Persönliches Gebet

Rudolf Frank

Das persönliche und regelmäßige Gebet ist wie das Segel eines Schiffes.

Wenn ich es weit aufspanne, kann ich den Geist Gottes wirken lassen, der mich antreibt.

Ich fahre nicht aus eigener Kraft durchs Leben, Gott treibt mich.

Persönlich soll mein Gebet sein. Ich selbst soll Worte finden für eine lebendige Beziehung zu meinem Gott.

Regelmäßig soll mein Gebet sein. Dadurch erhält es Bestand und Dauer und kann in mir wirken und etwas Bewirken.

 

Zum Nachdenken:
Zeit für 10 Dinge

Nimm dir Zeit zum Arbeiten:
das ist der Preis für den Erfolg.

Nimm dir Zeit zum Beten:
das ist die Quelle der Kraft.

Nimm dir Zeit zum Spielen:
das ist das Geheimnis der Jugend.

Nimm dir Zeit zum Lesen:
das ist das Fundament des Wissens.

Nimm dir Zeit für die Andacht:
das wäscht des irdischen Staub von deinen Augen.

Nimm dir Zeit für deine Freunde:
das ist die Quelle des Glücks.

Nimm dir Zeit zum Lieben:
das ist das einzige Sakrament des Lebens.

Nimm dir Zeit zum Träumen:
das zieht die Seele zu den Sternen hinauf.

Nimm dir Zeit zum Lachen:
das ist die Erleichterung, welche die Bürde des Lebens tragen hilft.

Nimm dir Zeit zum Planen:
denn dann hast du auch Zeit für andere Dinge.

aus: Mutmachbuch für Betriebsräte

 

 

Angelus Silesius (1657)

Halt an, wo laufst du hin? Der Himmel ist in dir!
Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.

 

Der erste Grundgedanke stellt die Bewegung auf Christus und auf die eigene Mitte hin, als denselben Prozeß dar. Wer sich selbst findet, wird auch Gott finden.

Den Himmel wünsch ich mir, lieb aber auch die Erden;
denn auf derselbigen kann ich Gott näher werden.

 

Der Weg zu Gott ist ein Weg in dieser Welt.

Weil Gottes Kinder nicht das eigene Laufen lieben,
so werden sie von ihm und seinem Geist getrieben.

 

Ich muss mich auf die Suche begeben, mich auf den Weg machen, ich muss ihn aber nicht aus eigener Kraft bestehen.

Freund, es ist genug! Im Fall, du mehr willst lesen
so geh und werde selbst die Schrift und selbst das Wesen.

Wer Gott wirklich finden will, darf sich nicht auf andere verlassen. Er selbst muss es wollen und tun.