Bibel

Die Bibel ist die Grundlage unseres geistlichen Lebens. In ihr spricht Gott zu uns Menschen. Natürlich ist sie von Menschenhand geschrieben. Wer sie aber schon einmal gelesen hat und von ihrem Wort in den Bann gezogen wurde, weiß, wie sehr sie das Leben eines Christen prägen kann.

Viele Menschen lesen nicht in der Bibel, weil sie das Buch der Bücher nicht verstehen. Als Hilfe dazu gibt es in unserer Pfarrgemeinde das Bibelgespräch und den Bibelabend. Außerdem helfen zahlreiche Bücher über die Bibel weiter. Wichtig ist es auch, selbst die Bibel zur Hand zu nehmen und gezielt Texte auf sich wirken zu lassen.

Allein das Hören bringt uns im Glauben voran. Jesus spricht zum Beispiel öfter den Satz: "Fürchtet euch nicht". Diese positive Zusage Gottes kann mein Leben begleiten. Schreiben sie sich solche Zentralsätze auf ein kleines Kärtchen und heften Sie es an ihren Spiegel. So begleitet dieser Satz ihren Tag oder Monat.

Alexander Raum

Wichtig ist: Ich muss nicht alles in der Bibel verstehen. Ich kann manches liegen lassen, wozu ich jetzt noch keinen Zugang finde. Ich kann zwar alles in der Bibel lesen, behalte aber das, was mir in meinem Leben gut tut. Auf Grund meiner Lebenserfahrung sprechen mich die jeweiligen Bibelstellen auch unterschiedlich an.

Fangen sie ganz langsam an in der Bibel zu lesen. Nehmen sie sich zum Beispiel das Markusevangelium vor und verweilen sie bei ihm. Sie finden es im Neuen Testament. Schauen sie im Inhaltsverzeichnis nach. Das Markusevangelium ist das kürzeste Evangelium. Evangelium bedeutet so viel wie "Frohe Botschaft". Es ist die Botschaft vom Tod und von der Auferstehung Jesu. Markus schreibt als erster Evangelist im Jahre 50 n. Chr.. Jesus war somit ca. 20 Jahre tot. Markus schreibt deshalb am ursprünglichsten über die Person Jesu. Er stellt sich die Frage: Wer ist dieser Jesus aus Nazaret? Er schreibt sein Evangelium für Erwachsene, die sich in der damaligen Zeit taufen lassen und somit Christen werden wollten. Sie beschäftigt diese Frage wohl am meisten.

Wenn sie Fragen haben, rufen sie an:
Johannes Baur, Gemeindereferent, Tel.: 08432/366

Wenn sie das Markusevangelium einmal ganz lesen, wird ihnen folgendes auffallen:

  • Bei Markus gibt es keine Geschichten aus der Kindheit Jesu. Markus erzählt von Jesus als er erwachsen war und mit seiner Sendung im Alter von ca. 30 Jahren begann.
  • Markus endet sein Evangelium mit der Erzählung vom leeren Grab. Den auferstandenen Jesus sehen die Jünger nicht.
  • Das Reich Gottes bricht ganz schnell und heftig durch Jesus über die Menschen herein. Ort dieses Geschehens ist Galiläa, die Gegend am See Genezaret. Hier geschieht alles Gute. Jesus hält hier seine Reden und tut viele Wunder. Achten sie darauf wie Jesu Botschaft bei den Menschen ankommt. Mengen versammeln sich, um ihn zu hören. Aber auch Gegner formieren sich.
  • Als erster bekennt sich Petrus zu Jesus: Du bist der Messias!
  • Dann macht sich Jesu auf den Weg nach Jerusalem. Je weiter er nach Jerusalem kommt, um so ernster wird seine Lage. Jesus kündet 3 Mal seinen Tod an. Die Jünger glauben ihm nicht. Seine Gegner beschließen ihn zu töten. Markus baut hiermit einen Spannungsbogen auf, der den Leser bis zum Kreuz führt.
  • Bevor Jesus nach Jerusalem kommt heilt er einen Blinden. Die Botschaft ist klar: Öffnet eure Augen und seht, was in Jerusalem geschieht.
  • In Jerusalem selbst erzählt Markus in Wochen und Tagen von Jesus. Was bisher schnell über die Menschen hereingebrochen ist, verlangsamt sich nun. Wie in einem Film bleibt die Kamera bei dem Tod Jesu stehen. Das Kreuz wird aufgerichtet. Es wird über ganz Israel und die ganze Welt sichtbar. Jeder kann sich nun seine eigene Meinung über Jesus bilden. Als einziger bekennt sich der Heide, der römische Hauptmann zu Jesus: Wahrlich, dieser Mensch war Gottes Sohn. Auch einige Frauen stehen beim Kreuz. Der Hauptmann und die Frauen sind bekennende Zeugen der Gottessohnschaft Jesu.
  • Markus will gleichsam den Leser seines Evangeliums an die Hand nehmen und ihn durchs Leben Jesu führen. Am Ende bleibt für jeden von uns die Fragen offen: Wer war dieser Mensch? Welche Bedeutung hat Jesu für mich in meinem Leben? Die Haltung des Markus ist klar: Jesus ist der Sohn Gottes.

Bibel einfach lesen

aus: methoden für das lesen allein
zu bestellen beim katholischen bibelwerk, Tel.:0711/6192050

1. Nehmen sie sich eine feste Zeit zum Bibel lesen.

2. Richten sie sich den Raum her mit einer Kerze, einem Bild oder einem Kreuz.

3. Suchen sie einen Ort, wo sie ungestört sein können und an dem sie sich wohlfühlen.

4. Beginnen sie das Lesen mit einem Gebet.

5. Lesen sie den Text mehrmals.

6. Lassen sie den Text ruhen.

7. Arbeiten sie mit dem Text: Welche Wörter oder Abschnitte sagen ihnen etwas? Welche Wörter oder Abschnitte halten sie für schwierig?

8. Suchen sie Leitwörter heraus, die im Text öfter vorkommen.

9. Schauen sie in welchen Zusammenhang die Bibelstelle steht.

10. Markieren sie im Text: ? = Verstehe ich nicht.

! = Aha, so ist das.

* = Das betrifft mich.

11. Gehen sie ihren Empfindungen nach, lassen sie ihr Herz sprechen.

12. Welchen Bezug zu ihrem Alltag hat die Bibelstelle.

13. Wer kommt vor?

14. Welche Bewegungen sind im Text zu finden?

15. Schreiben sie sich ihre persönlichen Erkenntnise in ein Tagebuch.

16. Schließen sie mit einem Gebet ab.

Und denken Sie daran:

Bibeltexte sind in den seltensten Fällen Berichte. Sie erzählen etwas und wollen bewegen. Bibeltexte sind deshalb nie ein Beweis für bestimmte Lehren. Sie geben keine fertigen Antworten, sondern bringen sie ins Gespräch mit Gott und fordern ihre persönliche Stellungsnahme. Bibel lesen braucht den ganzen Menschen, der sich mit Verstand, Gefühl, Herz und allen Sinnen auf Gott einlässt.

einmal am tag
da solltest du
ein wort in deine hände nehmen
ein wort der schrift
sei vorsichtig
es ist so schnell erdrückt
und umgeformt damit es passt
versuch nicht hastig es zu melken
zu erpressen damit es frömmigkeit absondert
sei einfach still
das schweigen hören staunen ist bereits gebet
und anfang aller wissenschaft und liebe
betaste das wort von allen seiten
dann halt es in die sonne
und leg es an dein ohr wie eine muschel
steck es für einen tag wie einen schlüssel in die tasche
wie einen schlüssel zu dir selbst
fang heute an
vielleicht damit
es geschehe dein wille
wie im himmel so auf erden

paul roth

Die Bibel wird auch in den Gottesdiensten der Kirche verkündet.

Es gibt 3 Lesejahre:

  • Lesejahr A = Matthäusevangelium
  • Lesejahr B = Markusevangelium
  • Lesejahr C = Lukasevangelium

Das Lesejahr beginnt mit dem ersten Adventssonntag und endet mit dem Christkönigssonntag.

1. Adventssonntag 2008: Lesejahr B
1. Adventssonntag 2009: Lesejahr C
1. Adventssonntag 2010: Lesejahr A

u.s.w.

In den Gottesdiensten unter der Woche und am Sonntag wird hauptsächlich aus dem Evangelium gelesen, das dem Lesejahr entspricht. Das Johannesevangelium wird in Festzeiten und an Festtagen eingeschoben. Wer an jedem Tag 3 Jahre lang den Gottesdienst besucht, hat einmal alle 4 Evangelien gehört.

Die Bibelabende entnehmen sie bitte der Spalte Aktuelles.
Das Bibelgespräch findet jeden 2. Mittwoch im Monat im Pfarrzentrum statt. Bitte entnehmen sie die genauen Termine der Rubrik Aktuelles.