteilte Decke des Langhauses enthält figürliche Darstellungen in Medaillons zum Leben Jesu und Dreifaltigkeits-Symbole

 

 Empore mit Orgel

In der figürlichen Farbverglasung der großen Fensterrose im Westen ist im Zentrum das Antlitz Jesu, davon ausgehend in den Speichen 16 Rosenzweige, darin Inschriften. In den Vierpässen Gestalten des Alten und Neuen Testamentes sowie kosmische Figuren.

 

Die frühere ausführliche Geschichte und nähere Informationen zur Innenausstattung der Kirche werden im Kirchenführer, der am Schriftenstand unserer Pfarrkirche ausliegt bzw. erhältlich ist, beschrieben.

Wir hoffen, wir haben Sie neugierig gemacht und Sie besuchen unsere Pfarrkirche St. Peter und Paul einmal persönlich. Wir freuen uns auf Sie!

 

Neue Kirchenfenster in der katholischen Pfarrkirche gesegnet

Der erste Adventssonntag, 02.12.12, wurde zum großen Fest für die kath. Pfarrgemeinde St. Peter und Paul. Die neuen Chorfenster, die von anonym bleiben wollenden Stifterfamilien finanziert wurden, konnten gesegnet und der Gemeinde vorgestellt werden. In seiner Predigt stellte Pfarrer Johannes Netzer den historischen Zusammenhang her, dass vor genau 500 Jahren Michelangelo das Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle in Rom fertig gestellt hätte. Es wäre keineswegs ungewöhnlich, dass sich Religion, Glaube und Kunst verbinden und das Transzendente schaffen würden. Der Prediger verwies darauf, dass Prof. Franz Bernhard Weisshaar, der an diesem Tag persönlich in Oberstaufen anwesend sein konnte, von 1977-1982 die Innenrenovierung der St. Peter und Paul-Kirche geleitet hatte. Bis 1988 konnte er ein Paulus- und ein Petrusfenster im Chorraum gestalten. Pfr. Netzer meinte, dass es dieser Künstler sein sollte, der auch die drei fehlenden Kirchenfenster entwerfen würde. Die Figuren ergaben sich so: Das erste Fenster, welches Johannes den Täufer und Elija zeigt, bezieht sich auf die Frage aus dem Evangelium zum Patrozinium aus Matthäus 16,13-19: „Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes, den Täufer, andere für Elija, ...“ Es sollten aber auch die Frauen in der Pfarrkirche künstlerisch stärker repräsentiert sein. So kam man auf Theresia von Avila, eine große Heilige und Kirchenlehrerin aus dem Beginn der Neuzeit. Diese wurde auf einem Fenster mit ihrem Bild der Seele, die sie mit einer „inneren Burg“ verglich, dargestellt. Und das dritte Fenster wurde mit Motiven aus dem Leben von Edith Stein gestaltet, die als Jüdin zum kath. Glauben konvertierte und dann in den Orden der Karmeliterinnen eintrat. Eine sehr aktuelle Glaubenszeugin des 20. Jahrhundert, die von den Nazis 1942 im KZ Auschwitz ermordet wurde. Eine Pfarreigruppe aus Oberstaufen konnte übrigens bei der Heiligsprechung von Edith Stein 1998 in Rom anwesend sein. Nach der Messe erklärte Prof. Weißhaar auf äußerst fachkundige Weise dem Kirchenvolk im Chorraum die theologischen Hintergründe der einzelnen Fenster. Anschließend bestand im Pfarrsaal die Möglichkeit, weitere sehr interessante Einzelheiten über die Gestaltung der Kirchenglasfenster vom Künstler selbst zu hören und Fragen zu stellen.

Josef Hofmann, Pastoralreferent

 

Das Chorfenster mit Johannes
dem Täufer und Elija

 

Pfarrer Johannes Netzer segnet am
1. Adventssonntag die neuen Chorfenster

 

"St. Peter und Paul" nach erfolgter Außenrenovierung Mai bis Nov. 2007