Einleitung

Die Laienbewegung hat in Deutschland eine lange Tradition. Als in Italien in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts die "Azione Cattolica" als Reaktion auf den Faschismus ins Leben gerufen wurde, existierte in Deutschland bereits ein Verbandskatholizismus, der seine erste Bewährungsprobe hinter sich hatte.

Infolge der 1848 frisch erworbenen Assoziationsrechte für Katholiken und Befreiung der Kirche aus staatlicher Bevormundung gründeten sich in Deutschland viele "Piusvereine für religiöse Freiheit". Im Oktober desselben Jahres kam es in Mainz zu ihrer ersten Generalversammlung ("Katholikentage"). Der "Katholische Verein Deutschlands", zu dem sich die Piusvereine zusammenschlossen, wählte 1868 erstmals ein "geschäftsführendes Zentralkomitee". Um während des Kulturkampfes im Preußischen Staat einem drohenden Verbot zu entgehen, löste sich das "Zentralkomitee" 1872 selbst auf. 1898 erfolgte die Wiederbegründung.

Die verschiedenen Ausdrucksformen des Apostolats und der Seelsorge waren die Antwort der katholischen Kirche auf die Herausforderungen, welche der politische, soziale und kulturelle Wandel des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts für die Christen mit sich brachte. Die Katholische Aktion spielte für dieses Erstarken christlichen Selbstbewusstseins eine wichtige Rolle. Sie nahm von Italien ihren Ausgang und prägte das christliche Engagement in vielen Ländern in unterschiedlicher Weise.

In der Diözese Augsburg wurde nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) mit der Entwicklung der Rätestruktur die Bezeichnung "Katholische Aktion" für die Laienbewegung abgeschafft, geblieben ist sie der Sache nach als Berufung und Sendung der Christen zu einem Apostolat, das alle Lebensbereiche einschließt, insbesondere die Heiligung der Welt.