§219a-Deal und Berliner Sterbehilfeurteil

Hildegard Schütz: Das Lebensrecht steht auf dem Spiel

09.03.2018 13:40

Einen herben Rückschlag für das Lebensrecht sieht Diözesanratsvorsitzende Hildegard Schütz in aktuellen politischen und juristischen Entwicklungen: „Ausgerechnet jetzt, wo wir davon alarmiert sein sollten, dass die Abtreibungszahlen steigen, kippt die Koalition das Werbeverbot für Abtreibungen. Die Union tut sich keinen Gefallen, das grundgesetzlich verbürgte ‚Recht auf Leben‘ zusammen mit dem letzten Rest ihres christlichen Profils zu opfern. Für einen vorauseilenden Gehorsam gegenüber Rot-Rot-Grün gibt es nicht den geringsten Grund.“ Auch der Leiter des Kommissariats der Deutschen Bischöfe, Karl Jüsten, hat den Fraktionsdeal beim Paragraphen 219a einen „herben Rückschlag für den Schutz des ungeborenen Lebens“ genannt.

Den Freispruch eines Arztes, der einer 44-jährigen Patientin zum Suizid verhalf, indem er ihr starke Schmerzmittel verschrieb und ihr Sterben „wie verabredet“ begleitete, sieht Hildegard Schütz als äußerst problematisch an: „Wenn demnächst Ärzte dafür werben dürfen, Menschen im Mutterleib zu töten, und juristisch nicht dafür belangt werden, ihre Patienten auf Wunsch umzubringen, steht nicht nur der Hippokratische Eid auf dem Spiel, sondern das Vertrauen zwischen Arzt und Patient und die Kultur des Lebens.“