5. Zwischen 1970 und 2000

"Hier ist etwas in unserem Bistum gewachsen, das ich nicht mehr missen möchte", so fasste Bischof Stimpfle die Bedeutung des Diözesanrats auf seiner konstituierenden Sitzung am 20. Oktober 1978 zusammen. Und er fuhr fort: "Im Volke Gottes haben alle die gleiche Würde, es besteht keine Ungleichheit, alle haben an der Aufgabe der Kirche - jeder an seinem Platz und nach seinen Möglichkeiten - gemeinsame Verantwortung zu tragen. Die Hirten der Kirche stehen im Dienste ihrer Mitbrüder, aller Getauften und Gefirmten und haben die Aufgabe, sie zu befähigen, ihren Beitrag an der Heilssendung der Kirche zu leisten".

Dabei zählte der Bischof auf den Sachverstand und Rat des Diözesanrats als "Dienst nach innen" für ihn selbst, die Mitarbeiter im Domkapitel und alle Priester in der Diözese. Andererseits unterstrich der Bischof die Eigenverantwortung des Gremiums "nach außen" in allen Fragen des öffentlichen, geschäftlichen, gesellschaftspolitischen, sozialen, kulturellen und geistesgeschichtlichen Lebens.

Das Engagement der Christen in Kirche und Welt als Teilhabe an der Sendung des ganzes Volkes Gottes bewegt sich zwischen "Heilsdienst" und "Weltdienst", die zwar zu unterscheiden, aber nicht zu trennen sind. Dieser Doppelcharakter des christlichen Lebens spiegelt sich auch in den Laienräten, die bemüht sind, in ihrem Tun Zeugnis für Christus zu geben und so sich selbst, die Gemeinschaft der Kirche und die Gesellschaft im Geist des Evangeliums zu erneuern.

Vollversammlung des Diözesanrats 1979

Es ist also naheliegend, dass den Diözesanrat in den 30 Jahren seines Bestehens die Frage nach seinem Selbstverständnis immer wieder beschäftigt hat - und das bis heute - und damit zusammenhängend auch die Frage nach den praktischen Möglichkeiten des Gremiums. Einblick in diese Auseinandersetzung und in die konkrete Arbeit gibt der "Bericht des Vorsitzenden" der einzelnen konstituierenden Vollversammlungen.

5.1 Aufgaben nach innen

Als von der Katholischen Aktion übernommenes Erbe führte der Diözesanrat in den ersten Jahren die Schulungen für Ehrenamtliche an der Basis sowie auf der mittleren Ebene weiter.

Vollversammlung des Diözesanrats 1982

Auf der Vollversammlung des Diözesanrats 1982 sprach Amalie Lommer (Mitte) über die Stellung der Frau in der Kirche, links Seelsorgeamtsleiter Max Ziegelbauer, rechts Vorsitzender Hubert Müllegger

Hinzu kam in den ersten Jahren der Einsatz für diözesane Großveranstaltungen wie die Gestaltung von Wallfahrtstagen, regionalen Katholikentagen oder 1975 die Romwallfahrt für Pfarrgemeinderäte aus Anlass des Heiligen Jahres. Damit wollte der Diözesanrat Impulse sowohl für das religiöse und geistige Leben, als auch für das Wirken der Kirche in der Gesellschaft vermitteln.

Im Rückblick des Vorsitzenden auf 20 Jahre Diözesanrat wird deutlich, dass durch die frühere Arbeit der Katholischen Aktion das Fundament gelegt worden ist für spätere diözesane Einrichtungen, die heute noch wirksam sind: "Die Bildungseinrichtungen von heute gehen auf die Seminararbeit von damals zurück. Die Eheseminare, die Ländlichen Seminare, Soziale Seminare und andere entwickelten sich zur katholischen Erwachsenenbildung, die heute in der DiAG [Diözesane Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung] zusammengeschlossen ist. Die Brautleutekurse haben sich als Konsequenz der Eheseminare von damals entwickelt." All das aber hatte zur Folge, dass nach und nach andere Einrichtungen vormals Aufgaben der Katholischen Aktion und des Diözesanrats übernahmen. Dazu gehören auch die Schulungen und Angebote für Pfarrgemeinderäte und auf Dekanatsebene.

Ein wesentliches Anliegen des Diözesanrats ist bis heute, den Kontakt zu den Pfarrgemeinderäten zu halten und für ihre Arbeit konkrete Hilfen anzubieten. Über die Dekanatsvertreter sollen Themen- und Problembereiche, die dem Diözesanrat wichtig sind, an die Basis weitergegeben werden. Die Übertragung von solchen Themen und Anregungen in die Dekanate hinein war und ist allerdings bis heute nicht leicht. Andererseits fehlt dem Diözesanrat oftmals das Echo aus den Dekanaten, um die Anregungen, die von der mittleren Ebene kommen, in seine Arbeit mit einzubeziehen.

Um hier den Informationsfluss zu verbessern, wurde 1974 ein Mitteilungsblatt ins Leben gerufen, das sich insbesondere an die Pfarrgemeinderäte richtet. Seit Dezember 1996 trägt es den Namen "Diözesanrat aktuell". Das viermal im Jahr erscheinende Informationsblatt berichtet über aktuelle Vorgänge der Laienarbeit in der katholischen Kirche, vornehmlich der Diözese Augsburg sowie über die Aktivitäten des Diözesanrats selbst und seiner Sachausschüsse.

Augsburger Diözesansynode 1990

Von Anfang an war dem Diözesanrat die Vorbereitung der Pfarrgemeinderatswahlen anvertraut, eine Aufgabe, die er bis heute wahrnimmt. Was diese Wahlen betrifft, ist seit einigen Jahren zu beobachten, dass die Pfarreien immer größere Schwierigkeiten haben, genügend Kandidaten zu finden.

Wesentliche Arbeit leistete der Diözesanrat zur Vorbereitung und Durchführung der Augsburger Diözesansynode von 1990. Auf seiner konstituierenden Vollversammlung im November 1990 fasste der Vorsitzende des Diözesanrats die Vorbereitung der Synode folgendermaßen zusammen:

"Die erste Phase war die der Kritik und die skeptische Frage, was die Synode bringen kann. Diese Phase wurde jedoch abgelöst von der Bereitschaft zur Mitarbeit in der Synode. Es wurde erkannt: Der Bischof erwartet den Rat und die Mitarbeit der Synode, um ein Konzept für die Seelsorge, die den Erfordernissen unserer Zeit entspricht, zu entwickeln. [...] Die dritte Phase war die konkrete Mitarbeit unserer Mitglieder an der Vorbereitung und in der Synode selbst. Die Vollversammlung, der Vorstand und die Sachausschüsse beschäftigten sich mit den Themen der Synode. Einzelne Mitglieder, besonders aber die 28 gewählten Synodalen aus dem Diözesanrat setzten sich in den Dekanatsräten und Pfarrgemeinderäten werbend und aufklärend für die Synode ein. Hier galt es allerdings, zuerst auch die Seelsorger für die Synode zu gewinnen." Nicht zuletzt beschäftigte sich diese Synode auch mit Sendung und Aufgabe der Laien. Es wird weiter darauf ankommen, ob die Augsburger Synode in Vergessenheit gerät oder im Leben der Pfarrgemeinden wirksam wird. Hier haben die Räte insgesamt eine bleibende Aufgabe.

Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz

Wie groß oftmals der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist, macht die bis heute immer wiederkehrende Klage deutlich, dass die Beratungsfunktion des Diözesanrats von der Bistumsleitung nicht oder kaum wahrgenommen würde. Wenn das Gremium als Ganzes auch zu wenig in seiner Beratungsfunktion eingesetzt wird, so sind doch einzelne Mitglieder in ihrer Eigenschaft als Diözesanräte in anderen diözesanen Gremien, beispielsweise im Diözesanpastoralrat präsent und können dort Anliegen und Sichtweise der Laien in bestimmten Fragen einbringen.

Für Irritationen sorgte 1997 die "Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester". Sie wurde von vielen dahingehend missverstanden, als würde die katholische Kirche die Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Bedeutung der Laien in der Kirche und des nachsynodalen Schreibens "Christifideles laici" über die Berufung und Sendung der Laien in Kirche und Welt von 1988 zurücknehmen und die Laien ins zweite Glied degradieren. Insbesondere schien die innerkirchliche, pastorale Mitarbeit der Laien in den pfarrlichen Räten infrage gestellt.

Hilfreich waren in diesem Zusammenhang die kirchenrechtlichen Klarstellungen von Bischof Viktor Josef Dammertz, wonach "Pfarrgemeindarat und Kirchenverwaltung auf der Grundlage der bisher geltenden Satzungen weiterarbeiten werden".

5.2 Hineinwirken in die Welt

Das Wirken des Diözesanrats in die Gesellschaft hinein geschah in dem wachsenden Bewusstsein, dass durch ihn die Kirche in der Welt präsent sein sollte. Entsprechend intensiv war sein Engagement bei der Gestaltung des gesellschaftspolitischen Bereichs im christlichen Geist.

Als beispielsweise in den 70er Jahren das Wohnungsproblem der "Gastarbeiter" akut wurde, führte der konkrete Einsatz des Diözesanrats mit dazu, dass die Diözese Augsburg als erste Diözese der Bundesrepublik bereit war, leer stehende Pfarrhöfe für Gastarbeiterfamilien zur Verfügung zu stellen.

Das Familienferienheim in Nonnenhorn, das besonders finanziell schwächeren Familien und Familien mit Kindern einen erholsamen Urlaub ermöglichen möchte, geht auf das seit Jahren bewährte Zusammenwirken im Wissen um die Verantwortung für die Familie zwischen Diözesanrat und Familienbund zurück.

Immer wieder meldete sich der Diözesanrat zu Wort, wenn Gesetzentwürfe oder Gesetzesänderungen zwischen den Parteien diskutiert wurden, wie § 218, Freigabe der Pornographie, Reform des Eherechts, Rentenanpassung, Jugendhilfegesetz, Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare, um nur einige Themen zu nennen. In ungezählten Erklärungen und Stellungnahmen hat das Gremium in 30 Jahren sachkundig seine Position in der Öffentlichkeit vertreten.

Vollversammlung des Diözesanrats 1981

Vollversammlung des Diözesanrats 1981, von links Referent Willibald Leierseder, Vorsitzender Hubert Müllegger, Referentin Sr. Dr. Gerburg Vogt, Kommissionsleiter Johann B. Weber.

Manche dieser Themen wirkten zurück auf die innerkirchliche Auseinandersetzung - so etwa die Ehe- und Familienarbeit nach dem Erscheinen der Päpstlichen Enzyklika "Humanae vitae" von 1968 (also noch im Rahmen der Katholischen Aktion bzw. des Diözesanrats im Aufbau) und mit Beginn der Gesetzgebung zum Thema Abtreibung Anfang der 70er Jahre. Die Haltung der katholischen Kirche etwa zur Empfängnisverhütung verunsicherte viele aktive Christen. Es herrschte mancherorts eine aggressive und kritische Stimmung der Kirchenleitung gegenüber. Auch die Mitglieder des Diözesanrats standen mitten in dieser Auseinandersetzung. Als Angehörige einer kirchlichen Einrichtung wurden sie oft auch als Verteter der offiziellen Kirche angesehen und entsprechend angegriffen. Da galt es, differenziert zu argumentieren und Brücken zu bauen zwischen den unterschiedlichen Einstellungen.

Eine Zerreißprobe für die Kirche in Deutschland allgemein war die über mehrere Jahre gehende Diskussion um Verbleib im oder Ausstieg aus dem gesetzlichen System der Schwangerenkonfliktberatung, der sich auch der Augsburger Diözesanrat stellen musste.

Vom Diözesanrat unternommene Unterschriftenaktionen zum § 218 (1974), zum "Kruzifixurteil" (1995) und zum Sonntagsschutz (1999) fanden ein breites Echo.

Dem Diözesanrat geht es in seinem gegenwärtigen Engagement darum, im Dialog zu bleiben mit Parteien und anderen gesellschaftlichen Kräften. Dieser Dialog betrifft einmal Fragen aus dem sozialen Bereich, beispielsweise die Arbeitslosigkeit und hier wiederum die Jugendarbeitslosigkeit, die soziale Stellung der Familie oder der Schutz des Lebens von seinem Beginn bis zum Tod. Es gehören aber auch Fragen der Sozialethik dazu, etwa die neuen Möglichkeiten der Gentechnik mit ihren nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Manipulation menschlichen Lebens. Anliegen des Diözesanrats ist es, die christlichen Werte weiterhin in der breiten Öffentlichkeit zu Gehör zu bringen, damit auch durch ihn die Kirche eine wichtige Stimme im Konsens der Grundwerte unseres Landes bleibt.

5.3 Strukturelle Anpassungen

Die strukturbedingte Zusammensetzung des Diözesanrats erschwerte in den 70er Jahren seine Arbeitsmöglichkeiten erheblich. Die Vertreter der Regionen waren als ehrenamtliche Mitarbeiter nicht in der Lage, die verschiedenen Anregungen und Anliegen in die Dekanate der von ihnen vertretenen Regionen weiterzugeben bzw. zu vermitteln. Außerdem änderte sich die Zahl der Regionen wiederholt. Auch der Gedankenaustausch der Organisationsvertreter mit den von ihnen mit vertretenen Verbänden funktionierte nicht in jedem Fall.

Mit der zwischen 1976 und 1978 vorgenommenen Satzungsänderung des Diözesanrats, die der diözesanen Neuordnung vom 1. Januar 1974 mit nunmehr acht Regionen und 35 Dekanaten Rechnung trug, war zunächst beabsichtigt, dass der Diözesanrat je einen Vertreter der Dekanatsräte, bis zu 35 Vertreter katholischer Verbände und Organisationen, die dem Seelsorgeamt zugeordnet waren sowie weitere sachkundige Persönlichkeiten, die je zur Hälfte vom Bischof und vom Diözesanrat zu berufen waren, umfassen sollte, wobei die Zahl der zu Berufenen ein Viertel der Gesamtzahl nicht übersteigen durfte.

Nach zahlreichen Gesprächen mit der Bistumsleitung und Diskussionen im Gremium selbst, einigte man sich schließlich auf die Zahl 18 für Verbandsvertreter und Berufene. Diese Fassung wurde am 8. April 1978 in Kraft gesetzt.

Eine weitere Frage war, ob und in welcher Weise die Regionalsekretäre Mitglied im Diözesanrat werden könnten. Diese Überlegung war getragen von dem Wunsch, eine möglichst gute und direkte Zusammenarbeit zwischen Region und Laiengremium zu gewährleisten. Bis heute werden die Regionalsekretäre als Gäste zu den Vollversammlungen eingeladen. Vor allem in den 80er Jahren gab es eine fruchtbare Zusammenarbeit bei der Durchführung von Schulungen und Informationstagungen.

Die letzte Satzungsänderung des Diözesanrats von 1996 bezieht sich auf die Anzahl der vom Bischof zu berufenen Mitglieder. Von den ursprünglich 18 wurden dem Diözesanrat vier Berufungsmöglichkeiten abgetreten, so dass der Bischof nun bis zu 14, der Diözesanrat seinerseits bis zu vier weitere "Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens oder des Laienapostolats" wählen kann.

Zur Unterstützung der Arbeit der Vollversammlung und des Vorstands hat sich die Bildung von Sachausschüssen bewährt. Sie geben wichtige Impulse für die Arbeit des Diözesanrats und unterstützen diese tatkräftig. Handreichungen und Studientage und nicht zuletzt viele Themenvorschläge für Vollversammlungen gehen auf ihr Engagement zurück.

Die Arbeit des Diözesanrats wurde selbstverständlich auch beeinflusst von unterschiedlichen Positionen der einzelnen Mitglieder. Bei den inhaltlichen Diskussionen prallten die Meinungen oftmals hart aufeinander und nicht immer gelang es, um der Sache willen konstruktiv im Gespräch miteinander zu bleiben. In solchen Situationen erforderte es besonders viel persönlichen Einsatz, Gespräche und Kontakte, um wieder zur Gemeinschaft untereinander zu finden. Es ist Teil des dialogischen Lernprozesses, diese Momente in echtem Miteinander, in Akzeptanz der Einzelnen auch mit ihren gegensätzlichen Meinungen, durchzustehen und zusammen für die Erneuerung der Gesellschaft im Zeichen der Liebe zu leben und zu arbeiten.

25 Jahre Diözesanrat: Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz (ganz links) ehrt Dr. Hans Gaugenrieder (links) und Hubert MÜllegger mit der Ulrichsmedaille; rechts der amtierende Diözesanratsvorsitzende Helmut Mangold (1995)

Was lässt sich im Rückblick auf 30 Jahre Diözesanrat sagen? Einige Beobachtungen.

Der Diözesanrat ist aus der ehrenamtlichen Laienarbeit der Diözese nicht mehr wegzudenken, seine Existenz und Mitarbeit ist in gewissem Sinn also selbstverständlich geworden. Andererseits ist festzustellen, dass er gerade bei den Laien an der Basis und vielerorts auch auf der mittleren Ebene immer noch nicht oder zu wenig bekannt ist. Ein wichtiger Bereich, der weiter zu verstärken ist, bleibt also die Öffentlichkeitsarbeit. Dazu möchte nicht zuletzt dieses Heft einen Beitrag geben.

Der Diözesanrat ist durch einzelne Mitglieder in anderen diözesanen Einrichtungen vertreten und dadurch an pastoralen Entwicklungen beteiligt. Andererseits arbeiten Angehörige anderer Abteilungen und Referate als berufene Mitglieder in den verschiedenen Sachausschüssen des Diözesanrats mit. Gerade in jüngster Zeit sind so verschiedene Veranstaltungen des Diözesanrats in Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen durchgeführt worden. Es ist aber auch kritisch zu bemerken, dass in anderer Hinsicht die Zusammenarbeit zwischen Diözesanrat und diözesanen Einrichtungen im Vergleich zu früheren Jahren nachgelassen hat.

Informations- und Kommunikationslücken haben die ehrenamtliche Laienarbeit von Anfang an begleitet, aber trotz der klar geregelten Vertretung der verschiedenen diözesanen Ebenen und kirchlichen Organisationen im Diözesanrat sind Kommunikation und Austausch insbesondere zu und von Pfarrgemeinderäten und Dekanatsräten weiter zu intensivieren.

Je mehr die pastorale Begleitung der Ehrenamtlichen "institutionalisiert", das heißt von Hauptamtlichen übernommen wurde, desto geringer wurde notgedrungen der Einsatz des Diözesanrats in diesem Bereich. Andererseits erscheint das ehrenamtliche Engagement des Diözesanrat heute - im Vergleich zur früheren Katholischen Aktion - in mancher Hinsicht selbst "verwaltet". Verbindliche Strukturen dienen gewiss der Wirksamkeit des Einsatzes, allerdings wäre der Laienarbeit am Übergang zum neuen Jahrtausend mit seinen Herausforderungen eine ähnliche begeisterte und begeisternde Aufbruchstimmung wie zu Zeiten des Zweiten Vatikanischen Konzils oder der Würzburger Synode zu wünschen.

In diesem Sinne unterstrich auf der konstituierenden Vollversammlung des Diözesanrats 1998 der gegenwärtige Vorsitzende die unverzichtbare Mitwirkung der Laienräte, um der Kirche den Weg ins neue Jahrtausend zu bereiten, und er schloss seinen Ausblick mit den ermutigenden Worten: "Wenn es uns gelingt, den regen Austausch von Meinungen und Informationen lebendig zu halten und alle an dem einen Ziel zu arbeiten, Mitglieder einer Kirche der Hoffnung und der Frohbotschaft zu sein, dann wird unsere Kirche sicher eine gute Zukunft haben."