St. Peter

Foto: Pfr. Werner Pfundstein

Ein wenig abseits und leicht zu übersehen steht auf einem Hügel am Rande des Lechfeldes in Kissing das Kapellchen St. Peter.

Baugeschichte

St. Peter, nördlich der Stephanskirche auf dem „Petersberg“ gelegen, wird wohl zurecht als die älteste Kissinger Kirche bezeichnet. Untersuchungen des Fundaments lassen einen Erstbau noch vor dem Jahr 1000 annehmen. Auf jeden Fall kann man davon ausgehen, dass die „Peterskapelle“ bzw. das „Peterskirchlein“, wie sie heute genannt wird, älter als St. Stephan ist.

Nach einem romanischen Vorgängerbau wurde eine in ihrer Substanz noch bestehende gotische Kirche aufgebaut, welche unter Federführung der Jesuiten ab 1661 ihre heute überwiegend barocke Gestalt erhielt. Ein Dachreiter mit Zwiebelkuppel wurde aufgesetzt und ein barockes Portal ersetzt seitdem den noch heute erkennbaren ehemaligen Spitzbogenzugang in der Westwand des Gotteshauses.

Zuletzt erfuhr St. Peter im Jahr 1973 eine grundlegende Sanierung und Renovierung. Die Baulast bei solchen Maßnahmen trägt übrigens seit der Säkularisation die politische Gemeinde, die seit dieser Zeit Eigentümerin der Kirche ist.

Innenraum

Beim Betreten des einschiffigen Kirchenraumes mit seiner Stichkappentonne und dem dreiseitigen Schluss fällt der Blick zuerst auf den um 1658/59 geschaffenen, zweisäuligen Altar. Das beachtenswerte Altarbild (1660), das den Kirchenpatron Petrus, „seinen Verrat beweinend“ darstellt, stammt von dem bekannten Augsburger Maler Jonas Umbach (1624-1693).

Auch das Fresko im Gewölbescheitel zeigt Petrus, diesmal auf Wolken kniend vor Jesus. Er bekennt: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Der Freskant ist der damals erst 25-jährige Matthäus Günther (1705-1788). Beachtenswert zur Linken die Figur des hl. Rochus von Montpellier, die wegen ihrer hohen Qualität aus der Werkstatt der Luidl stammen könnte. Rochus, der besonders in Pest- und Seuchenzeiten von Betroffenen um Hilfe angerufen wurde, ist hier mit seinen Attributen Pilgerstab und Pestbeule dargestellt. Qualitätsvoll  sind auch zwei feingearbeitete Reliquienschreine links  und rechts vom Eingang.

Noch vor einigen Jahrzehnten war diese Kirche mit Kunstgegenständen viel reichhaltiger ausgestattet als heute. Aus Sicherheitsgründen mussten von der Gemeinde wertvolle Teile der Ausstattung aus der Kirche entfernt werden, wie z. B. die Figur „Maria mit dem Kind“ (Bild rechts), die sich heute in Verwahrung der Gemeinde befindet.

Das abgebildete Orgelpositiv (1. Hälfte des 18. Jh.) stand ursprünglich auf der Südempore der Burgstallkapelle, 1910 –1917 tat es seinen Dienst in St. Peter und wurde dann von der Pfarrei dem Deutschen Museum in München gestiftet. Nach einer gründlichen Renovierung ist das Orgel-Positiv wieder voll funktionsfähig.

Ausführlichere Informationen sind dem „Kirchenführer“ zu entnehmen, der in allen Kissinger Kirchen ausliegt.

Text/Fotos: Hanns Merkl

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