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P. Anton Rauscher SJ zum 90. Geburtstag

Zu tiefem Dank verpflichtet

06.08.2018

Am 8. August begeht eines der renommiertesten früheren Mitglieder des Augsburger Diözesanrats, Pater Anton Rauscher SJ, emeritierter Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der Universität Augsburg, seinen 90. Geburtstag. In tiefer Dankbarkeit wünscht der Augsburger Diözesanrat seinem ehemaligen Bischöflichen Beauftragten weiterhin Gottes Segen für gute Gesundheit und alle gesellschaftswissenschaftlichen Arbeiten.

Professor Rauscher wurde 1990 von Bischof Josef Stimpfle als geistlicher Vertreter des Bischofs zum Bischöflichen Beauftragten des Diözesanrats berufen. Er hat dann zwei Amtsperioden bis 1998 dieses Amt ausgeübt. Sein ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität, der derzeitige Weihbischof Anton Losinger wurde dann von Bischof Viktor Josef Dammertz zu seinem Nachfolger ernannt. Damit konnte die inhaltliche Arbeit des Diözesanrats auf den Gebieten der christlichen Soziallehre nahtlos fortgesetzt werden.

Für den Diözesanrat war es ganz entscheidend, dass sich Pater Anton Rauscher nie nur auf sein wissenschaftliches Fachgebiet zurückgezogen hatte, sondern immer das Bedürfnis hatte, die Katholische Soziallehre allen Schichten der Gesellschaft zugänglich zu machen. Da er nicht nur Philosophie und Theologie, sondern anschließend auch Volkswirtschaft studiert hatte, war das eine ideale Grundlage für diese vielfältige Aufgabe.

Der Diözesanrat konnte in den Jahren seiner Mitgliedschaft intensiven Nutzen für den Weltauftrag des Gremiums ziehen. P. Rauscher war ja nicht nur Professor an der Universität, ein ganz wesentlicher Teil seines Engagements war die Leitung der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle (KSZ) in Mönchengladbach, die in den Jahren unter seiner Leitung über 350 Hefte der Reihe „Kirche und Gesellschaft“ zu fast allen relevanten Themen der Gesellschaftswissenschaften publiziert hat. Diese auch für Laien gut lesbaren Hefte waren für die Tätigkeit des Diözesanrats eine wesentliche Arbeits- und Diskussionsgrundlage.

Trotz seiner vielfältigen weiteren Verpflichtungen hat P. Rauscher in den Gremien des Diözesanrats intensiv mitgearbeitet. Er hat in kaum einer Sitzung des Vorstands gefehlt und bei Vollversammlungen fühlte er sich nicht nur zur Anwesenheit verpflichtet, er brachte sich auch intensiv ein. Einige Beispiele mögen das verdeutlichen. Sie sind jedoch nur ein winziger Ausschnitt seiner vielfältigen Mitarbeit im Diözesanrat.

Schon bei der ersten Vollversammlung seiner Amtszeit mit dem Thema „Ehe und Familie heute“ gab er in einem Referat einen Überblick über die Situation von Ehe und Familie in einer veränderten Gesellschaft, in der die Ehe oftmals als veraltete Institution angesehen werde.

Eine Vollversammlung im Jahre 1991 befasste sich mit dem 100-jährigen Jubiläum der Sozialenzyklika „Rerum Novarum“. Hier war Prof. Rauscher ein ganz wichtiger Referent und der Diskussionsleiter. Die Vollversammlung im Frühjahr 1993 befasste sich mit dem Thema „Verantwortung für die Schöpfung“. Auch hier leistete der Bischöfliche Beauftragte einen wesentlichen Beitrag. Er meinte, „wer Gott als Schöpfer ernst nehme, der sei verpflichtet, sein Werk, die Schöpfung ebenso ernst zu nehmen.“ Ökologische und wirtschaftliche Belange sollten miteinander vereinbart werden.

Ein auch heute wieder sehr relevantes Thema war Inhalt der Vollversammlung im Frühjahr 1998: „Füreinander – Miteinander. Den Grundkonsens der Demokraten erneuern“. Auch hierzu stellte Prof. Rauscher in seinem einführenden Referat viele grundsätzliche Tatsachen und Notwendigkeiten vor. Er mahnte, demokratische Parteien sollten dialog- und konsensfähig sein. Das Gemeinwohl sei gefährdet, wenn sich die Parteien gegenseitig blockieren. Es sei problemorientiertes Handeln anstelle rein taktischer Überlegungen nötig.

Bei seiner Verabschiedung als Bischöflicher Beauftragter hat P. Anton Rauscher wohl am deutlichsten gesagt, was das Anliegen seiner Mitarbeit im Diözesanrat war: „Mit meiner Arbeit im Diözesanrat sah ich eine Möglichkeit, dazu beizutragen, dass in unserer Kirche in Deutschland die lange Tradition christlich-sozialen Denkens möglichst alle erfasst. Ich glaube, dass die Aufgaben, die auf uns Christen in Deutschland zukommen, uns herausfordern werden, und zwar dergestalt, ob unser Glaube so viel Substanz hat, dass wir wirklich Salz der Erde sein können.“ Er gab damit dem Diözesanrat klare Wegweisung, auch in Zukunft für die Werteordnung in der Gesellschaft wesentliche Beiträge zu leisten.

Der Diözesanrat Augsburg ist Prof. Anton Rauscher zu tiefem Dank verpflichtet für alle substantiellen Impulse und Beiträge, die er zur Arbeit dieses Gremiums geleistet und damit Wesentliches für eine gute Zukunft der Menschen beigetragen hat. Unser himmlischer Vater schenke ihm noch viele gute Jahre!

(für den Diözesanrat von Helmut Mangold)