Assistierter Suizid

Diözesanrat widerspricht evangelischen Theologen

14.01.2021 14:06

Kein Jahr nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gegen das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung (§ 217 StGB) erklären drei evangelische Theologen, darunter der Präsident der Diakonie, Ulrich Lilie, kirchliche Einrichtungen hätten „abgesicherte Möglichkeiten eines assistierten Suizids in den eigenen Häusern anzubieten oder zumindest zuzulassen und zu begleiten.“ (FAZ vom 11.1.2021) Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Augsburg widerspricht entschieden dieser Forderung.

Foto: Daniel Jäckel /pba
  • Gott allein ist der Herr über Tod und Leben. Was sich aus erstes moralisches Prinzip in der Frage der Selbsttötung aus der Geschöpflichkeit des Menschen ergibt, findet bestürzender Weise in der Argumentation der evangelischen Theologen keinerlei Erwähnung.
  • Bei der klaren und deutlichen Benennung moralischer Grundsätze geht es nicht um das Urteil über Betroffene, es geht um Orientierung aus christlichem Geist und die Identität der Kirche. Diese darf nach Worten von Papst Franziskus „nie müde werden, Anwalt des Lebens zu sein“.
  • Die Tatsache, dass das Urteil des Bundesverfassungsgerichts wegen der Selbstbestimmung des Einzelnen von einem Recht auf Selbsttötung spricht, hebt den Auftrag des Staates nicht auf, den Schutz des Lebens zu gewährleisten. An dieser Stelle ist die Mitwirkung der Kirche gefragt, nicht bei der Suizidbeihilfe.

Ausdrücklich dankt der Diözesanrat Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger für seine Stellungnahme, in der er darauf hinweist, „dass es die Herausforderung an eine Gesellschaft mit humanem Antlitz“ bleibt, „Hilfen zum Leben bereitzustellen anstatt Sterbehilfeorganisation zu leisten.“ (Homepage Bistum Augsburg)

Der Diözesanrat verweist auch auf die Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz, in der es heißt: „Die seelsorgerische Begleitung von Menschen mit Suizidwünschen kann nicht neutral sein: Christliche Seelsorge geht unvoreingenommen auf die Person zu, aber sie richtet eine christliche Hoffnungsbotschaft aus und steht immer auf der Seite des Lebens.“ (Homepage DBK)

Hildegard Schütz
Vorsitzende