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Der Peißenberger Gabentisch bietet für Hilfsbedürftige einmal pro Woche ein umfangreiches Angebot an Nahrungsmittel Bild: Paul Ade

Zuhören und Respekt Zollen

 

 

„Der Peißenberger Gabentisch stellt sich vor“

Ein Bericht von Hans-Peter Hösle und Marinus Riedl, Mitglieder im Leitungsteam „Peißenberger Gabentisch“

Christen mittendrin in Peißenberg, so lautet das Motto des Peißenberger Gabentisch, der am 11. Oktober 2006 „unter dem Dach der Kirchen“ gegründet wurde.
Am Anfang stand der Wunsch, wirtschaftlich bedürftige Einzelpersonen und Familien zu unterstützen und etwas gegen die wachsende Not zu unternehmen.
Auf Initiative des Caritasverbandes für den Landkreis Weilheim-Schongau e.V. entstand der Peißenberger Gabentisch als gemeinsames Projekt zusammen mit der katholischen Pfarreiengemeinschaft Peißenberg/Forst und der evangelisch-lutherischen Peißenberger Friedenskirche.
Seit 2006 arbeitet der Peißenberger Gabentisch nach den Grundätzen der Tafelbewegung, um für bedürftige Menschen - alte und junge, alleinstehende und Familien - da zu sein und den betroffenen Menschen aus der Marktgemeinde mit gespendeten Lebensmitteln zu helfen. Einmal pro Woche ist die Ausgabe im Pfarrheim St. Barbara. Die Berechtigten können unter Vorlage des Gabentischausweises Lebensmittel je nach Personenzahl abholen.

2018 unterstützte der Peißenberger Gabentisch 253 Personen, davon 74 Kinder unter 14 Jahren. Die Anzahl der Bedürftigen bewegt sich seit Jahren auf diesem relativ hohen Niveau.

 

Ehrenamtliche Helferinnen im Pfarrheim St. Barbara, Vorbereitung der Lebensmittelausgabe Bild: Paul Ade

  

Derzeit sind 66 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sehr gerne und mit vollem Engagement dabei die gesammelten Lebensmittel an die bedürftigen Menschen zu verteilen. 
Sie sind im Wechsel alle drei Wochen im Einsatz: Zum einen ein Team, das Lebensmittel herrichtet und an die Berechtigten ausgibt. Zum anderen ein Fahrerteam, das die Lebensmittel einsammelt und ein Team, das bei Bedarf Grundnahrungsmittel aus den Geldspenden zukauft.

Dekan Georg Fetsch, Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Peißenberg/Forst, zeigte sich 2016 anlässlich des 10-jährigen Jubiläums dankbar und freut sich über das große soziale Engagement der Bürger. Er sei immer wieder begeistert, wie viele Menschen sich für den Peißenberger Gabentisch freiwillig Zeit nehmen, um Hilfsbedürftigen vor Ort zu helfen.

 

Auch auf die Spender - Geschäfte, Vereine und Privatpersonen - kann sich der Peißenberger Gabentisch verlassen. Da ist viel Treue da. Sowohl vor Ort aus Peißenberg als auch aus umliegenden Gemeinden spenden Geschäfte Lebensmittel. Der Vorteil: Menschen mit geringem Einkommen werden unterstützt, qualitativ einwandfreie Lebensmittel nicht verschwendet.

Darüber hinaus ermöglichen private Sponsoren unsere Kunden in Form von Gutscheinen zu unterstützen zum Beispiel für den Besuch kultureller Veranstaltungen, den Schwimmbadbesuch, den Kauf von Schulbedarf oder für die Teilnahme am offenen Mittagstisch.
Rainer Mogk, Pfarrer der evangelischen-lutherischen Gemeinde in Peißenberg weist darauf hin, dass das Hilfsprojekt ohne die zahlreichen Sachspenden und den unermüdlichen Einsatz der Helfer und Helferinnen nicht so erfolgreich wäre: „Der Peißenberger Gabentisch lebt davon, dass wir Gaben erhalten und diese Gaben weitergeben. Nur durch das ehrenamtliche Engagement ist das möglich“.

Aber soziales bzw. bürgerschaftliches Engagement bedeutet für uns nicht nur Lebensmittel zu verteilen, oder sonstige Hilfen anzubieten, sondern auch, den regelmäßigen Kontakt mit unseren Kunden zu pflegen, das Gespräch anzubieten, das Zuhören, das Ernstnehmen der Sorgen und Respekt zollen, egal aus welchen Kulturkreisen unsere Kunden kommen.

Der Peißenberger Gabentisch genießt in der Gesellschaft sehr viel Akzeptanz. Der persönliche Kontakt zu den Geschäften, zur Gemeinde, den Vereinen und Privatpersonen wird vom Leitungsteam jährlich neu gepflegt, um im Namen unserer Kunden Danke zu sagen.

Marinus Riedl, Gründungs- und Leitungsmitglied vom Caritasverband Weilheim Schongau e.V. sagt: "Wir sind stolz, was da seit 2006 in Peißenberg entstanden ist. Aber auch ein wenig nachdenklich. Leider gibt es den Gabentisch, weil es die Not gibt. Und deshalb gilt es beides zu tun: Konkrete Not zu lindern aber sich nicht damit abzufinden und zur rechten Zeit und am rechten Ort für Veränderungen einzutreten“.

November 2018
Hans-Peter Hösle, Marinus Riedl
Stellvertretend für das Leitungsteam