Anstellungsschlüssel

Zur Erläuterung:

Nachstehend Begriffserläuterungen aus dem Bayerischen Kinder- Bildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG)

Der Anstellungsschlüssel besagt, wie viele regelmäßige Betreuungsstunden von Kindern auf eine Arbeitsstunde des pädagogischen Personals entfallen.

Er errechnet sich nach der folgenden Formel:
Anstellungsschlüssel = 1 : (Summe der täglichen Betreuungszeiten aller Kinder)  :  (Summe der täglichen Arbeitszeit des pädagogischen Personals)
Dieses Verhältnis ist keine reine Personen-/Kindrelation (eine Kraft auf x Kinder), da hierin alle Tätigkeiten außerhalb der Gruppe (Verfügungszeiten) bei der Berechnung des Anstellungsschlüssels nicht gesondert ausgewiesen sind.

  • Mindestanstellungsschlüssel
    Ab 1.9.2012 gilt ein Mindestanstellungsschlüssel von 1:11,0 (bisher 1:11,5) als festgelegt. Einer Arbeitsstunde des pädagogischen Personals (Fach-/Hilfskraft, Berufspraktikantin) dürfen demnach nicht mehr als 11,0 gebuchte Betreuungsstunden von Kindern gegenüberstehen, da ansonsten das Wohl des Kindes gefährdet sein könnte.
  • „Ideal“-Anstellungsschlüssel
    Im Modellversuch wurde ein Anstellungsschlüssel in Höhe von 1:10 als „Ideal„-Anstellungsschlüssel empfohlen. Der Schlüssel von 1:10 ist der Durchschnittswert aller Einrichtungen in den beiden Modellstandorten zu Beginn der Modellphase. Nicht berücksichtigt werden hierbei Sondersituationen wie z. B. eine integrative Gruppe.

Basiswert
Der Basiswert ist die sog. Leistungspauschale, mit der seitens des Staates (und zusätzlich in mindestens gleicher Höhe seitens der Kommune) die Bildung, Erziehung und Betreuung eines Regelkindes in einer bestimmten Kategorie (inkl. drei bis inkl. vier Stunden) finanziell honoriert wird. Ab 1.9.2012 beträgt dieser 920,67 €. Der Basiswert wird dynamisiert sein und kann unter Berücksichtigung der Entwicklung der Personalkosten jährlich durch das Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen angehoben.

Gesamtarbeitszeit
Die Gesamtarbeitszeit ist die wöchentliche Arbeitszeit der in der Einrichtung tätigen pädagogischen Kräfte (Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen).Grundlage der Berechnung war hier der Personalstand zum Januar 2004. Hier können evtl. noch Korrekturen oder Ergänzungen vorgenommen werden, falls Kräfte ausgeschieden bzw. in Mutterschutz/Erziehungsurlaub sind.

Gewichtungsfaktor
Über Gewichtungsfaktoren soll für einen erhöhten Bildungs-, Erziehungs- oder Betreuungsaufwand eine erhöhte Förderung gewährt werden. Hierbei gelten folgende Gewichtungsfaktoren:
2,0 für Kinder unter 3 Jahren
1,0 für Kinder von 3 Jahren bis zum Schuleintritt (Regelkinder)
1,2 für Kinder ab dem Schuleintritt
4,5 für Behinderte oder von wesentlicher Behinderung bedrohte Kinder
1,3 für Kinder, deren Eltern beide nicht deutschsprachiger Herkunft sind

Von dem Gewichtungsfaktor 4,5 kann bei integrativen Kindertageseinrichtungen zur Finanzierung des höheren Personalbedarfs im Einvernehmen mit der betroffenen Gemeinde abgewichen werden (4,5 + x). Liegen bei einem Kind die Voraussetzungen für mehrere Gewichtungsfaktoren vor, gilt stets der höhere Gewichtungsfaktor. Verringert sich der Gewichtungsfaktor eines Kindes gilt der ursprüngliche Gewichtungsfaktor bis zum Ende des Kindergartenjahres.

Diese Faktoren haben wir bereits in unserer Aufstellung mit dem Zeitfaktor verknüpft.

Nutzungsstunden
Die täglich summierten gebuchten Stunden aller Kinder in der Einrichtung.

Qualifikationsschlüssel
Der Anstellungsschlüssel beschreibt die Relation der Gesamtheit des pädagogischen Personals zu den in der Einrichtung in Anspruch genommenen Nutzungsstunden. Dabei wird zunächst keine Aussage über die Unterschiede zwischen den Berufsgruppen gemacht. Das Verhältnis von Fach- zu Hilfskräften wird durch den sog. Qualifikationsschlüssel bestimmt. So muss mindestens zu 50 % durch Arbeitszeit der pädagogischen Kräfte (Erzieherinnen und/oder Sozialpädagogen) geleistet werden. Berufspraktikantinnen werden hierbei als Hilfskräfte gerechnet. Vorpraktikantinnen finden weder im Anstellungsschlüssel noch im Qualifikationsschlüssel Berücksichtigung.

Zeitfaktor
Zur Berechnung der kindbezogenen Leistungspauschale ist der Basiswert mit dem stündlich gestaffelten Zeitfaktor zu multiplizieren. Hierbei ist nicht die minutiös registrierte Anwesenheit, sondern die Betreuungszeit des Kindes „in der Regel“ entscheidend. Für ein Kind mit acht Stunden erhält man demnach doppelt soviel Förderung wie für ein Kind mit vier Stunden Betreuungszeit. Mehr als eine doppelte Förderung ist nicht vorgesehen. In unserer Berechnung haben wir die Zeitfaktoren mit den Gewichtungsfaktoren verknüpft. Wechselnde Buchungszeiten werden auf den Tagesdurchschnitt bei einer Fünf-Tage-Woche umgerechnet, Krankheits- und Urlaubsbedingte Fehlzeiten sowie Schließzeiten von bis zu 30 Tagen im Jahr bleiben unberücksichtigt. Buchungszeiten von täglich unter drei Stunden werden bei Kindern ab Vollendung des dritten Lebensjahres bis zur Einschulung nicht in die Förderung einbezogen. Der Träger kann Mindestbuchungszeiten von 20 Std. pro Woche bzw. vier Stunden pro Tag sowie deren zeitliche Lage vorgeben.