Einsatz für Religionsfreiheit – Gegen Diskriminierung und Verfolgung von Christen

28.10.2017 21:14

 

SITUATION

Die Freiheit des Glaubens und der Religionsausübung ist in unserem Grundgesetz gesichert. Als Menschenrecht beansprucht die Religionsfreiheit internationale Anerkennung. In vielen Teilen der Welt ist dieses Menschenrecht keine Selbstverständlichkeit. Geradezu existenzbedrohend wirkt sich der gewalttätige Islamismus auf das Christentum im Nahen Osten aus. Aber auch andere Glaubensgemeinschaften sind von Verfolgung bedroht, wie Muslime in Myanmar und Jesiden im Nahen Osten. Die Lage verfolgter religiöser Minderheiten ist teilweise dramatisch und erfordert unseren Einsatz.

APPELL

Der Diözesanrat der Katholiken fordert angesichts der zunehmenden Verfolgung von Christen dazu auf, die Religionsfreiheit als grundlegendes Menschenrecht umfassend zu verteidigen und zu fördern.

  • Die Bundesregierung und die politischen Parteien sollen Maßnahmen ergreifen, sei es auf nationaler oder internationaler Ebene, um die Religionsfreiheit in der Welt zu sichern. Auf europäischer Ebene ist an die OSZE zu appellieren, eine Vorreiterrolle im Einsatz gegen Christenverfolgung zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass dieses Thema zu einem primären Anliegen der europäischen Politik wird.
  • Die Medien werden aufgefordert, die Religionsfreiheit als ein grundlegendes Menschenrecht wieder stärker ins Bewusstsein zu rufen und sich durch verantwortungsbewusste Berichterstattung für ein friedliches Zusammenleben aller Religionen einzusetzen.
  • Die Kirchen und Religionsgemeinschaften müssen (weiterhin) allen „das Recht auf Freiheit von äußerem Zwang in religiösen Dingen“1 zugestehen sowie sich mit anderen Religionen „aufrichtig um gegenseitiges Verstehen bemühen und gemeinsam eintreten für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen“, wie es das Zweite Vatikanische Konzil in Hinblick auf das christlich-muslimische Verhältnis formuliert hat.2
  • Wir selbst dürfen nicht tatenlos der Diskriminierung und Verfolgung von Christen auf der Welt zusehen. Gebete und Fürbitten in den Gottesdiensten müssen unser Beitrag sein, das Los der verfolgten Menschen zu lindern. Unterstützen wir auch die kirchlichen Organisationen wie beispielsweise Kirche in Not, Open Doors, missio und Caritas, deren Mitarbeiter teilweise unter Gefahr für ihr eigenes Leben den verfolgten Menschen helfen, bei ihrer Arbeit.

Verabschiedet von der Vollversammlung des Diözesanrats am 28.10.2017.

 

1) Dignitatis humanae (Erklärung des 2. Vat. Konzils über die Religionsfreiheit), 7 und 9  

2) Nostra aetate (Erklärung des 2. Vat. Konzils über das Verhältnis zu den nicht-christlichen Religionen), 4.