17.03.2010 17:07

Mit der ehem. Bayer. Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Christa Stewens, konnte der Familienbund eine hochkarätige Gesprächspartnerin für das zweite familienpolitische Kamingespräch am 17. März 2010 gewinnen. Thema des Gesprächs, das in angenehmer Atmosphäre im Clubraum des Hauses „St. Ulrich“ stattfand, war eine Bestandsaufnahme der derzeitigen und ein Ausblick auf die künftige Familienpolitik im Freistaat Bayern.

Im Jahr 2006 hatte Frau Stewens, damals noch als verantwortliche Ministerin, verschiedene Leitlinien der Bayer. Familienpolitik, u. a. das Herstellen einer echten Wahlfreiheit, skizziert. Die provokante Frage des Moderators des Abends, Stefan Frühwald, weshalb 2010 immer noch darüber diskutiert werden muss, wie die Leitlinien umgesetzt werden können, konterte Frau Stewens mit Hinweisen auf seither Erreichtes. Beispielsweise sei es gelungen, das Betreuungsgeld im Koalitionsvertrag der Bundesregierung zu verankern.

In der anschließenden, lebhaften Diskussion wertete Frühwald die Überlegungen zum Betreuungsgeld als einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Vor dem Hintergrund der in Politik und Gesellschaft geführten Diskussionen – mit zum Teil schrillen, familiendiffamierenden Tönen auch aus den Unions-Parteien – müssten jetzt aber weitere klare Schritte zu einer sehr deutlichen Anerkennung elterlicher Erziehungsleistungen folgen. Selbst in der gutgemeinten Ausgabe von Familiengutscheinen steckt unterschwellig bereits wieder der Generalverdacht gegen Familie, diese würden ihre Finanzen nicht zum Wohl der Kinder einsetzen. Der Vorsitzende des Familienbundes, Ulrich Hoffmann, präzisierte in seinem Beitrag , dass offensichtlich vielen noch immer nicht bewusst sei, dass Betreuungsgeld kein Taschengeld für Kinder ist, sondern eine Anerkennung der Leistungen der Eltern. Arbeitgeber zahlten Gehälter ja auch nicht in Lebensmittelgutscheinen aus, damit nicht eventuell Schnaps damit gekauft werde.

Frau Stewens stimmte den Beiträgen der Familienbundsmitglieder zu und machte deutlich klar, dass auch Sie selbst als mehrfache Mutter und Großmutter die erkennbaren staatlichen Tendenzen auf Bundesebene zu einer Gängelung der Eltern strikt ablehne. Die Forderungen auch aus den Reihen der Schwesterpartei CDU, statt einer Barleistung Gutscheine oder Rentenpunkte für das Betreuungsgeld vorzusehen, seien ein Mangel an Sensibilität im Umgang mit den Eltern und zeigten wenig Respekt vor deren Erziehungsleistung. Der Familienbund der Katholiken sei für die bayer. Staatsregierung immer ein starker Bündnispartner für eine zukunftsorientierte Familienpolitik gewesen. Sie hoffe, dass der Familienbund auch weiterhin den Familien in Politik und Gesellschaft eine deutlich vernehmbare Stimme gebe.

Hoffmann dankte Frau Stewens zum Schluss des Gesprächs dafür, dass sie sich so engagiert und glaubwürdig für Elternbelange und Familien einsetze und bat sie eindringlich, in ihrem Engagement nicht nachzulassen. Als Lektüre für den Heimweg überreichte der Familienbund Frau Stewens noch das druckfrische Positionspapier des Familienbundes zum Betreuungsgeld, das Frau Stewens gerne und mit großem Interesse entgegennahm.