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Texte/Predigten

Predigt in der Christmette 2013 im Hohen Dom

24.12.2013

- es gilt das gesprochene Wort

"Fürchtet euch nicht,
denn ich verkünde euch eine große Freude,
die dem ganzen Volk zuteil werden soll" [1]

Liebe Schwestern und Brüder!

Ob sie wohl den Tempel gekannt haben, die Hirten, mit seinem Kult und seinen Opfern? Ob sie wohl regelmäßig Besucher der Synagogengottesdienste waren, die da Nachtwache hielten bei ihrer Herde?

Für die einen sind sie wohl eher ein Stand am Rande der Gesellschaft, eben draußen, einigermaßen fern von der Heiligen Stadt.

Für die anderen sind sie in der Nähe von Bethlehem, der Stadt Davids, der vom Propheten die Herkunft des Messias angesagt ist.

Wie auch immer: Fakt ist, dass Ihnen die Botschaft von der Menschwerdung Gottes nach Josef und Maria zuerst verkündet wird. Sie sind als Gemeinschaft die ersten Hörer des Wortes:

"Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren, er ist der Messias, der Herr." [2]

Predigt am Hochfest der Auferstehung des Herrn 2013

31.03.2013

- es gilt das gesprochene Wort

Liebe Schwestern und Brüder,

auf die Frage, warum denn am Palmsonntag keine Predigt gehalten wurde, antwortete ich der Vertreterin des Fernsehteams, dass an diesem ersten Tag der Heiligen Woche – wie eigentlich in der gesamten Heiligen Woche – die liturgischen Vollzüge, Riten und Handlungen mehr als sonst für sich selbst sprechen. Am ehesten hätte eine Homilie gehalten werden können nach dem Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem, draußen vor dem Portal des Domes, was in diesem Jahr schon wegen der eisigen Kälte als nicht geraten erschien.

Ob es denn einen Bezug der Palmsonntagsliturgie zu den gesellschaftlichen Entwicklungen auch im Zusammenhang mit dem Amtsantritt des neuen Papstes und seiner Bescheidenheit gebe, setzte die Journalistin nach. Darauf habe ich zunächst über unsere menschliche Begeisterungsfähigkeit gesprochen, die allzu rasch vom „Hosanna!“ in das „Kreuzige ihn!“ umschlagen kann, wenn die Entwicklung einer Person oder ihrer Veranlassungen nicht mehr unseren Vorstellungen entspricht. Dann aber habe ich hinzugefügt, was für die gesamte Feier unseres Glaubens und seine Bezeugung gilt: In jeder Predigt und Verkündigung muss es zuerst und vor allem darum gehen, die großen Taten Gottes zu verkünden, Gott zu loben und zu preisen. Erst danach und wenn es sich aus den Zusammenhang ergebe, sei es angebracht oder sogar notwendig, zu Personen oder deren Amtsführung Stellung zu nehmen und auch kritische, mahnende, ja vielleicht sogar warnende Töne anzuschlagen, wenn eine gesellschaftliche Entwicklung vonstatten geht, die sich mit unserem Glauben und der christlichen Moral nicht vereinbaren lässt, und der Ehre Gottes und dem Heil aller Menschen widerspricht.

Predigt in der Christmette 2012 im Hohen Dom

25.12.2012

- es gilt das gesprochene Wort

„Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn.“ (PS 118,26)
„Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!“ (Lk 19,38)


Liebe Schwestern und Brüder,

so riefen die Jünger Jesu, als sie sich zusammen mit ihrem Meister der Stadt Jerusalem vom Ölberg her näherten. Gemeinsam mit ihnen war Jesus im Begriff, nach Jerusalem hinauf zu gehen, um Leiden und Sterben auf sich zu nehmen und seinen irdischen Auftrag zu vollenden. Viele Male hatte er davon gesprochen, um sie auf das, was sich da ereignen sollte, vorzubereiten. Aber diese Botschaft ließen sie einfach nicht bis in ihre Herzen vordringen. Bis zu seiner Gefangennahme waren sie beseelt von der Idee eines irdischen Königtums. Und ihre Enttäuschung nach seinem Tod auf Golgotha wurde nicht weniger von diesem Gedanken bestimmt.

Dabei hatte Jesus von sich weder als dem Messias gesprochen noch als einem König. Er hat wohl Stellung dazu bezogen, wenn seine Jünger oder Gegner ihn darauf ansprachen. Noch in der Stunde der höchsten Gefahr, beim Verhör vor dem Hohen Rat, bekennt er sich dazu und spricht dann doch wieder vom Menschensohn, der von nun an zur Rechten des allmächtigen Gottes sitzen wird. (vgl. Lk 22,69) Und vor dem römischen Landpfleger bekennt er sich zu seinem Königtum, das nicht von dieser Welt ist, und nennt den Grund für seine Ankunft und Geburt: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, das ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.“ – und fügt dann die bedeutungsvollen Worte hinzu: „Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“ (vgl. Joh. 18,36 ff)

Predigt von Bischof Dr. Konrad Zdarsa zur Weihe von Florian Wörner zum Weihbischof

28.07.2012

- es gilt das gesprochene Wort

Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten – Spruch des Herrn


Verehrte, liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst, liebe Schwestern und Brüder in Christus!

Vor wem soll er sich denn nicht fürchten, der Prophet? Es bleibt zumindest in dem Abschnitt, den wir aus dem Buch Jeremia gehört haben, offen, ob vor Menschen oder vor den Aufgaben, die er übernehmen soll. Allem Anschein nach werden es aber doch wohl die Menschen sein aus seinem Volk, denen er alles andere als nach dem Munde reden müssen wird, der Prophet Jeremia. Er ist in der gesamten Hl. Schrift keineswegs der einzige, der alle möglichen Hindernisse, - seine Jugend, seine Unfähigkeit zu reden, ja sogar sein Unvermögen -, überhaupt als Prophet aufzutreten, geltend macht, um sich dem Anspruch der Berufung zu entziehen. Aber auch in der gern wiederholten Pressemeldung dieser Tage, dass unser Weihekandidat der jüngste (Weih-)Bischof von ganz Deutschland sein wird, scheint sich die eine oder andere leise Anfrage ähnlicher Art zu verbergen.

Predigt bei der Diakonweihe am 5. Mai 2012 in der Basilika St. Ulrich und Afra

05.05.2012

Verehrte liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst,

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Liebe Kandidaten für die Hl. Weihe zum Diakon der Kirche!

Immer wenn ich mal wieder zum Briefschreiben komme – das heißt, wenn es die Zeit erlaubt – und wenn ich mich dazu aufraffen kann, dann geschieht es, dass ich zwar an verschiedene Adressaten schreibe, aber die verschiedenen Briefe doch immer wieder manches Gemeinsame beinhalten, Dinge, Ereignisse, die mich beschäftigen und bewegen, die ich in letzter Zeit unternommen habe oder auch die mir zu schaffen machen – kurzum, die ich für meine Freunde, Verwandten und Bekannten für mitteilungswürdig und erörterungsfähig halte.

Fast genau so ergeht es mir heute bei der Betrachtung der Lesung aus dem Brief an die Philipper am Tag Eurer Weihe zum Diakon der Kirche.

Predigt am Hochfest der Auferstehung des Herrn 2012

08.04.2012

„Als Christus noch auf Erden lebte, ertrugen sie den Angriff der Juden nicht, wie sollten sie sich nach seinem Tod gegen eine so große Welt gestellt haben, wenn er, wie behauptet, nicht auferstanden wäre, wenn er nicht mit ihnen gesprochen und ihnen Mut gemacht hätte?

Hätten sie nicht bei sich gesagt: Wie ist das? er konnte sich selbst nicht retten, und uns sollte er helfen? Er konnte sich nicht helfen, als er noch lebte, und uns sollte er die Hand reichen, jetzt da er tot ist?

Als er noch am Leben war, unterwarf er sich nicht ein einziges Volk, und wir wollen die ganz Welt überzeugen, wenn wir seinen Namen nennen? Wie sollte es einen Sinn haben, das zu tun oder auch nur zu denken?

So ist es denn offenbar: Wenn sie nicht den Auferstandenen gesehen und den größten Beweis seiner Macht erhalten hätten, dann hätten sie nicht mit so hohem Einsatz gewürfelt!"

Liebe Schwestern und Brüder,

mit diesen, ziemlich modern anmutenden Worten spricht der Kirchenlehrer Johannes Chrysostomus am Beginn des 5. Jahrhunderts in einer Auslegung des 1. Briefes an die Korinther von den Aposteln.

Predigt in der Chrisam-Messe am Mittwoch in der Karwoche 2012

05.04.2012

Liebe Schwestern und Brüder in Christus, liebe Mitbrüder im geistlichen Dienst!

Nächst der Feier der Einsetzung des allerheiligsten Sakraments des Altares und des Priestertums am Abend des Hohen Donnerstags und einem jeden feierlichen Weihegottesdienst ist wohl keine Feier der Kirche dergestalt auf das Weihepriestertum ausgerichtet wie diese Feier zur Weihe der Hl. Öle und der Erneuerung der versprochenen Bereitschaft zum priesterlichen Dienst.

Jeder einzelne von uns ist dabei besonders angesprochen, sich seiner Erwählung und seiner Verpflichtung aufs Neue bewusst zu werden. Jeder einzelne soll darin bestärkt werden, dass er als Mensch in allem ganz herausgefordert, ja angefochten und vielleicht sogar ausgeliefert ist, nicht aber um dabei nach und nach unterzugehen und in der Bedeutungslosigkeit zu versinken, sondern um teilzuhaben an der königlichen Würde, die ihm Christus geschenkt hat, und am Priestertum Jesu Christi, um Gott und dem Menschen zu dienen und gleich ihm sein Leben einzusetzen und hinzugeben für die vielen.

Predigt am Hochfest der Auferstehung des Herrn 2011

24.04.2011

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

je älter wir werden, so scheint es jedenfalls, um so mehr schöpfen wir aus der Vergangenheit. Wenn wir einander zuhören, sofern wir uns dazu einmal die Zeit nehmen, umso mehr scheinen die Details des Geschehenen eine immer größere Bedeutung zu erlangen. Mancher vermag da nämlich oft noch genauestens zu schildern, was eigentlich schon sehr lange zurückliegt, was aber – das wird ihm vielleicht erst mit steigenden Jahren so recht bewusst – für sein gesamtes Leben von höchster Bedeutung war.

Menschwerdung Gottes 2010

25.12.2010

Von der Menschwerdung Gottes können wir sagen, was wir auch von der Stunde auf Golgota sagen können:

Nach der Nacht von Bethlehem kann nichts mehr geschehen, was die Welt noch wesentlich verändern könnte.

Bei der Feier und beim Empfang wie in der Verehrung des eucharistischen Herrn werden wir befähigt, diese Wahrheit aufzunehmen, zu beherzigen und mit Leben zu erfüllen.