Der Diözesanrat trauert um seinen ehemaligen Bischöflichen Beauftragten Weihbischof Max Ziegelbauer

23.11.2016 10:10

Mit Weihbischof Max Ziegelbauer ist ein glaubensstarker Priester von uns gegangen, für den auch die Laienarbeit immer ein wichtiges Anliegen war. Als Pfarrer einer neuen Pfarrei in Memmingen hat er von 1956 an sehr deutlich die pastoralen Bedürfnisse der Nachkriegszeit erfahren. Diese neuen pastoralen Herausforderungen hat er dann in seinen neuen Verantwortungsbereich in Augsburg eingebracht, als er 1966 in seiner Eigenschaft als Dompfarrer die Leitung des Seelsorgeamts übernahm.

Als Leiter des Seelsorgeamts war Ziegelbauer dann auch für die enge Zusammenarbeit mit dem Vorgänger des Diözesanrats, der Katholischen Aktion, zuständig und so intensiv in die Zusammenarbeit mit den Laien eingebunden. Es war deshalb nur selbstverständlich, dass Domkapitular Ziegelbauer sich nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil sehr um den Aufbau des Diözesanrats kümmerte, der als Vertretung der Laien in einem Bistum auf diesem Konzil angeregt worden war. Der Diözesanrat Augsburg ist ihm für diese Pionierarbeit beim Entstehen der Laiengremien in unserer Diözese zu tiefem Dank verpflichtet.

Ziegelbauer übernahm dann auch von der Gründung des Diözesanrats im Jahr 1970 bis zum Herbst 1983 die Aufgabe des Geistlichen Beirats (später Bischöflichen Beauftragten) im Diözesanrat. Er schätzte die „Communio“, die gemeinschaftliche Zusammenarbeit, wie sie im des Zweiten Vatikanischen Konzil betont wurde. So sagte er 1987, auf einer Vollversammlung des Diözesanrats: „Keiner glaubt für sich allein. Jeder braucht die Stütze der kirchlichen Gemeinschaft.“ Diese Gemeinschaft hat Domkapitular Ziegelbauer auch in den Gremien des Diözesanrats intensiv gepflegt und damit viel zu einem guten Miteinander in diesem Gremium beigetragen. In zahlreichen Sitzungen im Vorstand und in der Vollversammlung brachte er den Delegierten aus Dekanaten und Verbänden immer wieder ihre Aufgaben im Heils- und Weltdienst nahe und war gleichzeitig ein guter Vermittler zum Bischof.

Als er selbst 1983 die Bischofsweihe erhielt, war sein Wahlspruch „Fundata supra petram“ – „Auf Fels gegründet“. Dass die katholische Kirche auf einem festen Glaubensfundament ruhe, war ihm ein großes Anliegen.

Eine andere Seite des späteren Weihbischofs Ziegelbauer sei an dieser Stelle nicht vergessen. Als das Landeskomitee der Katholiken ein Handbuch für den Pfarrgemeinderat herausgab, da war der Bischofsvikar für Kirche und Kultur Max Ziegelbauer gerne bereit, einen Beitrag zu dem wesentlichen Anteil, den Kultur in unserer Kirche hat, zu schreiben. Er gab ihm den Titel „Kulturhoheit anstreben“ und machte damit deutlich, welche essentielle Bedeutung die Kultur in all ihren Ausprägungen für den Glauben hat.

Er betont darin ganz besonders die wichtige Rolle der Musik im Sakralbereich. Mit dem Satz „eine katholische Gemeinde sollte ein musikfreundliches Erscheinungsbild nach außen zeigen“ untermauert er seinen Anspruch, die Kirche möge „in legitimer Weise die Kulturhoheit vor Ort“ anstreben. Und er wird immer wieder sehr pragmatisch, wenn er beispielsweise empfiehlt, ein Pfarrgemeinderat solle einen Sachausschuss „Kultur“ einrichten, der dann auch ökumenisch zusammenarbeitet.

Weihbischof Ziegelbauer war in all seinen Eigenschaften immer ein christliches Vorbild, das die Vielfalt der Aufgaben von Priestern und Laien in seiner langen Erdenzeit von vielen Seiten beleuchtet und dazu Anregungen gegeben hat.

Wir bitten um das Gebet für den Verstorbenen. Unser himmlischer Vater möge ihm die Fülle der Freuden seiner ewigen Seligkeit schenken.

 

(aus den Erinnerungen von Helmut Mangold und Dr. Waldemar Nowey)