Ziele und Leitlinien

Bei unserer Klausur im Jahr 2013 haben wir als "Männerseelsorger im Bistum Augsburg unsere Ziele so beschrieben:

Wir schaffen einen Raum für Vernetzung und Begegnung von Männern:

  • die sich gegenseitig öffnen,
  • die untereinander Tun und Erfahrungen erleben,
  • die miteinander reden, sich gegenseitig stützen,
  • die miteinander Glaubenswege gehen,
  • die sich der eigenen Sorge für die Seele bewusst werden,
  • die evtl. auch bereit sind als Multiplikatoren zu wirken

Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz

Die katholische Männerseelsorge und Männerarbeit setzt biographisch an den Lebenssituationen und Lebensvollzügen der Männer an, trägt ihre Freude und Hoffnung, Trauer und Angst mit (vgl. GS 1*) und ermutigt sie, ihr Mannsein zu entfalten. Die Kirche bestärkt daher Männer in der Suche nach ihrer Eigenheit und Besonderheit. Sie sagt ihnen, dass mehr in ihnen steckt, als sie in der gegenwärtigen Situation aus sich machen, und dass ihnen durch Christus ein reicheres Leben verheißen ist, als sie je aus eigener Kraft gestalten können.
Weil die Kirche zu allen Menschen gesandt ist, sucht sie dabei auch das Gespräch mit jenen Männern, die sich von der Kirche entfernt haben und sich selbst als nichtgläubig verstehen.
Für die Männerseelsorge und Männerpastoral ergeben sich daraus folgende Aufgaben- und Handlungsfelder:

1. Männer bei ihrer Suche nach einem gelingenden Leben unterstützen
Männerpastoral unterstützt alle Männer, sowohl diejenigen, die den Schwerpunkt ihres Engagements in Beruf und Arbeit erleben, als auch diejenigen, die den nichtökonomischen Lebensbereichen größeres Gewicht geben möchten, z. B.: Bemühungen um die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, Beziehungsarbeit in Partnerschaft und Ehe, Erziehung, Freizeitgestaltung, Muße und vieles andere.

2. Männer zu einem partnerschaftlichen Lebensstil befähigen
Männerpastoral setzt sich für die partnerschaftliche und solidarische Beziehung zwischen Männern und Frauen ein. Die höchste Gestalt dieser Beziehung ist die in der Schöpfungsordnung grundgelegte Ehe. Wichtig sind auch die innerfamiliären Beziehungen – vor allem die Beziehungen der Väter zu ihren Kindern. Schließlich gilt aber die partnerschaftliche Gestaltung der Geschlechterbeziehung auch für das Arbeitsleben und den Raum der Öffentlichkeit.

3. Sich um alleinlebende und alleinerziehende Männer sorgen
Die Kirche weiß auch um die Herausforderungen zur Wegbegleitung für Männer, die als Single leben, genauso wie für Männer, deren Ehepartner gestorben oder deren Ehe zerbrochen ist. Sie will sich auch der Männer annehmen, die in einer nicht kirchlich anerkannten Ehe leben. Ganz besonders gilt ihre Sorge den alleinerziehenden Vätern.

4. Bei der Veränderung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen mitwirken
Ein wesentliches Merkmal der Männerpastoral besteht darin, katholische Männer dazu zu ermutigen, sich ihrer Sendung in die Welt zu vergewissern und ihren Weltauftrag wahrzunehmen. Dazu zählt auch das Mitwirken in politischen Parteien, Sozialpartnerschaft sowie in kirchlichen und außerkirchlichen Verbänden und Initiativen. Damit stellt sich die Männerpastoral bewusst in ihre eigene Tradition. Ermutigung und Vorbild sind ihr dafür vor allem jene Glaubenszeugen ihrer eigenen Geschichte, die den Glauben und das daraus erwachsende gesellschaftliche Engagement bis zum Martyrium bezeugt haben.

5. Mit Männern eine zeitgemäße männliche Spiritualität leben
Männerpastoral nimmt die Sehnsucht vieler Männer nach spiritueller Heimat ernst und lädt sie ein, die Kirche als einen Ort persönlicher Gottesbegegnung zu entdecken. Sie hat daher das Ziel, Männern religiöse Praxis zu ermöglichen und sie zu befähigen, ihre religiöse Sprachlosigkeit zu überwinden. Männerpastoral führt in eine Beziehung zu Gott ein, der sich in Leben, Tod und Auferstehung Jesu als allmächtige Liebe geoffenbart hat. Sie erinnert die Männer angesichts der Grenzen menschlicher Möglichkeiten und angesichts des Scheiterns an die Verheißung eines Lebens in Fülle, d.h. auch einer Erfüllung allen Suchens und allen Bemühens um Annahme und Gestaltung des eigenen Mannseins.

6. Männer in Krisen- und Umbruchsituationen begleiten
Männerpastoral ermöglicht durch eine entsprechende Gesprächs- und Begegnungskultur, dass Männer sich mit Umbruchsituationen und Krisenerfahrungen ihres Lebens auseinander setzen können. Die Kirche ist ihnen dadurch solidarische Wegbegleiterin, dass Männer aus dem Geist und der Nachfolge Christi sich gegenseitig beistehen und zusammenschließen. Solche Solidarität und Selbsthilfe der Männer fördert die Kirche und sie erkennt in ihnen zugleich einen Weg zur lebendigen Gemeinschaft.

Der gesamte Text wurde vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz als Arbeitshilfe unter der Nummer 178 "Richtlinien für die Männerseelsorge und die kirchliche Männerarbeit (2004)" herausgegeben, und Sie finden ihn als Download unter http://www.dbk.de/schriften/data/3647/index.html

In gleicher Weise weiss sich unsere Dienststelle dem Leitbild des Bischöflichen Seelsorgeamtesder Diözese Augsburg verpflichtet.
Dieses Leitbild finden Sie hier.

* GS ist die Abkürzung für "Die pastorale Konstitution über die Kirche in der Welt von heute - Gaudium et spes". Siehe http://www.vaticarsten.de/theologie/theologiedokumente/vatii/gs.htm