Veranstaltung der Dekanate:

„Kirche und Kommune – gemeinsam für soziale Gemeinden“

12.10.2015 16:08

Angesichts der tiefgreifenden Veränderungen im Zusammenleben der Menschen im ländlichen Raum startet der Sachausschuss „Land“ im Diözesanrat der Katholiken im Bistum Augsburg eine Aktion zur besseren Vernetzung von Kirche und Kommune. Hildegard Schütz, Vorsitzende des Diözesanrates und Staatsminister a. D. Josef Miller, Leiter des Sachausschusses Land, werden dazu von dieser Woche an Auftaktveranstaltungen in allen Dekanaten der Diözese Augsburg durchführen. Eingeladen werden Vertreter der Pfarreien und politischen Gemeinden. „Das übergeordnete Ziel des Projektes ist für uns der Erhalt und die Weiterentwicklung von lebendigen sozialen Dorfgemeinschaften und sozialen Gemeinden im ländlichen Raum“, erklärt Hildegard Schütz.

Die Basis für die Aktion bildet die Studie „Netzwerk Kommune – Kirche – Gesellschaft“ des Vereins „Soziale Gemeinden im Unterallgäu e. V.“. Sie ist zwischen Februar 2011 und Oktober 2012 in 18 Pfarreien im Unterallgäu durchgeführt worden. „Ihre Ergebnisse sind uns so wichtig, dass wir sie gemeinsam mit den Dekanaten in der ganzen Diözese bekannt machen und auf breiter Basis diskutieren wollen“, so der ehemalige Landwirtschaftsminister Josef Miller. Die vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium und vom Bistum Augsburg mitfinanzierte Projektstudie hat in einem ersten Schritt die veränderten kirchlichen, kommunalen und gesellschaftlichen Bedingungen auf dem Land untersucht. Schlagworte hierzu sind demographischer Wandel, Veränderung der Arbeitswelt, Individualisierung und Anonymisierung, Veränderungen der Familien und – ganz aktuell – auch das Thema Migration/Flüchtlinge. Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Themen Werte/Wertebildung und ehrenamtliches Engagement gelegt worden. In einem weiteren Schritt ist die Rolle der Kirche und der Kommunen für das Funktionieren einer sozialen Gemeinde in Augenschein genommen worden.

Laut den Ergebnissen der Studie, so der Mitverfasser und Gemeindeentwickler Thomas Stark, hat die Kirche eine wichtige gemeinschaftsbildende und heimatstiftende Funktion. Mit ihren pastoralen und sozialen Angeboten stellt sie einen wichtigen Bestandteil innerhalb der Dorfgemeinschaft dar. Außerdem kommt ihr in Bezug auf die Wertebildung ein hoher Stellenwert zu. Auch die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement hat ihren Ursprung der Studie zufolge meist in der Kirche: Je höher die Zahl der Kirchenanhänger in der Gemeinde ist, desto höher ist die Zahl derer, die sich ehrenamtlich engagieren. In den untersuchten Gemeinden gibt es bislang aber – auch das ist ein Ergebnis der Studie – keinen festen regelmäßigen Austausch zwischen Kirche und Kommune, obwohl beide Institutionen teilweise deckungsgleiche Interessen verfolgen.

Die Verantwortlichen im Sachausschuss Land empfehlen den Pfarreien und Kommunen im Bistum Augsburg, so Vorsitzender Josef Miller, ein abgestimmtes flexibles und zielorientiertes Gesamtkonzept zur Weiterentwicklung einer sozialen Dorfgemeinschaft zu erstellen. Mindestens einmal jährlich sollte ein „Sozialgespräch“ von benannten Mitgliedern des Gemeinderates, des Pfarrgemeinderates und der Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde durchgeführt werden.

 

Auftaktveranstaltung wird am

  • Donnerstag, 15. Oktober 2015, um 20 Uhr im Bräuhaussaal in Ursberg stattfinden.

Folgende weitere Termine stehen bereits fest:

  • 10. November im Dekanat Dillingen
  • 25. November im Dekanat Pfaffenhofen

 

Weitere Informationen dazu finden Sie hier.