Männer in Corona-Zeiten: mehr als Maskenmuffel!

03.03.2021 13:37

 

Eine amerikanische Untersuchung hat angeblich gezeigt, dass Männer tendenziell weniger geneigt sind, in der Öffentlichkeit eine Gesichtsbedeckung zum Schutz gegen Covid-19 zu tragen. Männer stimmten auch eher als Frauen der Aussage zu, dass ein Mund-Nasen-Schutz ein Zeichen von Schwäche sei und sie das damit verbundene „Stigma“ davon abhalte, häufiger eine Maske zu tragen…

„Männer glauben eher, dass sie von der Krankheit wenig betroffen sein werden“, meinen Psychologen. Ein solches Verhalten interpretieren sie als Folge eines in weiten Teilen der Gesellschaft noch immer vorherrschenden Männerbildes von der „Unverwundbarkeit“ echter Männer.

Dass Männer im Schnitt härter vom Coronavirus getroffen werden, entbehrt allerdings nicht einer gewissen Ironie…

Aber davon mal ganz abgesehen: dass Männer in Coronazeiten mehr als Maskenmuffel sein können, zeigt die gute Nachricht vom „Water man“ aus Kenia. So nennen die Menschen in Nairobi jetzt den Schulbusfahrer John Njenga. Als wegen Covid-19 die Schulen im Land zumachten, wurde auch er, wie 1,3 Millionen andere Menschen im Land arbeitslos.

Aber statt sich jammernd zuhause einzuigeln, beschloss er mitzuhelfen, die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen. Mit seinen wenigen Ersparnissen kaufte er einen 200-Liter-Wassertank sowie vier kleinere 20-Liter-Wasserbehälter und machte sich damit auf den Weg ins Stadtzentrum von Nairobi. Er wusste, dass gute Hygienemaßnahmen nötig sind, um Neuinfektionen zu vermeiden. Aber die Wasserversorgung in Nairobi ist wegen maroder Wasserleitungen katastrophal.

So stellte er an einem zentralen Ort, wo täglich Tausende Menschen vorbeikommen, seinen Wassertank auf, damit man sich dort die Hände waschen kann. Zu Fuß holt er mit den kleineren Behältern Wasser aus einem anderen Teil der Stadt und füllt in der Gluthitze des Tages den Tank regelmäßig auf.

Trotz der Strapazen freue er sich, dass sich mit seinem Wasser so viele Menschen die Hände waschen können. Auch wenn die Tat noch so klein sei, er leiste eben seinen Beitrag, um die Infektionskurve abzuflachen. „Auch wenn ich nur einer Person helfe, sich nicht zu infizieren, könnte dies die Person gewesen sein, die das Virus auf viele andere übertragen hätte.“

Mich jedenfalls beeindruckt der „Water man“ viel mehr als jeder „unverwundbare“ Maskenmuffel!

Franz Snehotta

 

Quelle der Geschichte von John Njenga:

Oicocredit Magazin des bayerischen Förderkreises e.V. Nr. 2 – 2020, S. 4)