Sehnsucht nach Trost

10.12.2020 09:33

Sehnsucht nach Trost

Spürbar wird es an allen Ecken und Enden: die Menschen sind dünnhäutig geworden, der Mut und der Elan, den wir vielleicht am Anfang noch aufgebracht haben, sind verschwunden. Das Warten darauf, dass sich die Corona Situation ändert und wir wieder unser altes Leben aufnehmen können, zieht sich hin. Es fehlt die Perspektive. Die bleibende Verunsicherung zehrt an den Nerven. Dahinein mischen sich Gefühle von Wehmut und Trauer. So vieles fehlt in diesem Jahr. So vieles fehlt in dieser Vorweihnachtszeit. Stattdessen wächst das Bedürfnis nach Trost.

„Wo bleibst Du Trost der ganzen Welt?“ – diese adventliche Liedzeile bewege ich in diesen Tagen im Herzen. Ich summe und singe sie vor mich hin. Ja, wo bleibst Du? Welchen Trost bringst Du, Jesus? In welchem Gewand zeigt sich Deine Hilfe? Und: wie können wir Trost schenken in diesen unwirtlichen Zeiten? Billige Antworten helfen nicht weiter. Vertröstung macht das Gemüt nicht satt. Aber einander zu trösten und mich trösten zu lassen, dieser Gedanke allein hat schon etwas Tröstliches. Er erinnert mich daran, dass es Trostquellen gibt, die mich und andere aufmuntern. Die helfen weiterzugehen und einfach den nächsten Tag zu bestehen. „Nicht fragen, was morgen ist. Genug, dass heute Dinge mich finden, die Leben verheißen.“ (Sabine Naegeli) Diesen Trostgedanken trage ich derzeit in meiner Tasche.

Was oder wer tröstet Sie? Eine beruhigende Melodie, ein kleines Überraschungsgeschenk, ein ermutigendes Wort, ein stilles Gebet, das Licht einer Kerze, ein kraftvoller Gedanke, ein schönes Bild, eine neue Idee …? Lassen Sie uns liebevoll erfinderisch sein mitten in all den ungelösten Fragen dieser Zeit. Damit wir einander trösten und selbst nicht ohne Trost bleiben.

Dr. Elisabeth Thérèse Winter