Wallfahrtsorte und Gebetsstätten

Wallfahrtskirche Klosterlechfeld

Im Bistum Augsburg gibt es über 200 Wallfahrtsorte und zwei Gebetsstätten. Großenteils reicht die Geschichte der Wallfahrtsorte mehrere Jahrhunderte zurück. Ihren Ursprung haben sie in wunderbaren Ereignissen und Gebetserhörungen, bisweilen auch in Gräbern von Heiligen oder deren Reliquien. Die älteste Wallfahrt dürfte die Pilgerfahrt zur heiligen Afra nach Augsburg sein; sie ist sogar in einem Dokument aus spätrömischer Zeit belegt. Besonders wichtig ist die Ulrichswoche, während der seit 1955 Pilger aus dem gesamten Bistum zum Grab des Bistumspatrons, des heiligen Ulrich, pilgern.

In Wallfahrtsorten tragen Pilger seit alters her ihre Anliegen und Nöte vor Gott. Sie bekunden ihr Gottvertrauen im persönlichen Gebet, aber auch schon durch die Wallfahrt an diese Orte, die als besondere Gnadenorte erlebt werden. Überlieferte Gebetserhörungen oder auch Votivbilder bestärken den Glauben, dass hier in besonderer Weise Gott selbst den Nöten der Gläubigen abhilft, häufig auch auf die Fürsprache Mariens oder eines Heiligen. Neben der Einzelwallfahrt sind Gemeinschaftswallfahrten, die in vielen Fällen durch ein lange zurückliegendes Gelübde begründet wurden, auch heute noch praktizierte Frömmigkeitsformen.

Ein Wallfahrtsort hat folglich eine entsprechend lange Tradition, ist zumeist mit Gebetserhörungen verbunden, besitzt in aller Regel eine Wallfahrtskirche und ist vom Diözesanbischof als Wallfahrtsort anerkannt. In der jüngeren Vergangenheit wurden im Bistum Augsburg zwei Gebetsstätten an Orten errichtet, an denen sich angeblich wunderbare Ereignisse zugetragen haben sollen, deren übernatürlicher Charakter jedoch nicht feststeht. Da diese Orte aber von einem Teil der Gläubigen als Versammlungsorte zum gemeinsamen Gebet und zur persönlichen Glaubensvertiefung aufgesucht werden, wollte man die Gläubigen hier nicht ohne pastoralen Beistand lassen.    

Wie schon in früheren Zeiten werden auch heute Wallfahrten noch sehr gerne als Gelegenheit angesehen, das Sakrament der Versöhnung zu empfangen. Die Mitfeier einer heiligen Messe, das Anzünden einer Kerze als Opferlicht in besonderen Anliegen und das persönliche Gebet gehören wesentlich zu einer Wallfahrt dazu. Weil die Kirche zudem um die besondere Gnade weiß, die von solchen Orten ausgeht, sind Wallfahrten häufig auch mit der Gewährung von Ablässen verbunden.

Nicht selten findet sich an Wallfahrtsorten auch ausreichend Gelegenheit, sich für den Rückweg zu stärken. So bewahrheitet sich gerade an solchen Orten das bekannt Sprichwort: „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“. 

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