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Heilige
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Heilige

Das Wort "heilig" bedeutet gleichermaßen "heil, ganz" wie "besonders". Heilige sind demnach Menschen, die ganz so sind, wie Gott sie wollte, und in deren Leben eine besondere Indienstnahme durch Gott sichtbar wird. Von den Heiligen ist man gewiss, dass sie nach ihrem Tod in das ewige Leben bei Gott eingetreten sind. Wegen dieser unmittelbaren Nähe zu Gott werden sie als Fürsprecher in bestimmten Anliegen angerufen, die mit ihrem Leben und Sterben zu tun haben.

Gott beruft sich im Alten Testament ein Volk, das nur ihm gehört, und ruft ihm zu: "Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig" (Lev 19,2). Dort zeigt sich Heiligkeit wie Heil in der Treue zum einzigen Gott und in der Befolgung seiner Gebote. Im Neuen Testament – zum Beispiel in den Briefanreden des Apostels Paulus – werden diejenigen als Heilige bezeichnet, die von Gott berufen sind und Jesus Christus als den Herrn anbeten, die ganz Gott gehören und dementsprechend leben. Am deutlichsten scheint Heiligkeit im Märtyrertod auf: Stephanus zum Beispiel bezeugt seinen Glauben bis zum Tod und betet im Sterben noch für seine Verfolger (Apg 7,60).

Daher wurden in frühchristlicher Zeit neben der Gottesmutter Maria und den Aposteln zunächst die Märtyrer als Heilige verehrt. Über ihren Gräbern entstanden Kirchen, die ihre Namen tragen, und sie erhielten meist an ihrem Todestag – dem "Geburtstag" zum ewigen Leben – einen Gedenktag, zu dem sich auch ein besonderes Brauchtum wie zum Beispiel Wallfahrten entwickelte. In der lateinischen (westlichen) Kirche war es Martin von Tours († 397), der als erster Nichtmärtyrer Eingang in den Heiligenkalender fand.

Das Martyrologium Romanum, das Verzeichnis aller Heiligen und Seligen der römisch-katholischen Kirche, hält etwa 6700 Namen mit biographischen und liturgischen Angaben fest. Dazu kommen rund 7400 nicht näher identifizierte Opfer von Christenverfolgungen (Stand Dezember 2004).

Zur Gemeinschaft der Heiligen kommen bis heute neue Heilige dazu, wobei die ausdrücklich heiliggesprochenen Menschen nur einen ganz kleinen Teil jener Menschen bilden, die das ewige Leben bei Gott erlangt haben. Denn alle Menschen sind zur Heiligkeit berufen. Diese ungenannten Heiligen, zu denen – meist nach einer gewissen Läuterung –, wie wir hoffen, auch unsere verstorbenen Angehörigen und Freunde gehören können, werden an Allerheiligen gefeiert. 
 

 

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