Auf ein Wort

 
 

Urlaubszeit

Komm, leg die Sorgen beiseite
und lass die Sonne scheinen - in Deinem Gesicht!

Denk nicht: Ein schöner Urlaub heißt weit verreisen
und viel Geld ausgeben.
Es gibt genug Leute, die nach dem Urlaub
enttäuscht, ausgenommen und übermüdet
wieder in ihren Alltag zurückkehren.
Sie haben sich die ganze Zeit abgehetzt....

Sie sind ganz weit weg gewesen,
und sie haben viel zu viel und nichts wirklich gesehen
und nirgends sind sie zur Ruhe gekommen.

Ein guter Urlaub heißt: frei von der Uhr,
frei von allem Druck und jeder Hetze,
ohne Chef (ausgenommen den himmlischen),
unbeschwert schöne Dinge des Lebens genießen.

Ein guter Urlaub heißt: heiter und zufrieden sein
und auch die Menschen nicht vergessen,
die niemals Urlaub haben.

Vielleicht liegt dein schönster Urlaub ganz dicht an deiner Tür,
wo jemand auf ein bisschen Freude wartet
und auf eine Hand voll Glück.

Phil Bosmans

 

 

 

 

 

Zum Muttertag ein Tritt in die Eier der Väter

Pressemitteilung der Männerarbeit der EKD anlässlich des Werbeclips der Fa. EDEKA zum Muttertag

 

"In ihrem Werbeclip zum Muttertag hat die Supermarktkette EDEKA Väter pauschal als inkompetent im Umgang mit ihren kleineren und größeren Kindern gezeichnet. 'Richtige Männer' können darüber vielleicht schmunzeln. Auch wir haben Humor. Doch deshalb lassen wir es EDEKA noch lange nicht durchgehen!", kommentiert Gerd Kiefer, Vorsitzender der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland, die Aktion der Einzelhandelskette. Ein Augenzwinkern sei in der Bildsprache nicht zu erkennen.

"Den Vätern wird von EDEKA quasi ein 'Tritt in die Eier' verpasst; das ist das Niveau, auf dem da gearbeitet wird. Hier wird versucht, ein gesellschaftliches Klima zu vergiften, das längst von neuen und grundpositiven Männer- und Väterbildern geprägt ist."

Der einzige Gewinner dieses Spiels werde am Ende nicht der Supermarkt sein, so Kiefer, sondern "eine pseudohippe Werbefirma. Sie reiben sich angesichts der erwartbaren Empörung die Hände über hunderttausendfache Klicks. Dem Image des familienfreundlichen und nachhaltigkeitsorientierten 'Lebensmittelliebhabers' EDEKA wird die Strategie eher schaden."

Ein solcher Werbespot sei ein Schlag ins Gesicht für alle Mütter und Väter, die das Familienleben partnerschaftlich gestalteten und sich liebevoll und verantwortungsbewusst um ihre Kinder kümmerten. "Das tun sie auf je ihre Weise. Und deshalb ist es gut, 'dass Mama nicht Papa ist', sagte Gerd Kiefer in Kaiserslautern.

In der Männerarbeit der EKD sind sämtliche Einrichtungen der Männerarbeit evangelischer Landeskirchen zusammengeschlossen. Sie ist Gesellschafterin des Evangelischen Zentrums Frauen und Männer gGmbH.

 

Hier: Öffentliche Rüge des Werberates

 

 

 

 

Die Verstümmelung der Genitalien von minderjährigen Jungs ist in Deutschland ohne Strafe erlaubt. Deutscher Bundestag legalisiert 2012 die Vorhautamputation.

 

Zugegeben, das hört sich recht hart an. Doch seit dem Internationalen Männertag 2018 in Augsburg lässt mich das Thema nicht mehr los. Damals gab es eine Veranstaltung der Selbsthilfegruppe MOGIS. Die Berichte dieser Männer im Internet haben mich zutiefst bewegt und mich fragen lassen, was darf Religion bzw. ein Glaube einem Kind körperlich antun.

 

Während Genitalverstümmelung von Mädchen in unserem Land grundsätzlich verboten ist, ist dies bei den Jungs anders. Aus religiösen Gründen ist es erlaubt, den eigenen Söhnen die Vorhaut ohne deren Zustimmung zu amputieren. Am 12.12.2012 legalisierte der Deutsche Bundestag medizinisch nicht indizierte Vorhautentfernungen ("Beschneidungen") an minderjährigen Jungen aus jeglichem Grunde als Teil der elterlichen Personensorge in §1631 d BGB.

 

Ist es sinnvoll und richtig, die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft mit einer genitalen Verstümmelung zu dokumentieren?

 

Die Pressekonferenz am 7. Mai 2019 in Nürnberg ist gleichzeitig der Startschuss für die einjährige Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne "Mein Körper - unversehrt und selbstbestimmt", die den Dialog um das Thema Genitalverstümmelung in Deutschland initiieren wird. Denn medizinisch nicht notwendige Eingriffe am Genital verletzen das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und greifen die Würde des Kindes als Individuum an. Diese Genitalverstümmelungen werden oft als "Beschneidungen" verharmlost und unter dem Deckmantel kultureller oder religiöser Zugehörigkeiten bzw. häufig fragwürdiger medizinischer Begründungen entschuldigt. Genitalverstümmelung betrifft uns alle. Denn das Recht, über die eigenen Genitalien selbst zu entscheiden, ist ein Menschenrecht.

 

Ihr
Diakon Gerhard Kahl

 

 

 

 

 

Seit gut einer Woche ist die neue Gilette-Werbung in den sozialen Medien zu sehen.

Männer reagieren sehr aufgebracht. Eine Redakteurin der Augsburger Zeitung schreibt nach einigen Tagen einen Artikel auf Seite 1. Dazu folgender Leserbrief an die Redaktionsleitung Allgäu:

Leserbrief zum Artikel "Wann ist ein Mann ein Mann?" - Allgäuer Zeitung vom 22. Januar 2019, S. 1

 

Alte Rollenbilder vergiften die Seele des Mannes

Väter kümmern sich -auch dank der Elternzeit - viel intensiver um ihre Kinder. Sie erleben ihre Kinder und finden Gefallen daran. Untersuchungen zeigen: Wer Zeit mit seinen Kindern verbringt, lebt gesünder und intensiver. Heute genießen Großväter ihre Enkel und finden es schade, dass sie das Aufwachsen ihrer eigenen Kinder nicht so erlebt haben. Die Großväter holen vieles bei ihren Enkelkindern nach.

Männer, die nach den alten Rollenklischees leben, tun sich selbst nichts Gutes. Glücklicher, zufriedener und mit ihrer nächsten Umgebung in besserem Kontakt leben "moderne" Männer.

Der Rollenwandel befreit die Männerwelt von alten Rollenklischees, unter denen die Männer selbst leiden.

Der Werbespot des Rasierklingen-Herstellers bringt dies in knapper und zugespitzter Form auf den Punkt. Die toxische Männlichkeit ist die Art der Männer, die ihre Innenwelt verhärtet haben und der Zugang nach innen verstopft ist. Gleichzeitig bekämpfen sie sich selbst, weil sie es nicht zulassen können, Gefühle der Trauer, des Schmerzes oder der Angst zuzulassen. Die alten Rollenbilder vergiften die Seele des Mannes.

Da geht es nicht gegen die Frauen, sondern um uns Männer. Die Redakteurin hat die Thematik leider überhaupt nicht verstanden. Herzlicher Dank an die Werbebranche für das Engagement für die Seele des Mannes!!

 

Gerhard Kahl

 

 

 

 

Erntedank

 

"Warum soll ich mich überhaupt bedanken, das ist doch selbstverständlich, dafür habe ich doch bezahlt?!" So kann ein junger Mensch auf die Frage antworten, warum er sich nicht für die Serviceleistung eines sauberen Zimmers, eines guten Essens oder einer gelungenen Beratung bedankt hat.

Als Kinder sind wir von unseren Eltern und Lehrern angehalten worden, uns zu bedanken. Somit erfolgte das Danken zunächst eher aus Pflicht heraus. Aber mittlerweile habe ich erfahren dürfen, dass danke sagen auch mir selbst gut tut. Wie das? Ganz einfach: wenn ich mich bei jemandem bedanke, dann nehme ich mit einem anderen Menschen Kontakt auf, spreche ihn an und schenke ihm meine Wertschätzung. Ich freue mich über das, was er mir gegeben, vielleicht auch geschenkt hat. Das Gesicht, die Mimik des anderen verändert sich. Er fühlt sich wahrgenommen und wertgeschätzt als Person und in dem, was er für mich getan hat. Den anderen wiederum so wahrzunehmen, freut auch mich. Danke sagen tut mir selbst gut. Es weitet mein Herz und meine Gedanken. Es öffnet mich auch für das Göttliche und Heilige in unserer Welt

Vielen Menschen, die mir Gutes tun, kann ich danke sagen. Doch wem danke ich für die Geburt eines gesunden Kindes? Wem danke ich für die Heilung von einer Krankheit? Wem danke ich für das Glück einer gelungenen Beziehung?

Heute feiern die Katholiken in unserem Allgäu das Erntedankfest. Es ist logisch, dass es nicht nur um das geht, was wir zum Essen brauchen, sondern um viel viel mehr.

Versuchen Sie es und sagen Sie einem nahe stehenden Menschen danke für das, was er Ihnen Gutes getan hat - und sei es auch noch so wenig! Sie werden sehen und spüren, der Dank kommt zu Ihnen zurück.

Einen gesegneten Erntedanksonntag wünscht Ihnen

Diakon Gerhard Kahl

 

 

 

Männer brauchen eigene Angebote, damit Spiritualität für sie eine Bedeutung bekommen kann.

 

Dies meint zumindest Diakon Johannes Kiechle aus Dürrlauingen. In seiner Arbeit zur zweiten Dienstprüfung setzt er sich mit der Notwendigkeit auseinander, spirituelle Angebote für Männer zu schaffen.

 

In seiner Arbeit vergleicht er die Glaubenspraxis von Männern in seinem Dorf Dürrlauingen bei Günzburg heute und vor 30 Jahren. Früher waren die Männer in einen Tagesablauf mit regelmäßigem Gebet als auch in ein gelebtes Kirchenjahr mehr oder weniger gut eingebunden. Dies fällt heute praktisch vollkommen weg. Nur noch vereinzelt kommen Männer in der Pfarrei aktiv vor. Eben dann, wenn es etwas Konkretes zu tun gibt. Etwas hart formuliert, aber durchaus nachdenkenswert, spitzt er zu: Aus einer Religion der Väter im Alten Testament sei heute eine Religion der Priester und Mütter geworden.

 

Drei Punkte sind Johannes Kiechle wichtig:

  • Männer wünschen sich geistliche Angebote mit körperlicher Aktivität. Miteinander etwas tun und etwas organisieren oder schaffen ist gefragt.
  • Männer wünschen sich Glaube mit Bezug zum eigenen Leben.
    Männer erleben ihr Leben oft als Kampf. Dies kann ein Anknüpfungspunkt sein. Die alttestamentliche Bibelstelle vom Kampf Jabbok ist ein solches Beispiel. Kantige und kraftvolle Männergestalten tragen dazu bei, sich zu identifizieren und begeistern zu können: statt nur eines "weichgespülten" Gottesbildes muss auch die Rede von einem erhabenen, transzendenten und geheimnisvollen Gott sein.
  • Männer brauchen attraktive Rahmenbedingungen:
    Ein passendes Thema, geeignete Orte und interessante Zeitfenster als auch die Bewegung in der Natur sind entscheidend, um Männer zu bewegen, sich auf das Spiel- und Lebensfeld des geistlichen Lebens zu begeben.

 

Wer seine Arbeit über die Nachtwallfahrt in Dürrlauingen nachlesen will, kann es hier:

Gesegnete Fastenzeit!

 

Diakon Gerhard Kahl

 

 

 

 

 

 

 

ACHT WOCHEN AUF DEM JAKOBSWEG

Was im Inneren passiert

Diakon Gerhard Kahl über das tiefe spirituelle Erlebnis des Pilgerns

Vom Allgäu nach Südfrankreich: Nicht mit dem Auto oder dem Flugzeug, sondern zu Fuß, als Pilger auf dem Jakobsweg: Gerhard Kahl, Diakon in der Männerseelsorge des Bistums Augsburg, hat es ausprobiert und dabei nicht zuletzt die Kraft der Stille entdeckt. Acht Wochen lang war er von seinem Heimatort Altstädten bis nach Cahors unterwegs.

Sein 50. Geburtstag gab den Ausschlag für Kahls Pilgerprojekt. "Ich wäre gerne den ganzen Weg bis nach Santiago gelaufen, aber das hätte mindestens dreieinhalb Monate gedauert", sagt Gerhard Kahl. Acht Wochen aber waren machbar. Dass er die körperliche Herausforderung gut meistern würde, war schnell klar. Durch die Männer-Fußwallfahrt zur Wieskirche, die Kahl seit über 15 Jahren organisiert, aber auch durch die jährlichen Nachtwallfahrten der Männerseelsorge oder die 24-Stunden-Wallfahrt hatte der Familienvater Erfahrung im Pilgern. Sogar auf dem Camino Francés in Nordspanien war er schon unterwegs, 2013 mit Tochter Katharina und 2014 mit seiner Frau.

Was aber passiert, wenn ich ganz allein laufe, ganz mit mir selbst bin, wochenlang Zeit zum Nachdenken habe? Diese Frage hatte Kahl von Anfang an besonders gereizt. Mitte Juli 2016 war es soweit. Von Altstädten aus ging es nach einer ersten Station in der Pilgerherberge in Scheidegg durch die Schweiz und einen großen Teil von Frankreich. "Am ersten Tag bin ich gleich zu lang gelaufen und habe prompt eine Blase bekommen", sagt Gerhard Kahl. Mit der Zeit fand er sein Tempo. "Es war auch eine Auseinandersetzung mit dem inneren Antreiber, mit dem Gedanken, Leistung zu bringen, gut zu sein, schnell zu sein."

Einsame Wege

Dass er nur das Allernötigste mitgenommen hatte, erwies sich als hilfreich. Mit im Gepäck war aber u.a. ein Gebetsheft mit Schriftenlesungen. In verschiedener Weise, sagt Kahl, führe das Pilgern zum Wesentlichen. Besonders auf den teils sehr einsamen Wegen in der Schweiz - Kahl traf dort oft drei Tage lang keinen anderen Pilger - habe er viel über sein Leben nachgedacht: "Wo gab es Niederlagen, Verletzungen, Schicksalsschläge?", sagt Kahl.
Ein Lied kam ihm in dieser Zeit in den Sinn und ließ ihn nicht mehr los: "Ich steh vor Dir mit leeren Händen, Herr" von Huob Oosterhuis. Oosterhuis schrieb es nach dem Tod seines Neffen. "Ich habe mich in der Schweiz in jeder Kirche, an der ich vorbeikam, in den Mittelgang gestellt und dieses Klagelied aus Leibeskräften gesunden", erzählt er. "Das hat unglaublich gut getan."

Mit Gott auf dem Weg

Dass er die Stille und die Einsamkeit auf dem Weg als ebenso heilsam empfinden würde, hätte Kahl anfangs nicht gedacht. "Das hat mich selbst überrascht." Immer stärker habe er gespürt, wie sehr das Pilgern einen spirituellen Prozess in Gang setzt. Irgendwann, sagt Gerhard Kahl, war es dann auch ein anderes Lied, das er vor Gott brachte und oft auch beim Gehen sang oder summte: "Alle meine Quellen entspringen in Dir".

Zugleich gab es entlang des Wegs viele Begegnungen, die auf ihn warteten. U.a. lernte er im Kloster Einsiedeln ein ostdeutsches Pärchen kennen, das sich dafür interessierte, was es mit dem Glauben auf sich hat. Eine Woche lang waren die drei miteinander unterwegs. In einer Kirche erklärte Kahl ihnen den Innenraum des Gotteshauses, unterwegs erzählte er von seinen liebsten Bibelstellen. "Und wenn wir an eine Kapelle gekommen sind, haben wir gemeinsam gebetet und uns gesegnet. Mich hat das sehr berührt", sagt der Diakon.

Weil er das, was ihn bewegte, vor Gott bringen und mit Gott auf dem Weg sein wollte, betete er beim Gehen auch oft den Rosenkranz, besonders auch die neuen Rosenkranzgesätze, die er in einer Kirche in Österreich entdeckt hatte: "Jesus, der meine Zweifel mitträgt" oder "Jesus, der mir neues Leben schenkt", hieß es da zum Beispiel.

Auch sein Blick auf die Natur, die Tiere entlang des Wegs und die Schönheiten und Besonderheiten der jeweiligen Landstriche habe sich im Laufe der Zeit geschärft. "Da entsteht eine ganz große Achtung vor dem Leben".

Dazu kam, dass er überall freundlich und offen aufgenommen wurde. "Ich bin mit immer größerer Dankbarkeit gelaufen", sagt Gerhard Kahl: "Ich habe das Schwere und das Leid in meinem Leben wahrgenommen und gleichzeitig gemerkt, wie schön das Leben ist, wie dankbar ich sein kann, wie viel Kraft und wie viel Freude am Leben, an Gott und an der Natur in mir steckt.

Susanne Loreck
Mittwoch, 11. Oktober 2017 Kath. Sonntagszeitung

 

 

 

 

 

Sportbegeisterte Sportmuffel

Fünf Profi-Klubs laden ihre Fans ein, sich mehr zu bewegen und etwas für ihre Gesundheit zu tun.

Für den Schalker Fan Francesco Mattone ist es kein Problem, zu seinem Gewicht zu stehen. Dass er zu dick ist, ist Tatsache. Dies wissen nicht nur seine Freunde. Vor kurzem hat Francesco Mattone auf einer Pressekonferenz seines Herzensvereins FC Schalke 04 teilgenommen. Thema war das Projekt "Fußballfans im Training", das beim Klub derzeit mit der Deutschen Krebshilfe und dem Kieler Institut für Therapie- und Gesundheitsförderung läuft.

Francesco hat selbst bis Anfang 20 Fußball gespielt. Irgendwann gab es dann für den jetzt 47-jährigen Mitarbeiter des Jobcenters Gelsenkirchen nur noch den Job. Dann kam die Gemütlichkeit. Mit der Zeit bestand seine ganze Fußball-Leidenschaft nur noch darin, Spiele des FC Schalke 04 zu verfolgen. Sein Motto: "Naschen ja, Bewegung nein".

So ein Sportfan wie Francesco braucht schon einen erheblichen Anreiz, um sich zu bewegen. Er hörte von dem Fan-Projekt, und dies brach seinen inneren Widerstand. Unter dem Logo seines Klubs zu trainieren, das motivierte ihn.

Männer finden den Zugang zur Bewegung dort, wo sie am empfänglichsten dafür sind: z.B. auf ihrem liebsten Spielplatz, einem Fußballstadion. Bewerben können sich Männer zwischen 35 und 65 Jahren, deren Bauchumfang mehr als 100 Zentimeter beträgt. Die Männer trainieren und erhalten Infos zu Ernährung und körperlicher Aktivität. Bei Schalke ist auch der ehemalige Fußball-Profi Max Martin als Trainer bei den zwölf 90-minütigen Einheiten dabei.

Bewegung und Abnehmen fällt am leichtesten, wenn es tolle Anreize gibt.

Was ist bei Dir / bei Ihnen in Bewegung zu bringen?

Welchen Anreiz gibt es dafür?

 

Eine bewegende Fastenzeit wünscht

Diakon Gerhard Kahl

 

 

 

 

 

Männer sind in Bewegung

Bei uns in Augsburg gibt es zum zweiten Mal ein großes Rahmenprogramm rund um den Internationalen Männertag am 19. November 2016.

17 Organisationen und Initiativen sind beteiligt. Das Motto lautet: "Die Männer sind schon die Liebe wert". Das gesamte Rahmenprogramm ist auf unserer Homepage zu lesen.

(https://bistum-augsburg.de/Seelsorge-in-den-Generationen/Maennerseelsorge/Veranstaltungen/Internationaler-Maennertag-2016)

Augsburg wurde zur väterfreundlichsten Stadt erkoren. Die Zeitschrift Men`s Health DAD hat unsere Bischofsstadt unter den 30 größten Städten an Nummer eins gesetzt. Wir freuen uns mit der Stadtgesellschaft. Wir vom Fachbereich Männer möchten unseren Beitrag dazu leisten, dass Augsburg weiterhin väterfreundlich bleibt.

Männer sind in Bewegung. Manche, weil sie spüren, es ist gut, sich aus der bequemen "es war immer schon so"-Komfortzone herauszubewegen. Andere, weil sie sich bewegen müssen. Lebenspartnerinnen und Kinder als auch die Arbeitswelt fordern uns.

Das Rahmenprogramm lädt dazu ein, sich als Mann und Vater in Männergesellschaft zu begeben. Es gibt vielfältigste Möglichkeiten: vom Männeryoga bis zum Kochen und Backen mit Kindern und Enkelkindern, vom Vortrag über das Schweigen der Männer bis zum Fußballturnier für junge Männer, vom Wiedereinstieg nach der Familienpause bis zum Männergottesdienst im Haus St. Ulrich.

Eines finde ich bemerkenswert. Den Anfang setzt eine Frau und den Schlusspunkt setzt eine Frau. Wir Männer lassen uns humorvoll den Spiegel von Frauen vorhalten.

meint

Diakon Gerhard Kahl

 

 

 

 

 

 

Religiöse Fitness ist das Gebot der Stunde
Radiobeitrag "Gedacht, gesagt" (29. Mai 2016)

 

Manche meinen, die Religion verbannen wir aus dem öffentlichen Alltagsleben. Denn Religion ist Privatsache. Und dann sind wir den ganzen Hickhack um die Religion los.

Nun ist es aber so: jeder, dem etwas wichtig ist, zeigt das auch nach außen. Die einen zeigen mit Schals und Trikots, hinter welchem Verein sie stehen. Andere zeigen mit Firmensymbolen, für welche Marke sie sich begeistern können. Wieder andere zeigen mit religiösen Symbolen und besonderer Kleidung, welcher Glaubensrichtung sie sich zuordnen.

Bei uns in Deutschland, bei uns in Bayern, bei uns im Allgäu ist das doch irgendwie normal. Aber irgendwie scheint es für manche eben nicht normal zu sein.

Denn in letzter Zeit wird deutlich, die Glaubenssache ist nicht nur Privatsache. Der Glaube wird im Privaten gelebt, aber auch nach außen getragen. Die Katholiken haben dies beim Fronleichnamsfest am Donnerstag mit ihren Prozessionen gezeigt.

Sollen und können wir das Sichtbarwerden von Religion mit barocken Zwiebeltürmen und spitzen Minaretten, den großen Kreuzen am Wegesrand oder auf den Gipfeln, dem auch farbenfrohen Schleier der Muslima oder dem dunklen Ordensgewand der Christen oder gar dem katholischen Rosenkranz im Auto verbieten? Sollen und können wir es den einen erlauben, den anderen aber verbieten?

Es gehört zu den Menschenrechten, seinen Glauben ausüben und leben zu dürfen. Natürlich dürfen dabei andere nicht zu Schaden kommen. Es ist für ein zukunftsorientiertes und weltoffenes Allgäu nicht möglich, den einen die Religionsausübung zu erlauben und den anderen zu verbieten.

Meines Erachtens steht Folgendes dahinter: Die unbekannten Glaubensrichtungen machen Angst, weil ich nicht weiß, was sich dahinter verbirgt. Vielleicht bin ich auch in meinem Glauben nicht mehr daheim und habe die Tendenz, die Religion aus meinem Leben zart auszuklammern.

Meine Meinung: Es ist wichtig, sich mit religiösen Fragen, Ansichten und Haltungen zu beschäftigen. Dann werde ich religiös musikalisch und ich beginne, auf der religiösen Klaviatur zu spielen.

Für unser aller Zukunft ist es entscheidend, religiös trainiert und im Saft zu sein. Das betrifft alle Altersgruppen, die Alten, die Jungen und die Mitte.

Ich halte kein Plädoyer, aktiv eine Glaubensrichtung zu leben. Das wünsche ich als glaubender Mann jedem, dass er den Schatz des Glaubens erfahren darf. Aber für unser Zusammenleben im Allgäu wird religiöse Pluralität die Zukunft sein, ob ich das will oder nicht. Deshalb müssen wir uns alle mit den verschiedenen Religionen, Sitten und Gebräuchen der im Allgäu lebenden Männer und Frauen auseinandersetzen,

meint

Diakon Gerhard Kahl

 

 

 

 

 

Rasur für alle

 

Immer wieder lese ich von bemerkenswerten Männern. Vor kurzem von Pascal Jahn, 34, der seit 15 Jahren Friseur ist. Seit einem halben Jahr führt er in Aachen den "Frankenberger Barber & Social Club - exklusiv für Männer. Dort können Männer ein Bier trinken, während ihnen Bart und Haare gemacht werden.

Und nun wird es interessant. Scheinbar regt es auf, dass es einen Friseur nur für Männer gibt. Am Eingang seines Geschäfts ist zu lesen, dass Frauen hier unerwünscht sind. Doch dieses Frauenverbot erregt Unmut und hat sichtbare Folgen. Am Ladenfenster standen mit Graffiti die Worte "Rasur für alle". Das Auto des Friseurs wurde zerkratzt und das Schaufenster mit Lippenstift beschmiert.

Frauen haben ihre Räume, wo sie unter sich sind. Können es manche Zeitgenossen nicht zulassen, dass es auch eine Männeroase gibt? Der Friseur sagt schon, dass Frauen kurz reinkommen können, um einen Gutschein zu kaufen oder einen Termin für ihre Männer auszumachen. Aber Händchenhalten mit den Männern gehe in seinem Laden nicht, so das Haarkünstler.

Was stört denn die Atmosphäre, wenn Frauen da sind? Jahn antwortet sehr klar: "Wenn sich hier fünf Männer ohne Filter unterhalten und dann kommt das Gequake von den Frauen dazwischen, dann wäre die Stimmung schlagartig im Keller. Und wenn eine hübsche Frau hereinkommt, werden die Männer zu Jägern." Jahn möchte dies nicht.

Auf die Frage, warum er jetzt nach 15 Jahren als Friseur auf die Idee kommt, einen reinen Männershop zu eröffnen, kommt die Antwort: "Ich hatte vor diesem Laden zwei Friseursalons. Da standen immer die Frauen im Vordergrund. Aber ich wollte, dass auch Männer die Zeit bekommen, die sie verdienen. Dass sie nicht bloß schnell mal drankommen, während bei den Frauen die Farbe einwirkt."

Mich faszinieren Männer wie dieser Friseur. Denn sie sorgen ebenso für Räume, wo Männer unter sich sein können. Es sind heilklimatische Orte für die Männerseele.

Auch in unseren Breitengraden gibt es Friseure nur für Männer. Meist sind türkische Männer die Inhaber dieser Männeroasen.

 

Diakon Gerhard Kahl

 

 

 

 

 

Speerspitzen stellen sich mir in den Weg –
Das Bild auf dem Flyer Nachtwallfahrten 2016
 

Was sollen diese Holzpfähle mit ihren Spitzen auf dem Bild? Ist das Bild neu zusammengestellt oder gibt es dieses Bildmotiv wirklich so, wie es jetzt zu sehen ist, wird sich manch einer fragen. Es ist Absicht, solch ein Bild für unseren Nachtwallfahrtsflyer zu nehmen. Zugegebenermaßen, wir haben darum gerungen. Denn gefällig ist das Bild nicht. Es bleibt ein unbequemes Bild.

Plötzlich stellen sich auf dem Weg so viele dicht positionierte Holzpfähle mit ihren Spitzen in den Weg. Was tun? Eine Möglichkeit ist, über die Spitzen zu steigen. Doch das ist anstrengend und kann gefährlich werden. Die Schuhe oder die Kleidung sind stark lochgefährdet. Und was passiert, wenn ich abrutsche auf einem dieser unwirtlichen Spitzen? Dann könnten mich gleich mehrere Holzpfähle aufgabeln und fest im Griff haben.

Die zweite Möglichkeit ist, einen Umweg zu nehmen, um die Pfähle herumzulaufen. Auf dem Bild ist nicht zu erkennen, ob der SpitzSpeerWall irgendwo ein Ende hat. Perspektivenerweiterung ist angesagt. Mit Vertrauen und Hoffnung wird es vielleicht die Möglichkeit geben, dieses Hindernis zu umrunden.

In der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag gehen wir diesen Weg der Hindernisse und Gefahren zusammen mit Jesus. Wir sympathisieren mit seiner leidvollen Situation. Er ist alleine, fühlt sich missverstanden und ausgeliefert. Er weiß um den Weg, den er vor sich hat. Er wird verspottet und gedemütigt werden, er wird zur Schau gestellt, beleidigt und einer wilden Horde von Menschen ausgeliefert werden. Er wird den Weg eines langsamen und grausamen Leidens und Sterbens gehen. Aber gerade in dieser besonderen Nacht sympathisiert auch er mit unseren leidvoll erlebten und durchlebten Stresssituationen. Wir sympathisieren mit Jesus und er mit uns.

Das Bild kann auf die fünf Wahrheiten für das Männerleben nach Richard Rohr verweisen. Die kann ich zwar zunächst umgehen. Aber irgendwann werden sie den Mann einholen. Es ist sinnvoll, sich diesen spitzen wie sperrigen Sätzen hinzugeben. Sie werden beim diesjährigen Kreuzwegmodell erläutert.

1)  Das Leben ist schwer.

2)  Du bist nicht so wichtig.

3)  In deinem Leben geht es nicht um dich.

4)  Du hast nicht die Kontrolle.

5)  Du wirst sterben

 

Der Kreuzweg und die Nachtwallfahrten wollen Themen aufreißen, Gefühle „anspitzeln“ und hinweisen auf den großen Mann Jesus, der in seiner Auferstehung auch heute Licht und Leben für uns ist.

Diakon Gerhard Kahl

 
 
 
 

"Auf`s Bänkle setzen" - das ist auch wichtig

Reden - Schauen - Hören - Riechen - Wahrnehmen

Aus der benediktinischen Tradition stammen folgende Sätze:

"Achte also darauf, dass du dir Zeit für dich selber nimmst! Ich will nicht sagen immer, nicht einmal häufig, doch dann und wann.

"Was nützt es dir, wenn du die ganze Welt gewinnst, dich allein jedoch verlierst? (...) Magst du auch alle Geheimnisse, die Breite der Erde, die Höhe des Himmels und die Tiefen des Meeres kennen, wenn du dich selbst nicht kennst, wirst du ein Mann sein, der ohne Fundament baut und damit eine Ruine und kein Bauwerk aufrichtet. Was immer du außerhalb von dir errichtest, wird wie ein Haufen Sand sein, der vom Winde verweht wird.
Er wird also keiner weise, der es sich selbst gegenüber nicht ist. Ein Weiser wird für sich weise sein und selber als erster vom Wasser seiner eigenen Zisterne trinken. Bei dir selbst muss also deine Besinnung beginnen. (...) Du stehst für dich an erster Stelle und an letzter."

"Falls du keine umsichtige und kluge Besinnung einschiebst, werden die Geschäfte pausenlos weitergehen, die Quälerei wird kein Maß und die Sorge kein Ende kennen. Freizeit gibt es nicht mehr, genauso wenig ein freies Herz. Die Arbeit nimmt zu, der Nutzen ab."
(Bernhard von Clairvaux, 12. Jhdt, aus unbekannter Quelle)

 Diakon Gerhard Kahl