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Was ist eine Visitation?

"Unermüdlich visitierte der heilige Ulrich seine ausgedehnte Diözese, die bis tief ins Allgäu und nach Vorarlberg reichte. Wenn er in eine Ortschaft kam, empfing man ihn mit Evangelienbuch, mit Weihwasser und Glockengeläut, sogleich wurde die Heilige Messe gefeiert. Dann setzte er sich und ließ die Gläubigen vor sich rufen und ließ sie unter Eid befragen, was in der betreffenden Pfarrei verbesserungsbedürftig sei", so beschreibt Dompropst Gerhard unseren Bistumspatron, den heiligen Bischof Ulrich. So war das schon vor mehr als 1000 Jahren. Die Visitation einer Pfarrei durch den Bischof hat eine lange Tradition und ist bis heute eine wichtige Aufgabe, die ihm zukommt.

Worum geht es eigentlich bei einer Visitation? Es geht um Stärkung und Ermutigung im Glauben,  d.h. dass wir uns wieder besinnen auf die Grundlagen unseres katholischen Glaubens und auf ein gelebtes christliches Zeugnis: in der Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz. Außerdem geht es darum das Engagement und den Einsatz, der Priester und Diakone, der hauptamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, wie auch der vielen Frauen und Männern, die ehrenamtlich in den Pfarreien tätig sind zu bestärken, sie zu loben und zu ermutigen. 

 

Bei einer Visitation ist es wichtig, dass wir wieder gemeinsam entdecken, woraus wir als Kirche leben - aus der Gemeinschaft mit Jesus Christus, die uns in der Feier der Heiligen Messe immer neu geschenkt wird. Nur so werden wir die strukturellen Planungen auch wirklich mit Leben erfüllen können, wenn wir uns wieder gemeinsam auf unsere Mitte besinnen: Jesus Christus unsern Erlöser - der in den Sakramenten, im Wort der Heiligen Schrift uns nahe, ja unter uns gegenwärtig ist.

 

Das Leben und Wirken des heiligen Ulrich verweist uns auf eine Dimension christlichen Lebens, die für uns alle von entscheidender Bedeutung ist. Ulrich war ein großer Beter. Diese Verbundenheit im Gebet suchte er immer wieder. Sie war für ihn von größter Wichtigkeit: "Mann des Gebetes stets mit Gott verbunden schöpftest du freudig aus dem Quell des Lebens im Opfermahle." (Gotteslob 885/2) Und vor allem empfing er Kraft und Stärkung aus der Feier der Eucharistie, die ja für uns alle, für jede Pfarrei/Pfarreiengemeinschaft die Quelle und der Gipfel allen christlichen Lebens ist. 

 

 

Aufgrund der Größe unseres Bistums mit rund 1000 Pfarreien in 23 Dekanaten und in Anbetracht des dafür benannten Zeitraums (2015-2019) hat Diözesanbischof Dr. Konrad Zdarsa weitere Visitatoren benannt, die vom Kirchenrecht vorgeschriebene Visitation (vgl. CIC can 398) in seinem direkten Auftrag und in seinem Namen vorzunehmen. Dies sind: Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger, Weihbischof Florian Wörner, Generalvikar Harald Heinrich, Domdekan Dr. Bertram Meier, Bischofsvikar Karlheinz Knebel und Domkapitular Dr. Michael Kreuzer (2015/2016).