Dekanatswallfahrt am 19. September 2021

06.10.2021 10:49

Jeden dritten Sonntag im September pilgern im Dekanat Lindau die Gläubigen zur Wallfahrtskirche „Mariä Himmelfahrt“ in Maria-Thann. 

Die Fußwallfahrer aus Hergensweiler müssen schon um 6.30 Uhr losmarschieren. Die Gruppen aus Gestratz, Harratried, Heimenkirch, Lindenberg, Opfenbach, Röthenbach,  Schlachters, Weiler und Weißensberg starten später, insbesondere dann, wenn sie sich mit dem Rad auf den Weg machen. Petrus hat die Pilger dieses Mal enttäuscht. Der Himmel hat sich bewölkt und ein kühler Herbstwind hat die Wallfahrer begleitet. Aber die Freude, gemeinsam auf dem Weg zu sein, hat das wieder wettgemacht.

Der Dekanatsratsvorsitzende Ambros Häring, Scheidegg, hat den Gruppenleitern aller Orte einen „Impuls für den Weg“ mit interessanten Überlegungen mitgegeben. Damit wurden die Wallfahrer*innen wunderbar auf den Festgottesdienst eingestimmt, der von Dekan Dr. Ralf Gührer, Pfarreiengemeinschaft Wasserburg, gehalten wurde. „Worüber habt Ihr auf dem Weg gesprochen?“ Diese Frage, die Jesus seinen Jüngern einst gestellt hat, zog sich wie ein roter Faden durch die gemeinsam verbrachte Zeit.

Kerstin Schwart stellte sich bei ihrer Einleitung zum Gottesdienst auch den rund 250 Pilgern und Pilgerinnen und bemerkte, dass die Gläubigen nicht nur anlässlich dieser Wallfahrt, sondern das ganze Leben als Christen auf dem Weg sind. Die Jünger haben im Übrigen auf diese Frage geschwiegen, denn sie haben darüber diskutiert, wer der Größte sei. Es dürfe angenommen werden, dass auch heute in den meisten Fällen die Antwort schweigend ausfallen würde, weil wir heute wie damals von anderen „geliked“ werden wollen.

„Dieses Mal gibt es wegen des unsicheren Wetters kein Podest für die Geistlichkeit und den Altardienst“ erklärte Dekan Gührer zu Beginn seiner mitreißenden und humorvollen Predigt. Alle seien auf einer Ebene. „Aber, auch als wir auf dem Podium waren, standen wir mit den Füßen fest auf dem Boden“, versicherte er schmunzelnd und löste auch gleich die Frage nach der Antwort von Jesus auf: „Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener sein.“ Durchaus selbstkritisch merkte er an, dass der Wunsch nach Anerkennung und Größe auch vor Pfarrern und Bischöfen nicht Halt mache. Es werde überall gekämpft um die 1. Plätze. Man müsse aber wandelbar sein und sich auf das einlassen, was von Gott kommt. Sicher ist, dass vor Ihm alle gleich sind. Alle Anwesenden seien gekommen um mit einander zu feiern, dass Gott sie gleichermaßen gerufen hat. Die Gläubigen haben ihm lange und begeistert applaudiert.

Viel Beifall gab es auch für die Gestratzer Chöre. Unter der musikalischen Leitung von Markus Müller haben Männerchor, Kirchenchor und Fagott-Chor aus Gestratz den Festgottesdienst musikalisch feierlich gestaltet. Begleitet wurden sie am Keyboard von Frieda Buhmann. Die aktuellen Corona-Regeln sind genauestens eingehalten worden.