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AG Ökumene – ein Brückenschlag unter Christen
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AG Ökumene – ein Brückenschlag unter Christen

Ständige Mitglieder der Arbeitsgruppe sind:

  • Domdekan Prälat Dr. Bertram Meier, Seelsorgeamtsleiter (HA II) Bischofsvikar für Ökumene und Interreligiösen Dialog

  • Gertrud Brunner, PGR-Mitglied St. Ulrich und Afra, Augsburg
  • Birgit Cammerer, Pastoralreferentin, Dießen
  • Werner Dippel, Dekan Neuburg-Schrobenhausen
  • Paul Erber, Dekan Nördlingen
  • Monika Gröner, Gemeindereferentin, Dinkelsbühl
  • Reiner Hartmann, Pfarrer, Pastorale Grunddienste und Sakramentenpastoral (HA II)
  • Ulrich Hoffmann, Pastoralreferent für Ehe und Familie, Neu-Ulm
  • Dorothea Lange, Mitglied im Sachausschuss Ökumene im Diözesanrat, Augsburg
  • Martin Maurer, Pfarrer in St. Georg, Dinkelsbühl
  • Dr. Joachim Sailer, Referent für Bildung und Religionspädagogik (HA V)
  • Norbert Streit, stv. Leitung Diözesan-Exerzitienhaus St. Paulus, Leitershofen
  • Dr. Martin Tillmann, Theologischer Referent des Bischofs, Referent für Ökumene 
  • Sr. Dr. M. Theresia Wittemann OSF, Persönliche Referentin des Seelsorgeamtsleiters (HA II), Referentin für Ökumene und Interreligiösen Dialog

Als VertreterInnen verschiedener Gremien auf allen Ebenen des Bistums wissen wir uns dem Dialog und der gegenseitigen Wertschätzung verpflichtet. Gemeinsam und als Einzelne pflegen wir projektbezogene und freundschaftliche Kontakte mit ChristInnen anderer Konfessionen und setzen uns für den Abbau von Unwissenheit und Vorurteilen sowie die aktive Annäherung zwischen katholischer Kirche und den anderen christlichen Konfessionen ein. Wir sehen unsere Arbeit in der Tradition folgender offizieller Äußerungen des Apostolischen Stuhls in Rom bzw. der Deutschen Bischofskonferenz:

  • Das Direktorium zur Ausführung der Prinzipien und Normen über den Ökumenismus des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen vom 25. März 1993 hebt hervor, dass Katholiken vor allem „ihre eigene Kirche kennen und in der Lage sein (sollten), deren Lehre, Ordnung und Prinzipien des Ökumenismus darzustellen. Je besser sie diese kennen, desto eher können sie sie in Diskussionen mit anderen Christen darlegen und angemessen begründen“ (S. 24).

  • Die Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz bezüglich ökumenischer Gottesdienste (In: Amtsblatt für die Diözese Augsburg, hrsg. vom Bischöflichen Ordinariat Augsburg, 104. Jahrgang, Nr. 9 vom 30. Juni 1994, S. 302ff, hier: 304), in der es u.a. heißt: […] 7. Mancherorts hat sich bewährt, daß die verschiedenen Gemeinden bei besonderen Anlässen zunächst je ihren Gottesdienst feiern und anschließend zu einer ökumenischen Feier zusammenkommen. Wo dies nicht möglich ist, kann in bestimmten Fällen und aus wichtigen Gründen ein ökumenischer Gottesdienst an Sonntagen und kirchlichen Feiertagen am Vormittag stattfinden; dabei darf die Feier der Eucharistie nicht ausfallen. Solche Fälle und Gründe können gegeben sein, wenn (1) Gemeinden besondere ökumenische Ereignisse begehen; (2) die politische Gemeinde ein seltenes, herausragendes Ereignis auf Ortsebene feiert. In diesem Fall ist darauf zu achten, daß ökumenische Gottesdienste nicht von politischen Gremien angesetzt, sondern rechtzeitig mit den Pfarrern der betreffenden Kirchen vereinbart werden; (3) überörtliche Großveranstaltungen von besonderem Rang stattfinden. 8. Findet aus wichtigen Gründen ein ökumenischer Gottesdienst am Sonntagvormittag statt, so muß für die Katholiken die Möglichkeit zur Mitfeier der Eucharistie an diesem Sonntag gewährleistet sein. 9. Damit deutlich bleibt, daß die Feier ökumenischer Gottesdienste am Sonntag stets Ausnahmecharakter hat, dürfen solche Gottesdienste nur in sehr begrenzter Zahl stattfinden. Die Pfarrer sind verpflichtet, das Generalvikariat (Ordinariat) rechtzeitig vorher um Genehmigung zu ersuchen1. 10. Jedem ökumenischen Gottesdienst sollte ein echtes spirituelles Bedürfnis zugrunde liegen. Andere Motive, wie zum Beispiel Verschönerung eines Vereinsfestes, kirchenfremde Anlässe oder Konzessionen an Gruppeninteressen können solche Gottesdienste am Sonntag nicht rechtfertigen. In jedem Falle sollten ökumenische Gottesdienste eingebettet sein in ein aktives ökumenisches Leben der Gemeinde.

1 Im Bistum Augsburg ist das Gesuch beim Bischofsvikar für Ökumene und Interreligiösen Dialog einzureichen. Es gelten die einschlägigen Ausführungsbestimmungen des oben genannten Amtsblattes.

  • Die Enzyklika Ut unum sint von Papst Johannes Paul II. über den Einsatz für die Ökumene vom 25. Mai 1995. Zentrale Aussagen daraus sind: 3. Mit dem II. Vatikanischen Konzil hat sich die katholische Kirche unumkehrbar dazu verpflichtet, den Weg der Suche nach der Ökumene einzuschlagen und damit auf den Geist des Herrn zu hören, der uns lehrt, aufmerksam die »Zeichen der Zeit« zu lesen. […] Die katholische Kirche sieht die Schwächen ihrer Söhne und Töchter und bekennt sie im Bewußtsein, daß deren Sünden ebenfalls Treuebrüche und Hindernisse für die Verwirklichung des Planes des Erlösers darstellen. […]Da sie sich bewußt ist, daß sich die Wahrheit nicht anders durchsetzt «als kraft der Wahrheit selbst, die sanft und zugleich stark den Geist durchdringt«, (Unitatis redintegratio, 17) erstrebt sie für sich selber nichts außer die Freiheit, das Evangelium zu verkünden. In der Tat erprobt sich ihre Autorität im Dienst an der Wahrheit und der Liebe. […] 40. Die Beziehungen der Christen untereinander zielen nicht nur auf das gegenseitige Kennenlernen, auf das gemeinsame Gebet und auf den Dialog ab. Sie sehen vor und fordern schon jetzt jede nur mögliche praktische Zusammenarbeit auf den verschiedenen Ebenen: pastoral, kulturell, sozial und auch im Zeugnis für die Botschaft des Evangeliums. […] Eine solche auf dem gemeinsamen Glauben begründete Zusammenarbeit ist nicht nur von brüderlicher Gemeinschaft erfüllt, sondern stellt eine Epiphanie Christi selbst dar. Die ökumenische Zusammenarbeit ist zudem eine echte Schule des Ökumenismus, ein dynamischer Weg zur Einheit. Die Einheit im Handeln führt zur vollen Einheit im Glauben. […] Vor den Augen der Welt nimmt die Zusammenarbeit unter den Christen die Dimensionen des gemeinsamen christlichen Zeugnisses an und gereicht als Werkzeug der Evangelisierung den einen wie den anderen zum Wohl. 47. Der Dialog bewegt sich nicht ausschließlich um die Lehre, sondern bezieht die ganze Person ein: er ist auch ein Dialog der Liebe. Das Konzil sagte: »Es ist notwendig, daß die Katholiken die wahrhaft christlichen Güter aus dem gemeinsamen Erbe mit Freude anerkennen und hochschätzen, die sich bei den von uns getrennten Brüdern finden. Es ist billig und heilsam, die Reichtümer Christi und das Wirken der Geisteskräfte im Leben der anderen anzuerkennen, die für Christus Zeugnis geben, manchmal bis zur Hingabe des Lebens: Denn Gott ist immer wunderbar und bewunderungswürdig in seinen Werken« (Unitatis redintegratio, 4).

Darüber hinaus ist uns bewusst, dass in der Stadt Augsburg Reformationsgeschichte geschrieben wurde, deren mitunter wegweisende Facetten wie faire Auseinandersetzung, Kompromissbereitschaft ohne Aufgabe des eigenen Standpunktes und gegenseitige Verständigung auch unser Selbstverständnis prägen.