Der Diözesanrat trauert um Bischof em. Dr. Viktor Josef Dammertz

03.03.2020 17:24

„Fairness, Offenheit und Dialogbereitschaft, verbunden mit der Freude eines zutiefst spirituellen Menschen, das waren die Merkmale, mit denen wir Laien Sie erfahren konnten. Dazu kam besonders auch Ihr ständiges Bemühen, uns Mut für unsere vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten zu vermitteln.“ Mit diesen Worten ehrte der Vorsitzende des Diözesanrates einen knappen Monat nach der Emeritierung 2004 unseren damaligen Bischof.

Der Erzabt von St. Ottilien und Abtprimas der Benediktinischen Konföderation wurde am 24. Dezember 1992 von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Augsburg ernannt. Zu dieser Zeit war Dr. Hubert Gindert Vorsitzender des Diözesanrats. Ihm folgte 1994 Helmut Mangold nach, der sowohl zum Abschied von Bischof Viktor Josef als auch bei einer erneuten Begegnung am Tag der Pfarrgemeinderäte auf eine Zeit zurückblicken durfte, die er so zusammenfasste: „Sie waren uns ein guter Bischof!“

Vor allem die Grundtendenz von Bischof Viktor Josef, die ehrenamtliche Mitarbeit der Laien stets in besonderer Weise zu achten, zeichnete aus der Sicht des Diözesanrats seine Amtszeit aus. Stets sprach er sich für eine entsprechende Anerkennung ehrenamtlichen Engagements aus und wiederholte öfter den Satz „Geben wir dem Ehrenamt die ihm gebührende Ehre und Anerkennung.“

Auch die katholischen Gremien erfuhren zur Zeit von Bischof Viktor Josef große Wertschätzung. Schon bei einer der ersten Sitzungen des Diözesanrates nach seinem Amtsantritt wies er auf die Notwendigkeit einer „neuen Kultur des Rat-Gebens und des Rat-Nehmens“ hin, was als typisch benediktinischer Zug seines Episkopats verstanden werden darf.

Auch die Beteiligung des Diözesanrats am damaligen Pastoralrat wurde unter Bischof Viktor Josef erweitert und damit seine aktive Mitwirkung bei entscheidenden Weichenstellungen des Pastoralrates ermöglicht. Die Ergebnisse der Augsburger Diözesansynode wollte er zehn Jahre danach wieder aufgreifen, sie fortschreiben und aktualisieren, um sie für die Pastoral der Gegenwart nutzbar zu machen. Diese Wertschätzung des Synodalen erweist sich nun 20 Jahre später als geradezu prophetischer Zug dieses zutiefst geistlichen Oberhirten!

Auch in politischer Hinsicht war eine enge Zusammenarbeit möglich, wir denken vor allem an unsere gemeinsame Aktion zum Erhalt des Kruzifix in den bayerischen Schulen in Form einer großen Unterschriftenaktion. Das Hirtenwort unseres Bischofs „Christ, erkenne deine Würde!“ vom 11. Januar 1998 enthielt sowohl eine klare Positionierung christlicher Haltungen in einer säkularen Welt als auch einen bedeutenden Zuspruch für die Arbeit der Laiengremien.

So blickt der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Augsburg mit großer Dankbarkeit auf die Jahre 1992 bis 2004 zurück. Gott unser Herr möge an Bischof em. Dr. Viktor Josef Dammertz vollenden, was er in der Taufe begonnen hat!

  

Hildegard Schütz
Vorsitzende