Erklärung des Diözesanrats zum Ende des aktuellen Forschungsprojektes sexueller Missbrauch

10.01.2013 13:33

Wir bedauern, dass durch die Kündigung des vom Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) im Juli 2011 geschlossenen Vertrag in der Öffentlichkeit das Bild einer Kirche entstanden, die letztlich doch nicht an einer umfassenden Aufklärung der Fälle sexuellen Missbrauchs interessiert ist oder nur an einer Auftragsarbeit, die die skandalösen Vorfälle in möglichst mildem Licht erscheinen lässt. Dafür gibt es keine Anhaltspunkte.

Wir begrüßen ausdrücklich, dass das Projekt einer umfassenden Untersuchung der Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige trotz der derzeitigen Probleme fortgeführt werden soll und dass ein neuer Partner für dieses Projekt gesucht wird. Auch die Arbeit der in den Diözesen eingesetzten Missbrauchsbeauftragten, die Fälle des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich prüfen, läuft unabhängig von dem Forschungsvorhaben weiter.

Bei Vertragsschluss mit einem neuen Partner ist sicherzustellen, dass präzise und durchdachte Regeln sowohl Belange des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte auf der einen Seite und andererseits die Freiheit der Forschung und die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse berücksichtigen. Ob es notwendig sein wird in dem bisher angedachten Umfang Personalakten auszuwerten oder ob nicht bereits vorhandene ausführliche Angaben der Opfer und Akten der bekannten Täter ausreichen, sollte mit dem neuen Vertragspartner eingehend erörtert werden. Die Weiterführung des Projektes sollte so schnell wie irgend möglich erfolgen, damit die Ergebnisse in einer absehbaren Zeit vorliegen.

Helmut Mangold
Vorsitzender des Diözesanrats
der Katholiken im Bistum Augsburg