Wappen & Wahlspruch

"Stimme des Wortes - Schale der Gnade"

Wappen und Wahlspruch des Bischofs

„Mein künftiges Wappen ist eng mit mir selbst, mit meiner Person verbunden“, erklärt der Bischof. Mit dem Wappen wolle er nicht nur seine eigene Biografie, sondern auch seine enge Verbindung mit Johann Michael Sailer sowie seine eigene theologische Ausrichtung symbolisieren.

Das Wappenschild ist in die Farben Rot und Silber gespalten, die das Bistum Augsburg bereits seit dem Mittelalter führt. Damit verweist es auf die Verwurzelung von Bischof Bertram in seiner Heimatdiözese. Auf dem Schild findet sich wiederum ein aufgeschlagenes Evangeliar mit den griechischen Buchstaben Alpha und Omega, die auf die Heilige Schrift hinweisen. Aus dem Buch wächst eine Weizenähre, deren dreifacher Kornstand auf die heilige Dreifaltigkeit hindeuten soll.

Gleichzeitig stellt sie eine Beziehung her zum großen Seelsorger und Pastoraltheologen Johann Michael Sailer aus Aresing im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Sailer wirkte im 19. Jahrhundert als Bischof von Regensburg und führte ebenso die Ähre in seinem Wappen. Bischof Bertram hat in Rom über die Theologie Bischof Sailers promoviert und bezeichnet den Geistlichen als eine der prägendsten Gestalten seines Lebens, die ihm „fast zu einem zweiten Vater“ geworden sei.

Die verschiedenen Wappenelemente stehen zudem mit dem Wahlspruch in enger Beziehung. Hierzu hat der Bischof sich in Anlehnung an die heiligen Augustinus von Hippo und Bernhard von Clairvaux für das lateinische „vox verbi vas gratiae“ entschieden, was in deutscher Übersetzung „Stimme des Wortes – Schale der Gnade“ heißt. „Mir ist es als Priester schon immer ein großes Anliegen gewesen, den Menschen die frohe Botschaft des Evangeliums zu verkünden. Dabei war ich mir aber auch stets bewusst, immer nur ein Werkzeug und Diener der Gnade Gottes zu sein. Darauf nehme ich mit dem Wahlspruch Bezug“, erklärt der langjährige Domprediger. Dem Inhalt entsprechend legt sich der Wahlspruch gleich einer Schale um das Wappen.

Der grüne Bischofshut mit seinen sechs Quasten ist in der kirchlichen Heraldik von alters her ein Zeichen für Amt und Würde eines Bischofs. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil gesellt sich dem das Prozessionskreuz hinzu. Damit reiht sich Bischof Bertram auch heraldisch in eine von der frühen Kirche bis in die heutige Gegenwart reichende katholische Tradition ein.

 

 

Heraldische Beschreibung des Wappens 

Schild gespalten in die Bistumsfarben Rot und Silber, darauf gelegt ein aufgeschlagenes Evangeliar mit Schnitt in Purpurfarbe. In dem Falz sprießt aus einem Weizenkörnchen eine goldene Ähre mit vier ebenfalls goldenen gebogenen Blättern. Auf den beiden Buchseiten Α und Ω. Hinter dem Schild das Prozessionskreuz als Zeichen für den Bischof. Die Devise: “VOX VERBI – VAS GRATIAE” legt sich seitlich und unten um den Schildrand. Grüner Pastoralhut mit zwei mal sechs Quasten.

  

Deutende Beschreibung des Wappens

Der gespaltene Schild zeigt die Farben des Bistums Augsburg, Rot und Silber. Gleichsam darüber ist das Evangeliar aufgeschlagen, auf den beiden Buchseiten sind Α und Ω zu lesen. In seinen Falz ist ein Weizenkorn gelegt, aus dem eine Ähre hervorwächst. Sie soll Zeichen sein für die Hl. Eucharistie, die der Bischof mit seinen Priestern feiert. Der dreifache Körnerstand an der Ähre verweist auf die Trinität.

Mit den vier Blättern erinnert das Wappen ebenso an die Evangelisten, die Jesu Botschaft überliefern als VOX VERBI (Stimme des Wortes) und VAS GRATIAE (Schale der Gnade). Seit dem 2. Vatikanischen Konzil steht verbindlich das Prozessionskreuz als Zeichen des Bischofs hinter dem Schild. Der grüne Pastoralhut darüber mit seinen zweimal sechs Quasten zeigt die Würde des Wappenträgers an.

Die Verwendung der Ähre, das Wappenbild von Johann Michael Sailer (1751-1832), dem Bischof von Regensburg in den Jahren 1829-1832, im neuen Wappen von Bischof Bertram soll auch Erinnerung und Würdigung des bedeutenden Hirten und Erneuerers sein, dem sich der neue Bischof besonders verbunden weiß.

Anlässlich seiner Weihe veröffentliche Bischof Bertram ein Heft mit Meditationen über Wappen und Wahlspruch, deren Inhalt und Symbolik er darin geistlich auslegt.