Der Diözesanrat auf dem 100. Katholikentag in Leipzig

Offene Gespräche mit neugierigen Besuchern

31.05.2016 18:39

Den Diözesanrat der Katholiken im Bistum Augsburg repräsentierten auf dem Katholikentag in Leipzig fünf Mitglieder des Vorstands mit einem eigenen Stand. Sie erlebten offene und neugierige Besucher, Festivalatmosphäre bei herrlichem Wetter und die anhaltende Attraktivität der Knotenlöserin.

Von nahezu umgekehrten Verhältnissen muss man sprechen, wenn man die religiösen Verhältnisse im Augsburger Diözesangebiet mit denen von Leipzig vergleicht (ungefähre Zahlen): Während hierzulande über 75 Prozent Christen sind, gehören in der größten Stadt im Freistaat Sachsen über 80 Prozent keiner oder einer anderen Religion als der christlichen an. Selbst die innerchristlichen Verhältnisse stehen aus bayerisch-schwäbischer Sicht Kopf: Vier Prozent Katholiken (bei uns 60%) und 11 Prozent Protestanten (bei uns 15%).

Begegnung in der Diaspora: Roswitha Böck vom Standteam trifft Sabine Slawik vom KDFB-Bundesvorstand (Foto: E.Schmidhuber)

Das Team des Augsburger Diözesanrates ging also in die Diaspora (wörtlich: „Verstreutheit“), als es einen vier mal vier Meter großen Stand auf dem 100. Katholikentag in Leipzig (25.–29. Mai) bezog – und kam begeistert zurück!

Die fünf Vorstandsmitglieder des höchsten Laiengremiums der Diözese Augsburg erlebten ein offenes und interessiertes Katholikentagspublikum, mit dem man „über Gott und die Welt“ habe sprechen können, erzählt Ulrike Dreher aus Memmingen. Spürbar kamen die Fragen von Menschen, für die eine bayerische Diözese eine unbekannte Größe darstellt: „Was ist ein Bistum?“ – „Wo liegt Augsburg?“ Über die Fremdheit der Dreifaltigkeit oder der Beziehung der Katholiken zur Muttergottes kam es zu Gesprächen, die den Kernbereich des Christlichen berührten. Von „Seelsorgsgesprächen“ spricht Diözesanratsvorsitzende Hildegard Schütz aus Krumbach.

Freudige Begrüßung: Bischof Dr. Konrad Zdarsa und Pfarrer Peter Brummer (Foto: E.Schmidhuber)

Ihren früheren Seelsorger und Bischof trafen denn auch Besucher, die sich über eine Begegnung mit Bischof Dr. Konrad Zdarsa freuten, der noch weiter östlich, in Dresden, Freital und Chemnitz, als Priester, später dann in Görlitz als Bischof gewirkt hatte. Zuvor hatte auch Weihbischof Florian Wörner seinen Augsburger Diözesanen auf dem Katholikentag einen Besuch abgestattet.

Die Standleitung in Leipzig hatte Ernst Schmidhuber aus Hohenpeißenberg inne. Auch er erlebte die vielen Nichtgetauften als neugierige und offene Gesprächspartner. Wie schon in Regensburg hatten die Augsburger ihre Knotenlöserin „im Gepäck“: Gebetsbildchen und eine lange Schnur, in die jeder seinen persönlichen Knoten machen konnte, kamen hervorragend an. Dass jeder sein persönliches Problem ganz für sich und unsichtbar inmitten des Katholikentags als ein Anliegen für die Fürsprache der Gottesmutter festknoten konnte, sprach viele Besucher an, berichtet Schmidhuber, der die Gemeinschaft katholischer Soldaten (GKS) im Diözesanrat vertritt.

Auch für das leibliche Wohl der Besucher war wieder gesorgt:  Kaffee, Allgäuer Käse, Bauernbrot und Schokoladen-Oblaten aus Dillingen zogen so manchen gleich zweimal zum Augsburger Diözesanrat. Der Stand befand sich diesmal mitten im Geschehen, das bei sonnigem Wetter in der Leipziger Innenstadt mit Bands und Clowns schon Festivalcharakter hatte, wie Ulrike Dreher berichtet.

Blick in den Stand des Diözesanrates mit dem Ringeisenbaum (Foto: E.Schmidhuber)

Das Team aus Bayerisch-Schwaben hatte auf dem 100. Katholikentag auch einen Ringeisenbaum aus Ursberg dabei, der die sieben leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit versinnbildlicht (Signet des Dominikus-Ringeisen-Werks), sowie Materialien zum Netzwerkprojekt „Kirche und Kommune - gemeinsam für soziale Gemeinden". Doch als „Katholikentags-Klassiker“ scheinen sich die regionalen Schmankerl und die Knotenlöserin (St. Peter Perlach, Augsburg) zu etablieren, zu der auch dieses Jahr wieder die Knoten der Besucher in einem eigenen Gottesdienst gebracht werden sollen.

 

Michael Widmann

Mit Gästen aus Augsburg: Ernst Schmidhuber, Hildegard Schütz und Sieglinde Hirner begrüßten Bischof Dr. Konrad Zdarsa und Bischofssekretär Johannes Steber (Foto: E.Schmidhuber)