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Das Sakrament der Buße

Mit der Taufe hat unser Weg zu Gott, zur Vollendung begonnen. Der Mensch in Gemeinschaft mit Gott, das ist Heil.

Die Geschichte des Menschen kann immer wieder zur Unheilsgeschichte werden. Der Mensch kann sich von Gott entfernen, oder sich ganz von ihm trennen. Der Blick weg von Gott schafft eine unheilvolle, d.h. sündige Situation. Sünde kann nicht nur zwischen Mensch und Gott entstehen, sondern auch zwischen Menschen.

Der Weg zurück zum Heil ist immer wieder möglich. Gott schenkt immer Vergebung, wenn der Mensch dazu bereit ist und das will. So wie man sich nach einem Streit mit einem Freund wieder versöhnen will, so muss man sich auch mit Gott wieder versöhnen. Deshalb wird das Bußsakrament auch "Sakrament der Versöhnung" genannt.

Die verschiedenen Schritte des Bußsakraments sind auf Seiten des Beichtenden: Reue, Bekenntnis der Sünden und Genugtuung durch ein Bußwerk. Nachdem der Beichtende dem Priester seine Sünden bekannt und Reue erweckt hat, erteilt der Priester die Losssprechung von den Sünden: "Ich spreche dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Der Beichtende antwortet mit: "Amen". Nachdem er den Beichtstuhl verlassen hat, leistet er mit dem auferlegten Bußwerk "Genugtuung" (meist ein Gebet).

Entscheidend für den Bußgedanken im Christentum wurde Jesu Aufruf zur Umkehr, sein Auftrag an die Jünger, Sünden zu vergeben und die ihnen übertragene Binde- und Lösegewalt. Es gilt die Vorstellung, dass durch die Sündenerkenntnis eine Sinnesänderung eintritt, die zur Umkehr des ganzen Menschen durch Gottes Gnade führt. Diese vollzieht sich in der Abkehr von Sünde und in der Hinwendung zu Gott und macht den Menschen neu.

Christus selbst ist es, der in diesem Sakrament wirkt: er führt den Sünder zur Umkehr, damit er seine Schuld bereut und eingesteht. Er wirkt im Priester, der in seinem Auftrag das wirksame Wort der Lossprechung sagt. So wird die Begegnung des Sünders mit dem Priester zum Zeichen der siegreichen Gnade Gottes, die das Böse überwindet. Dieses Zeichen nennt man Bußsakrament oder auch Beichte. Möglichkeiten, seine Schuld zu bekennen gibt es verschiedene; in einem Beicht- oder Sprechzimmer, oder auch im Beichtstuhl.

Der Bußgottesdienst ersetzt nicht das Bußsakrament, sondern bereitet darauf vor.