09.04.2014 17:24

Augsburg (fb/KNA) Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hält an dem Modell einer Familienarbeitszeit fest. „Wir müssen Vollzeit für Familien neu definieren“, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Mit der von ihr vorgeschlagenen Familienarbeitszeit sollten beide Elternteile ihre Arbeitszeit für eine gewisse Dauer „maßvoll reduzieren“ können, ohne deswegen Einbußen bei ihrer beruflichen Karriere befürchten zu müssen, sagte die Ministerin.

Der Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, begrüßte flexiblere Arbeitszeitenregelungen. „Wir müssen von Modellen wegkommen, bei denen der eine Partner Vollzeit arbeitet und der andere Teilzeit mit wenigen Stunden“, sagte Schweitzer der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Beide Parteien sollten möglichst viel arbeiten können: „Wenn man es sinnvoll organisiert, dann könnte der eine auf 35 Stunden reduzieren und er andere auf 35 Stunden aufstocken.“ Das sei immer noch mehr, „als wenn der Mann 40 Stunden arbeitet und die Frau nur halbtags.“

Ulrich Hoffmann, Vorsitzender des Familienbundes der Katholiken im Bistum Augsburg, kritisierte das Modell der Familienarbeitszeit und die Haltung des Chefs des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer. „Wie immer geht es bei dieser Regelung um eine Erhöhung der Arbeitszeit auf Kosten der Kinder. Hier werden Steuereinnahmen und Arbeitkraftmangel zum fragwürdigen Argument für die Mehrarbeit der Mütter. Erziehungsarbeit wird nicht gewürdigt, sie wird an außerhäusliche Betreuung delegiert und Kindeswohl bleibt auf der Strecke.“ Mit dem durch Mehrarbeit erwirtschafteten Geld werde die Kinderbetreuung finanziert. Mütter sollten also unter anderem deswegen arbeiten, damit sie andere dafür bezahlen könnten, ihre Kinder zu erziehen. Diese Rechnung sei absurd und menschenverachtend, sagte der Vorsitzende. „Die Folgen sind nicht nur die längst prophezeite demographische Katastrophe, sondern Generationen von Menschen, die bereits im Säuglingsalter der schützenden Geborgenheit der natürlichen Familie entrissen werden“, so Hoffmann.