Vollversammlung des Diözesanrates

Kurz, aber mit Herzblut

02.11.2020 08:35

Unter verschärften Coronabedingungen fand die diesjährige Herbstvollversammlung des Diözesanrates statt, nachdem die Frühjahrsvollversammlung ausgefallen war: Die Messe mit Bischof Bertram (siehe eigener Bericht über die Predigt) wurde von der Hauskapelle in die Ulrichsbasilika verlegt und die eigentliche Versammlung des höchsten Laiengremiums der Diözese auf eine Stunde im großen Saal reduziert. In der Kirche, beim Abendessen im Tagungshaus und der anschließenden Versammlung wurde genau auf die Einhaltung der Hygieneregeln geachtet.

Herbstvollversammlung des Diözesanrates im Haus St. Ulrich (Bild: Diözesanrat)

 

Die Vorsitzende des Diözesanrates, Hildegard Schütz, begrüßte besonders herzlich die anwesenden Mitglieder und bedankte sich, dass diese den Mut zur Teilnahme gezeigt hatten. In Ihrem Bericht (siehe unten angehängte PDF) war es wegen der ausgefallenen Frühjahrsvollversammlung ein ganzes Jahr, auf das zurückgeblickt wurde. Ein Jahr, das nach wenigen Monaten zum Coronajahr wurde! Der Diözesanrat war in dieser Zeit nicht vollständig aktiv, aber auch nicht untätig. Schwerpunkt seiner Wahrnehmung des christlichen Weltauftrages waren bioethische und familienrechtliche Fragen, an erster Stelle die Problematik des gesetzlichen Umgangs mit dem Suizid. Hierzu hatte der Diözesanrat bereits 2015 eine Fachtagung abgehalten und seine Vorsitzende positionierte sich 2020 kritisch zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Noch 2019 hat der Sachausschuss „Ehe und Familie“ einen Flyer zum Schutz des ungeborenen Lebens veröffentlicht, dem Thema der Herbstvollversammlung 2019. Ihre Bedenken gegen die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz brachte Schütz in einem Brief an alle CSU-Mitglieder des Bundestags im Bereich der Diözese zum Ausdruck: „Ein derartiger Eintrag verbessert die Rechte der Kinder nicht, sondern setzt nur die Hürde für ein Eingreifen des Staates ins Familienleben herab.“ Die einzelnen Themen Ihres Berichtes lagen der Vorsitzenden sichtlich am Herzen, sodass Sie spontan immer wieder vom Manuskript abwich und es mit engagierten Statements ergänzte.

Ein Herzensanliegen waren Hildegard Schütz auch die Personalien, insbesondere der Wechsel in der Geschäftsstelle, in der auf Petra Hauschka Nina Jall als Sekretärin folgt: „Mit Frau Hauschka verlässt eine sehr erfahrene und kompetente, stets freundliche, höfliche und hilfsbereite Frau die Geschäftsstelle des Diözesanrates. Frau Hauschka war am Telefon immer die erste Ansprechpartnerin. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung – sie arbeitete ihr ganzes bisheriges Berufsleben lang in der Geschäftsstelle des Diözesanrates – verfügte sie über ein gewaltiges Wissen in Bezug auf den Diözesanrat, aber auch bezüglich der Pfarrgemeinde- und Dekanatsräte. Wenigstens achtmal hat sie Pfarrgemeinderatswahlen organisiert, hat die aufregenden Zeiten der Strukturreform 2025 begleitet, hat unzählige Vollversammlungen mitorganisiert, gewissermaßen unter fünf Bischöfen, verschiedenen Geschäftsführern und Referenten den Diözesanrat von der Geschäftsstelle aus mit ihrem Fachwissen, mit ihrer menschlichen Kompetenz, mit ihrer Höflichkeit und ihrem zurückhaltenden Wesen begleitet. Frau Hauschka war über viele Jahre hinweg die liebenswürdige und menschliche Visitenkarte des Diözesanrates.Von Herzen sagen wir Vergelt’s Gott für ihren großen Dienst und wünschen ihr für das neue Wirkungsfeld alles Gute und Gottes Segen. Mit Frau Nina Jall dürfen wir eine aufgeschlossene, kompetente junge Frau als Sekretärin im Büro des Diözesanrates begrüßen. Ihr wünschen wir alles Gute, viel Freude und Gottes Segen für ihre neue Aufgabe.“

Gewechselt hat auch der bischöfliche Beauftragte, da Domdekan Meier Bischof wurde und Domdekan Hacker dessen Nachfolge antrat. So war für Hildegard Schütz „der absolute Höhepunkt in diesem Jahr“ die Ernennung und Weihe von Prälat Meier zum Bischof von Augsburg. Sein Nachfolger im Diözesanrat, Msgr. Wolfgang Hacker stellte sich persönlich dem versammelten Diözesanrat vor. Er ist als Verbändereferent mit den zahlreichen Verbänden, die ja auch Vertreter in den Diözesanrat entsenden, bestens vertraut. Durch den neuen bischöflichen Beauftragten wird auf diese Weise der Fokus etwas stärker auf den Teil des Diözesanrates gerichtet, der nicht über Pfarr-und Dekanatsräte nach oben gewählt, sondern von den katholischen Verbänden direkt in das Gremium entsandt wird. Domdekan Hacker verband seine Vorstellung mit dem, was er an den Verbänden besonders schätzt: die enge Vernetzung im jeweiligen Verband, die Gründung durch gesellschaftliche Herausforderungen und die Blickrichtung weniger nach innen sondern nach außen, in die Gesellschaft hinein.

Hier der gesamte Bericht zum Nachlesen. Es gilt das gesprochene Wort.

Stellte sich dem Diözesanrat vor: der neue bischöfliche Beauftragte Domdekan Dr. Wolfgang Hacker (Bild: Diözesanrat)
Die Vorsitzende des Diözesanrates Hildegard Schütz begrüßte den neuen bischöflichen Beauftragten Msgr. Dr. Wolfgang Hacker (Bild: Diözesanrat)