Bildungstage 2022

Bericht zu den Bildungstagen 28. - 30.03.2022

Wenn du Märchenaugen hast…

unter diesem Titel standen unsere diesjährigen Bildungstage in Nonnenhorn vom 28.03. - 30.03.2022. Wie im Märchen, in dem oft der dritte Versuch zum Erfolg führt, ist es auch mit diesen Tagen gewesen. 2020 geplant, wegen Corona verschoben auf 2021 und dann wieder, pandemiebedingt, durften jetzt 2022, unser Leiter der Altenseelsorge, Diakon Robert Ischwang mit seinen Referentinnen Johanna Quis und Margaretha Wachter, 14 ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen in der Seniorenarbeit und Seniorenbetreuung, in die Welt der Märchen entführen.

Wenn du Märchenaugen hast,

  • kannst du die Welt in bunten Farben sehen, in Farben, die nur Menschen mit Märchenaugen sehen,
  • kannst du in Welten entfliehen, die sich nur dir entschließen,
  • kannst du das Geheimnisvolle in der Welt für dich erschließen,
  • kannst du dich selbst und deine Mitmenschen verstehen lernen,
  • kannst du in dir Fähigkeiten erkennen, die du nicht für möglich gehalten hättest,
  • kannst du Heilung und Versöhnung erfahren,
  • kann sich das Göttliche für dich in der Schöpfung erschließen.

Die Welt und sich selbst aus der Sicht der Märchenaugen zu sehen, wurde den Teilnehmerinnen durch abwechslungsreiche Methoden vermittelt: Symbolsprache verstehen lernen, Märchen hören, Märchen spielen, Märchen tanzen, Märchen selbst erfinden, Märchenbilder kennenlernen. Daraus entwickelten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Bausteine für ihre Arbeit, die sie mit nach Hause nehmen konnten.

Neben dem Gottesdienst der am letzten Tag zum Abschluss der Tage stattfindet, ist der gesellige Abend am zweiten Tag, ein Höhepunkt der Tage. Mit einem Potpourri von Ideen, viel Spass und Freude am Präsentieren dieser, gestalteten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen diesen Abend. Es war auch dieses Jahr wieder ein Feuerwerk der Kreativiät zu sehen, verstärkt dadurch, dass Frau und Mann endlich wieder etwas auf der Bühne der Seniorenarbeit zeigen konnten.

Abgerundet wurde alles mit einem Wortgottesdienst, der von Diakon Robert Ischwang geleitet wurde. Märchenaugen und Glaubensaugen sind sich manchmal recht ähnlich. Wenn „Hans im Glück“ mit leeren Händen als scheinbarer Dummling in dieser Welt nach Hause zu seiner Mutter kommt, dann ist es fast wie bei jenen, die Jesus auf seinem Weg zum Vater nachgefolgt sind. Sie finden ihr Glück mit den leeren Händen der Seligpreisungen: die Friedfertigen, die keine Gewalt anwenden, die Barmherzigen, die Trauernden. Diese Erkenntnis, dass wahrer Reichtum nicht in materiellen Werten gemessen wird, sondern in Maßeinheiten wie Zufriedenheit, Glück und das Gefühl geliebt und wertgeschätzt zu sein, ist eine Botschaft des Märchens, dass in unserer Zeit aktueller wie je ist. Und so waren der Krieg in der Ukraine und der Frieden in dieser Welt das Anliegen vieler Bitten.

„Bis zum nächsten Jahr“, so riefen sich zum Schluss viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu und wir hoffen, dass wir auch „Sie“, die sie diesen Artikel lesen, auch am schönen Bodensee begrüßen zu können. 

Margaretha Wachter, Gemeindereferentin