Familienbund: Christen sind zum politischen Einsatz aufgerufen

Durch die Synode ermutigt

22.12.2015 12:21

Dankbar für die Wertschätzung und Ermutigung, die die Familien durch die Weltbischofssynode im Oktober erfahren haben, blickt der Familienbund auf das Jahr 2015 zurück.

»Die Synode erinnert uns daran, dass die Familie der wichtigste Ort ist, wo der Glaube gelebt und weitergegeben wird«, sagt Pavel Jerabek, Vorsitzender des Familienbunds im Bistum Augsburg. »In der Familie, besonders da, wo gemeinsam gebetet wird und die Teilnahme an der Liturgie selbstverständlich ist, beginnt deshalb die Evangelisierung, zu der uns Papst Franziskus ja in besonderer Weise aufruft.« Als Signal besonders gefreut habe ihn auch die wohl erste Seligsprechung eines Ehepaares, die der Papst im Laufe der Synode vornahm.

Als »eher durchwachsen« bewertet der Familienbund im Bistum Augsburg die jüngsten Entwicklungen in der Familien- und Gesellschaftspolitik. Ein herber Rückschlag sei es, dass das Bundessozialgericht eine vom Familienbund unterstützte Klage gegen die Doppelbelastung von Familien in der Sozialversicherung zurückgewiesen hat. Der Beitrag, den Eltern mit der Erziehung für die Sozialversicherung leisten, werde nicht anerkannt, bedauert der Familienbund. Das letzte Wort habe nun das Bundesverfassungsgericht.

Als »wichtiges Signal der Familienfreundlichkeit und Wahlfreiheit« wertet der Augsburger Diözesanvorsitzende hingegen den Gesetzentwurf der Staatsregierung zur Weiterführung des Betreuungsgeldes in Bayern. Nachdem im Sommer das Bundesverfassungsgericht entschieden hatte, dass dem Bund für diese Geldleistung die gesetzgeberische Kompetenz fehle, habe die Staatsregierung Wort gehalten und ein Landesgesetz auf den Weg gebracht. »Drei von vier Elternpaaren in Bayern nehmen das Betreuungsgeld für ihr Kind unter drei Jahren in Anspruch. Sie zeigen damit, dass sie in dieser sensiblen Entwicklungsphase ihres Kindes ihrer Erziehungspflicht lieber persönlich nachkommen möchten«, so der Familienbund.

Pavel Jerabek verspricht auch für das kommende Jahr den Einsatz des Augsburger Familienbunds für den Schutz des Lebens und der Familie, für Erziehungs- und Religionsfreiheit und gegen jede Lehre, die die wechselseitige Ergänzung von Frau und Mann als Grundlage der Familie ideologisch zu untergraben trachte. »Damit folgen wir dem Appell der Synode, die auch die Notwendigkeit zum familienpolitischen Engagement betont hat.«