Speerspitzen stellen sich mir in den Weg – Das Bild auf dem Flyer Nachtwallfahrten 2016

28.02.2016 14:31

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Was sollen diese Holzpfähle mit ihren Spitzen auf dem Bild? Ist das Bild neu zusammengestellt oder gibt es dieses Bildmotiv wirklich so, wie es jetzt zu sehen ist, wird sich manch einer fragen. Es ist Absicht, solch ein Bild für unseren Nachtwallfahrtsflyer zu nehmen. Zugegebenermaßen, wir haben darum gerungen. Denn gefällig ist das Bild nicht. Es bleibt ein unbequemes Bild.

Plötzlich stellen sich auf dem Weg so viele dicht positionierte Holzpfähle mit ihren Spitzen in den Weg. Was tun? Eine Möglichkeit ist, über die Spitzen zu steigen. Doch das ist anstrengend und kann gefährlich werden. Die Schuhe oder die Kleidung sind stark lochgefährdet. Und was passiert, wenn ich abrutsche auf einem dieser unwirtlichen Spitzen? Dann könnten mich gleich mehrere Holzpfähle aufgabeln und fest im Griff haben.

Die zweite Möglichkeit ist, einen Umweg zu nehmen, um die Pfähle herumzulaufen. Auf dem Bild ist nicht zu erkennen, ob der SpitzSpeerWall irgendwo ein Ende hat. Perspektivenerweiterung ist angesagt. Mit Vertrauen und Hoffnung wird es vielleicht die Möglichkeit geben, dieses Hindernis zu umrunden.

In der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag gehen wir diesen Weg der Hindernisse und Gefahren zusammen mit Jesus. Wir sympathisieren mit seiner leidvollen Situation. Er ist alleine, fühlt sich missverstanden und ausgeliefert. Er weiß um den Weg, den er vor sich hat. Er wird verspottet und gedemütigt werden, er wird zur Schau gestellt, beleidigt und einer wilden Horde von Menschen ausgeliefert werden. Er wird den Weg eines langsamen und grausamen Leidens und Sterbens gehen. Aber gerade in dieser besonderen Nacht sympathisiert auch er mit unseren leidvoll erlebten und durchlebten Stresssituationen. Wir sympathisieren mit Jesus und er mit uns.

Das Bild kann auf die fünf Wahrheiten für das Männerleben nach Richard Rohr verweisen. Die kann ich zwar zunächst umgehen. Aber irgendwann werden sie den Mann einholen. Es ist sinnvoll, sich diesen spitzen wie sperrigen Sätzen hinzugeben. Sie werden beim diesjährigen Kreuzwegmodell erläutert.

1)  Das Leben ist schwer.

2)  Du bist nicht so wichtig.

3)  In deinem Leben geht es nicht um dich.

4)  Du hast nicht die Kontrolle.

5)  Du wirst sterben

 

Der Kreuzweg und die Nachtwallfahrten wollen Themen aufreißen, Gefühle „anspitzeln“ und hinweisen auf den großen Mann Jesus, der in seiner Auferstehung auch heute Licht und Leben für uns ist.

Diakon Gerhard Kahl