Familienbund der Katholiken im Bistum Augsburg wählt Vorstand

Familienfreundlichkeit als Wahlprüfstein

04.04.2017 11:37

Augsburg (fb) Gerechtigkeit für Familien bei Steuern und Abgaben, die Anerkennung familiärer Sorgearbeit durch ein Erziehungs- und Pflegegehalt sowie die Achtung und die Förderung von Ehe und Familie als natürliche Keimzelle der Gesellschaft bilden für den Familienbund der Katholiken im Bistum Augsburg zentrale Wahlprüfsteine für die Bundestagswahl im September.

Es gelte, genau hinzuschauen, welche der vielfältigen familienpolitischen Ankündigungen und Versprechungen der Parteien tatsächlich den Familien zugute kommen und die Freiheit der Partner bei der Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit respektieren, sagte Diözesanvorsitzender Pavel Jerabek bei der Mitgliederversammlung in Augsburg. Der jüngste Entwurf von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig für eine Familienarbeitszeit gehe immer noch an den Bedürfnissen vieler Familien vorbei, weil er nicht die notwendigen Wahlmöglichkeiten bei der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie bringe.

Der Familienbund wendet sich auch weiterhin gegen eine „Ehe für alle“ und gegen ein damit verbundenes Adoptionsrecht für andere Lebenspartnerschaften. „Kinder haben ein Recht auf Vater und Mutter“, sagt Pavel Jerabek. „Der Vorbehalt der Ehe für die Verbindung von einem Mann und einer Frau bedeutet keine Diskriminierung. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte bestätigt.“

von links nach rechts: Michael Brandt (stv. Vorsitzender), Pavel Jerabek (Vorsitzender), Michael Widmann (stv. Vorsitzender) - Foto: Familienbund

Auf seiner Mitgliederversammlung hat der Familienbund der Katholiken im Bistum Augsburg einen neuen Vorstand gewählt: Pavel Jerabek wurde im Amt des Diözesanvorsitzenden bestätigt; der 48-jährige Politikwissenschaftler aus Neu-Ulm steht seit drei Jahren an der Spitze des Diözesanverbandes und sieht neben der Forderung nach Familiengerechtigkeit in Politik und Wirtschaft auch bioethische Fragen wie das Verbot von vorgeburtlichen Gentests als Markenkern des Verbandes.

Zu stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Familienbunds-Mitglieder Michael Brandt und Michael Widmann. Dipl.-Forstwirt Michael Brandt (55) aus Pöttmes ist Geschäftsführer eines forstlichen Zusammenschlusses größerer Privatforstbetriebe in Bayern. Der verheiratete Vater dreier Töchter sieht den Schwerpunkt seines familienpolitischen Engagements im Eintreten für ein sozialversicherungspflichtiges Erziehungsgehalt v.a. für Mütter und im entschiedenen Widerstand gegen Gender-Theorien. Michael Widmann (52) ist ausgebildeter Theologe, Journalist und Lektor und möchte vor allem die Anliegen der katholischen Soziallehre verwirklicht sehen.