"Gender" - Thema der Herbstvollversammlung 2016

21.10.2016 12:11

Das Schlagwort "Gender" provoziert und polarisiert – in der gesellschaftlichen Debatte ebenso wie in der katholischen Kirche und in der Wissenschaft. Den einen dient die Unterscheidung zwischen dem biologischen Geschlecht (englisch: sex) und dem sozialen Geschlecht (gender) als analytisches Instrument, um soziale Rollenerwartungen aufzudecken und zu hinterfragen. Andere sehen in der Gender-Lehre einen Angriff auf die menschliche Natur und das christliche Bild von Ehe und Familie.

Welche Herausforderungen stellen sich für Christen

  • im Alltag, zum Beispiel bei Erziehung und Bildung?
  • in der Politik durch die Strategie des Gender Mainstreaming?
  • in der Theologie im Lichte der kirchlichen Lehre zu Ehe und Familie?

Die Herbstvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Augsburg am 29. Oktober 2016 greift diese Fragen auf. In Vorträgen und einer Podiumsdiskussion werden sich Fachleute und Vertreter und Vertreterinnen katholischer Verbände dem Thema aus verschiedenen Perspektiven nähern.

Josef Kraus, ist seit 1987 Präsident des deutschen Lehrerverbandes. Er wird in seinem einführenden Referat die Begrifflichkeiten der Gender-Lehre darstellen und erste kritische Fragen anhand seines Referatsthemas stellen: „Gender-Mainstream und Pädagogik - Wie passt das zusammen?“ Im Hauptreferat wird die Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz einen kritischen christlichen Blick auf die Gender-Lehre und -Praxis werfen: „Gender im Spannungsfeld von Geschlechtergerechtigkeit und Leibvergessenheit. Philosophische und theologische Perspektiven“.

In der sich anschließenden Podiumsdiskussion unter der Leitung von Peter Hummel wird Sabine Slawik die Anwendung der Gender-Lehre verteidigen. Sie vertritt mit dem Katholischen Frauenbund auch die Position anderer katholischer Verbände und auch staatlicher Einrichtungen, die Gender-Mainstreaming in ihre Grundsätze aufgenommen haben. Die Sicht des katholischen Familienbundes, der sich in Bayern ebenfalls kritisch positioniert hat, wird Johannes Schroeter vertreten. Natürlich werden sich auch Josef Kraus und Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz auf dem Podium den Fragen des Publikums stellen.

 

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