Zur "Familienbunt"-Sonderausgabe Juli 2015

22.07.2015 18:52

Der Familienbund der Katholiken im Bistum Augsburg nimmt Stellung zu der Kritik an der Sonderausgabe von „familienbunt“ vom Juli 2015:

Wir sind ein katholischer Laienverband und setzen uns auf der Basis der katholischen Soziallehre ein für die Anliegen der Familien und die christlichen Werte von Ehe und Familie. Wir agieren eigenständig im Bistum und über unseren Landes- und Bundesverband innerhalb der katholischen Kirche Deutschlands.

Der Meinungsbeitrag des Philosophen Bertrand Vergely „Diktatur durch Verwirrung“ hat zu Irritationen geführt, die von uns weder gewollt noch beabsichtigt waren.

In keinster Weise war von uns beabsichtigt, andere damit zu verletzten oder herabzusetzen.

 

Das Thema „Homo-Ehe“ ist ein aktuelles Gesellschaftsthema, das kontrovers diskutiert wird. Wir teilen die Überzeugung, wie sie jüngst auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in einem YouTube-Interview geäußert hat, dass Ehe das Zusammenleben von Mann und Frau ist. Diese Differenzierung hat für uns nichts mit Diskriminierung zu tun. Diskriminierungen oder Verurteilungen sind Haltungen, die uns Katholiken schon durch das Gebot der Nächstenliebe fern sind. Dies hat Papst Franziskus für uns Katholiken gerade auch im Bezug auf das Thema Homosexualität schon oft so geäußert und dazu stehen wir.

Als Katholiken bekennen wir uns zur Ehe zwischen Mann und Frau, wie sie im Katechismus der kath. Kirche und dem jüdisch-christlichen Menschenbild zugrunde gelegt wird. In einer Demokratie und in einer von großen Freiheiten geprägten Gesellschaft fällt unsere Haltung zur Ehe unter die grundgesetzlich geschützte Religions- und Meinungsfreiheit.

Aus Sicht des Familienbundes Augsburg halten wir es mit kontroversen Themen so, dass man es akzeptieren sollte, dass es verschiedene Meinungen gibt. Der Beitrag des französischen Autors ist ein Debattenbeitrag, eine Meinungsäußerung. Wir sind der Meinung, dass es wichtig ist, dass unsere Gesellschaft gerade zum Thema „Homo-Ehe“ verschiedene Meinungen zulässt. Eine pluralistische Gesellschaft kann kontrovers diskutierte und emotionale Themen unseres Erachtens nur auf einer sehr ehrlichen und wirklich toleranten Basis führen. Dazu gehört es auch, dass man die Meinung anderer einfach einmal „aushält“.

Sollte der Beitrag oder auch andere Artikel zu Missverständnissen oder Irritationen geführt haben, bedauern wird dies sehr. Das war nie unsere Absicht.