Gemeinsame Konferenz von Seelsorgeamt und Verbändereferat

"Kirche und Kommune" im Haus St. Ulrich

12.05.2016 16:16

Seit Mitte Oktober 2015 finden in den Dekanaten unserer Diözese sog. Netzwerkveranstaltungen unter dem Motto "Kirche und Kommune - gemeinsam für soziale Gemeinden" statt. Die Aktion auf Initiative des Diözesanrates geht zurück auf die Studie "Netzwerk Kommune - Kirche - Gesellschaft", welche Gemeinden im Unterallgäu untersucht hat (Kurzfassung). Jetzt trafen sich Mitarbeiter des Seelsorgeamtes und der Verbände am 11. Mai im Haus St. Ulrich, um in der gemeinsamen Konferenz von Seelsorgeamt und Verbändereferat dieses Thema zu vertiefen.

 

Etwa 50 Teilnehmer hatten sich im Kleinen Saal des Hauses St. Ulrich versammelt, um die Veranstaltungsreihe der Dekanate kennen zu lernen und auf ihre Relevanz und/oder Fruchtbarkeit hinsichtlich ihres eigenen Arbeitsbereiches zu überprüfen. Nach einer Begrüßung und Hinführung zum Thema durch den Hausherrn, Domdekan Dr. Bertram Meier, folgte zuerst ein Impulsreferat des früheren Staatsministers Josef Miller, der heute den Sachausschuss "Land" des Diözesanrates leitet und die maßgebliche Person dafür ist, dass der Diözesanrat das vom "Verein Soziale Gemeinden im Unterallgäu e.V." erarbeitete Thema im ganzen Bistum anbietet. Miller ist es, wie Domkapitular Msgr. Dr. Wolfgang Hacker (Leiter der Abt. Verbände und Initiativen von Gläubigen) es in seinem Schlusswort formulierte, ein "Herzensanliegen", einerseits die ländliche Region als lebenswerten Raum zu erhalten und zu gestalten, andererseits die bereits vorhandene Rolle der Kirche darin nicht einschlafen zu lassen, sondern im Gegenteil zu beleben.

 

Im Anschluss stellte Pastoralreferent Thomas Stark, der an der genannten Studie mitbeteiligt war, deren Ergebnisse in Kurzform vor. Beachtlich erscheinen darin sowohl die bereits vorhandenen Initiativen vor Ort als auch die große Rolle der Kirchen in diesen ländlichen Strukturen. Oft sind es Pfarrer, die ihre soziale Aufgabe be- und ergriffen haben, sowie Bürgermeister, die selbstverständlich mit der Kirche zusammenarbeiten. Die Diakonie erscheint dabei neben Martyrie und Liturgie als eines der Standbeine kirchlichen Lebens, ohne die auch die anderen Lebensvollzüge der Kirche zu erodieren drohen.

 

Mehrere Arbeitsgruppen befassten sich dann mit der Fragestellung, welche Aspekte als Leitsätze einer künftigen Befassung mit diesem Thema dienen könnten bzw. welche Prinzipien einer praktischen Umsetzung dieses Netzwerkprojektes voranzustellen wären. Mechtild Enzinger (Referentin Fachbereich Pastoral in den Grunddiensten) hat die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zusammengestellt, so dass sie unterhalb dieses Artikels zu finden sind.

 

Abschließend legte Hildegard Schütz, Diözesanratsvorsitzende, Ergebnisse ihrer bisherigen Erfahrung mit dem Projekt vor. Die Krumbacher Lehrerin hat jede der Netzwerkveranstaltungen in den Dekanaten besucht, mittlerweile ein Dutzend, und daraus ihre Schlüsse und Leitfragen formuliert. Dabei benannte sie auch kritische Aspekte, wie z.B. das Fehlen der Kirche in der Nachbarschaftshilfe oder die geringe Erkennbarkeit der Verbandsarbeit auf Dekanats- und Pfarreiebene. Zu ihren Wünschen zählt, dass die Gemeindeentwickler sich jetzt aktiv in den Prozess einbringen, auf die Pastoralräte (bei Einzelpfarreien Pfarrgemeinderäte) zugehen und so zu wichtigen Kommunikatoren und Vermittlern in dem Netzwerkprojekt werden. Die gesamte Rede ist unten zum Nachlesen angehängt.