Handelsabkommen wird aktuell in Brüssel beraten

Katholischer Diözesanrat appelliert an Verhandlungsführer: „Europäische Standards bei Lebensmitteln einhalten“

10.03.2014 18:18

Augsburg/Brüssel. „Die hohen europäischen Standards bei Lebensmitteln müssen unbedingt eingehalten werden.“ Diesen Appell richtet der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Augsburg an die Verhandlungsführer, die in der vierten Verhandlungswoche in Brüssel über ein „Transatlantisches Freihandels- und Investitionsabkommen“ zwischen der USA und der Europäischen Union (EU) beraten. Der Diözesanrat begrüßt das Vorhaben beider Partner zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, nachhaltigen Steigerung der Wirtschaftskraft sowie zur Sicherung bestehender und Bereitstellung neuer Arbeitsplätze. Faire Handelsbedingungen seien eine wichtige Voraussetzung für eine verantwortungsvolle, verlässliche und partnerschaftliche Zusammenarbeit weltweit. Die hohen europäischen Erzeugungs- und Verbraucherstandards bei Lebensmitteln dürften darunter jedoch nicht leiden.

„Deshalb hoffen wir sehr, dass die deutschen Verhandlungsführer bei der wirtschaftlichen Harmonisierung zwischen der EU und den USA darauf achten, dass das Abkommen am europäischen Agrarmodell einer flächendeckenden, multifunktionalen und nachhaltigen Landwirtschaft festhält. Auch unsere bayerische, von bäuerlichen Familienbetrieben geprägte Landwirtschaft, darf durch das Abkommen weder beeinträchtigt noch gefährdet werden“, so Diözesanratvorsitzender Helmut Mangold.

Folgende Punkte möchte der Diözesanrat in ein „Transatlantisches Freihandels- und Investitionsabkommen“ fest verankern: 

  • Analoge Anwendung der hohen europäischen Produktstandards in der Landwirtschaft für Agrarimporte aus den USA
  • Beibehaltung der hohen europäischen Verbraucherstandards bei der Lebensmittelsicherheit
  • Beibehaltung des Verbots des Klonens von Tieren für die Lebensmittelerzeugung und des Verbots des Einsatzes von Hormonen in der Milch- und Fleischproduktion
  • Festlegung besonderer Schutzvereinbarungen für sensible Agrarprodukte wie z. B. ausgewählte Milchprodukte und Fleisch sowie für geschützte Ursprungsbezeichnungen
  • Klare Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln auch aus den USA

Zugleich appelliert das beratende Gremium der Diözese Augsburg an alle deutschen Verbraucher, nach Abschluss der Verhandlungen in Brüssel auf die Kennzeichnung „gentechnisch veränderte Lebensmittel“ zu achten. „Aus unserer christlichen Verantwortung gegenüber den Ärmsten auf unserer Erde ist es uns ein besonderes Anliegen, Börsenspekulationen mit Nahrungsmitteln zu erschweren, um die dadurch hervorgerufene Teuerung von Grundnahrungsmitteln wie Weizen, Mais und Soja zu verhindern“, so Josef Miller, Vorsitzender des Sachausschusses „Land“ im Diözesanrat und bis 2008 Bayerischer Landwirtschaftsminister.

Die Erklärung hierzu finden Sie hier: https://bistum-augsburg.de/index.php/bistum/Raete-Kommissionen/Dioezesanrat/Erklaerungen/Positionspapier-Transatlantisches-Freihandels-und-Investitionsabkommen-_id_100000