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Geschäftsbericht und Jahresabschlüsse 2020

Augsburg, 01.07.2021 (pba). Die Diözese Augsburg hat die wirtschaftlichen Herausforderungen der Corona-Krise im Haushaltsjahr 2020 gut gemeistert. Das geht aus dem Geschäftsbericht der Diözese hervor, den der Diözesansteuerausschuss in dieser Woche gebilligt hat. Danach lag die Bilanzsumme des Bistums bei 783,07 Millionen Euro und damit um nur 0,6 % niedriger als im Jahr 2019 (788,14 Mio. Euro).
Bischof Dr. Bertram Meier freut sich über das Engagement der Bischöflichen Finanzkammer unter der Leitung des Finanzdirektors Jérôme-Oliver Quella: „Damit konnte die Kirche von Augsburg auch in diesem schwierigen Jahr, in dem seelsorgerische Angebote besonders wichtig waren, ihrer Verpflichtung gegenüber den Menschen nachkommen, in Gottesdienst, Verkündigung und Dienst am Nächsten.“

Die Einnahmen aus der Kirchensteuer gingen von 380,3 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 362,5 Millionen Euro zurück. Ein deutlicher Rückgang war vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zu erwarten gewesen, zumal die Höhe des allgemein gesunkenen Einkommensteueraufkommens, von dem die Kirchensteuer direkt abhängt, die Finanzierung des Wirkens des Bistums ausschlaggebend erschwert. Im Jahr 2020 machte die Kirchensteuer erneut 7/8 bzw. 86,2 % der Gesamteinnahmen der Diözese Augsburg aus (2019: 88,4 %).

Die Gewährung von Zuschüssen an Kirchenstiftungen und andere kirchliche Einrichtungen machte wie schon im Vorjahr den größten Teil der Aufwendungen aus. Die 2020 ausgezahlten 173,5 Millionen Euro (2019: 209,4 Mio. Euro) ermöglichten und förderten kirchliche Aktivitäten auf breiter Basis. Finanzdirektor Jérôme-Oliver Quella: „Durch diese Zuschüsse werden viele kirchliche Aktivitäten in den Pfarreien und Einrichtungen erst möglich. Da geht es nicht nur um die Sanierung von Kirchen oder Pfarrheimen, sondern auch um die soziale Arbeit für zum Beispiel Familien, Kranke, Pflegebedürftige, Obdachlose oder Flüchtlinge - und um die umfangreichen und vielfältigen Bildungsangebote.“ Fast 50 % der eingenommenen Kirchensteuern wurden in Aktivitäten und Maßnahmen in diesem Bereich eingebracht.

Die Präsenz der Kirche zeigt sich besonders auch im Bildungsbereich. Das Schulwerk der Diözese Augsburg ist mittlerweile Träger von 44 freien Schulen im Bereich des Bistums Augsburg. Diese hat das Bistum im Jahr 2020 mit rund 13 Millionen Euro unterstützt. Ein weiterer Fokus der Erziehungsarbeit liegt auf den 428 katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum Augsburg, in denen insgesamt rund 32.000 Kinder betreut werden. Hier hat das Bistum Augsburg im Jahr 2020 rund sechs Millionen Euro aus Kirchensteuermitteln aufgewendet, um das qualitativ hochwertige pädagogische Angebot, ergänzt um pastorale und stiftungsaufsichtliche Beratung, leisten zu können.

Den größten Einzelposten bei den Ausgaben bildet traditionell der Personalbereich. Der Bischöfliche Finanzdirektor: „Für andere Menschen da zu sein, bedeutet eben auch, dass Seelsorge wie auch die Bildungsangebote außerordentlich personalintensive Aktivitäten sind. Schließlich geht es darum, bei den Menschen zu sein, die um Hilfe und Orientierung bitten – und dies erfordert vor allem die nötige Aufmerksamkeit und Zeit. Daran können und wollen wir nichts ändern.“ Die Personalaufwendungen beliefen sich 2020 auf 161,7 Millionen Euro (2019: 158,9 Mio. Euro). Zum 31. Dezember 2020 beschäftigte die Diözese 3.255 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2019: 3.041).

Insgesamt weist die Diözese Augsburg für das Geschäftsjahr 2020 aufgrund der Corona-Pandemie einen Jahresfehlbetrag von minus 10,5 Millionen Euro aus (2019: minus 35,6 Mio. Euro). Der Jahresabschluss, bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang, ergänzt um einen entsprechenden Lagebericht, wurde wie im Vorjahr nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften erstellt und hat einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers erhalten. Auch die Abschlüsse des Bischöflichen Stuhls, des Domkapitels sowie des Katholischen Pfründestiftungsverbunds St. Ulrich haben solche uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erhalten.

Die Bilanzsumme des Bischöflichen Stuhls belief sich zum 31.12.2020 auf 665,9 Mio. Euro (2019: 644,4 Mio. Euro). Damit wird vor allem die Altersversorgung der aktiven und emeritierten Diözesanpriester gewährleistet. Die Bilanzsumme des Domkapitels belief sich nahezu unverändert auf 3,7 Mio. Euro (2019: 3,7 Mio. Euro). Der Katholische Pfründestiftungsverbund St. Ulrich (KPV) schloss das Jahr 2020 mit einer Bilanzsumme von 858,5 Mio. Euro (2019: 755,2 Mio. Euro) ab.

Finanzdirektor Jérôme-Oliver Quella zog angesichts dieser Zahlen ein positives Fazit: „Wir sind besser durch das Corona-Jahr 2020 gekommen, als zu befürchten war. Auch nach dem vorläufigen Blick auf das erste Halbjahr 2021 können wir sagen, dass wir im Plan sind. Ich danke allen Frauen und Männern, die mit vollem Einsatz und großer Leidenschaft für die Diözese Augsburg tätig sind, vor allem aber allen, die sich nach wie vor in der katholischen Kirche beheimatet fühlen und mit ihrer Kirchensteuer ihren Teil dazu beitragen, dass wir weiter für die Menschen da sein können. Mit dem heute vorgelegten Geschäftsbericht 2020 und den zwölf Beiträgen möchten wir den Kreis schließen, indem Sie einen direkten Bezug aus Mittelherkunft und Mittelverwendung lebensnah und lebendig präsentiert bekommen.“

Hier finden Sie eine Blätterversion des Geschäftsberichts.

  

     

Doppelhaushalt 2021/2022 der Diözese Augsburg

Augsburg, 21.04.2021 (pba). Im Zeichen der Coronakrise hat der Diözesansteuerausschuss jetzt den Doppelhaushalt für die Jahre 2021 und 2022 verabschiedet. Erstmals seit zehn Jahren wird laut der Planung das Haushaltsjahr 2021 mit einem Defizit abschließen. Geplant ist ein Bilanzergebnis von minus 15,9 Millionen Euro. Für das Jahr 2022 wird trotz konservativer Planungsannahmen wieder ein ausgeglichener Haushalt prognostiziert. Mit einem Haushaltsvolumen von 442,4 Millionen Euro in diesem Jahr und 426,4 Millionen Euro im Jahr 2022 befindet sich das Bistum Augsburg damit weiter auf dem in 2019 eingeleiteten Stabilitätskurs.

„Natürlich belasten die Kirchensteuerausfälle durch die Pandemie unseren Haushalt“, so Finanzdirektor Jérôme-Oliver Quella. „Hier sehen wir einen Rückgang von mehr als 30 Millionen Euro auf 342,4 Millionen Euro.“ Für das Jahr 2022 plant das Bistum aber wieder mit Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 366,2 Millionen Euro – Mindereinnahmen aufgrund von Kirchenaustritten spielen also bisher weit weniger eine Rolle als die coronabedingte Wirtschaftskrise. Finanzdirektor Quella dankte allen Gläubigen, die „durch ihre Kirchensteuer und Spenden weiterhin ermöglichen, dass die Kirche von Augsburg ihren Dienst für Gott und an den Menschen weiter leisten kann.“

Sämtliche Aufwendungen der Diözese werden zu mehr als 84 Prozent aus den Kirchensteuereinnahmen finanziert. Der weitaus größte Ausgabeposten betrifft das Kerngeschäft des Bistums: die Pfarrseelsorge. 46,7 % der eingesetzten Mittel fließen direkt in die Kirchenstiftungen vor Ort zurück. Ferner investiert die Diözese mit Zuschüssen an das KiTA-Zentrum St. Simpert und das Schulwerk der Diözese Augsburg zweistellige Millionenbeträge in die Betreuung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen.

Mit einem Bau-Etat für die Kirchenstiftungen in Höhe von 42,6 Millionen Euro in diesem Jahr und 41,0 Millionen in 2022 bleibt die Diözese Augsburg ein wichtiger Auftraggeber für die heimische Bauwirtschaft und sichert darüber hinaus den Handwerksnischen (Stuckateure, Restaurateure etc.) ein nachhaltiges Auftragsaufkommen. Zusätzlich erhalten das Schulwerk der Diözese, das KiTA-Zentrum St. Simpert, der Diözesancaritasverband und die Katholische Jugendfürsorge Mittel für Baumaßnahmen in Höhe von insgesamt 7,85 (2022: 6,85) Millionen Euro.

Wesentliche Baumaßnahmen der kommenden Haushaltsjahre sind unter anderem:

  • der Neubau eines Studierendenwohnheims in Augsburg (vorauss. Gesamtkosten ca. 11,9 Millionen Euro)
  • der Neubau von drei Wohnhäusern für Studierende in Benediktbeuern (vorauss. Gesamtkosten ca. 6 Millionen Euro)
  • der Neubau von Wohnungen, z. B. in Weilheim, Römerstraße (vorauss. 14,7 Millionen Euro) – hier wird auch Wohnraum im sozialen Wohnungsbau geschaffen
  • Kita-Baumaßnahmen in Nördlingen, Schrobenhausen und Augsburg-Hochzoll (vorauss. Gesamtkosten ca. 4,8 Millionen Euro)
  • der Neubau eines Pfarrzentrums in Mering in Holzbauweise (vorauss. Gesamtkosten ca. 6,91 Millionen Euro)
  • der Teilabbruch und Neubau der Aussegnungshalle auf dem Hermanfriedhof in Augsburg (vorauss. Gesamtkosten ca. 8,95 Millionen Euro)
  • die Instandsetzung des Kirchturms und der Außenfassade der Basilika „Sankt Ulrich und Afra“ in Augsburg (vorauss. Gesamtkosten ca. 4,6 Millionen Euro)

Um in der Planung das Jahresergebnis von minus 15,9 Millionen Euro zu erzielen, werden aus der Rücklage des Bistums 20 Millionen Euro entnommen. Dank dieses Puffers konnte auf Personaleinschränkungen verzichtet werden. Bereits im kommenden Haushaltsjahr sollen 5,2 Millionen Euro der Rücklage wieder zugeführt werden können.

Finanzdirektor Jérôme-Oliver Quella: „Trotz der Wirtschaftskrise ist es gelungen, an der Strategie der nachhaltigen Entwicklung festzuhalten. Seit Beginn der Krise im Frühjahr 2020 sind seelsorgerische Angebote besonders stark nachgefragt gewesen. Hier liegt unsere Systemrelevanz. Und die hoffen wir mit dem sorgsamen Einsatz der Mittel zugunsten der Menschen weiterhin unter Beweis stellen zu können.“