Seelische Folgen von Abtreibung erforschen

01.02.2019 15:17

Der Familienbund der Katholiken im Bistum Augsburg begrüßt die Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums, eine Studie zu seelischen Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen vornehmen zu lassen.
Die Frage, welche psychischen Folgen sich nach einer Abtreibung für die betroffene Frau ergeben können, darf nicht länger tabuisiert werden. Eine seriöse wissenschaftliche Untersuchung ist deshalb dringend geboten, um die Beratung und Begleitung von Frauen zu verbessern.

In der medizinischen Literatur finden sich immer wieder Hinweise auf die psychischen Folgen von Abtreibung; Internet-Foren sind voll von Einträgen, in denen sich Frauen über ihre Gefühle und Probleme nach einer Abtreibung austauschen.  

Verwundert zeigt sich der Familienbund über die heftige bis aggressive Ablehnung einer unabhängigen Erforschung dieser Fragen von Seiten einiger Abgeordneten: Wer alle Frauen über einen Kamm schert und lieber gar nicht wissen will, wie Frauen eine Abtreibung längerfristig bewerten, ob sie die vorgeburtliche Kindstötung bedauern, betrauern oder gar darunter leiden, verharmlost nicht nur den Eingriff, sondern nimmt Frauen und ihre Rechte nicht ernst.  

Hintergrund: Die angekündigte Studie war als ein Punkt im Eckpunktepapier aufgelistet, das die beteiligten Minister von SPD und Union im vergangenen Dezember vorgelegt hatten. Auf dieser Grundlage wurde ein Kompromiss zur Änderung des Paragrafen 219a StGB (Werbeverbot für Abtreibungen) erarbeitet.

   

Pavel Jerabek
Vorsitzender