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Doppelhaushalt 2021/2022 der Diözese Augsburg

Augsburg, 21.04.2021 (pba). Im Zeichen der Coronakrise hat der Diözesansteuerausschuss jetzt den Doppelhaushalt für die Jahre 2021 und 2022 verabschiedet. Erstmals seit zehn Jahren wird laut der Planung das Haushaltsjahr 2021 mit einem Defizit abschließen. Geplant ist ein Bilanzergebnis von minus 15,9 Millionen Euro. Für das Jahr 2022 wird trotz konservativer Planungsannahmen wieder ein ausgeglichener Haushalt prognostiziert. Mit einem Haushaltsvolumen von 442,4 Millionen Euro in diesem Jahr und 426,4 Millionen Euro im Jahr 2022 befindet sich das Bistum Augsburg damit weiter auf dem in 2019 eingeleiteten Stabilitätskurs.

„Natürlich belasten die Kirchensteuerausfälle durch die Pandemie unseren Haushalt“, so Finanzdirektor Jérôme-Oliver Quella. „Hier sehen wir einen Rückgang von mehr als 30 Millionen Euro auf 342,4 Millionen Euro.“ Für das Jahr 2022 plant das Bistum aber wieder mit Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 366,2 Millionen Euro – Mindereinnahmen aufgrund von Kirchenaustritten spielen also bisher weit weniger eine Rolle als die coronabedingte Wirtschaftskrise. Finanzdirektor Quella dankte allen Gläubigen, die „durch ihre Kirchensteuer und Spenden weiterhin ermöglichen, dass die Kirche von Augsburg ihren Dienst für Gott und an den Menschen weiter leisten kann.“

Sämtliche Aufwendungen der Diözese werden zu mehr als 84 Prozent aus den Kirchensteuereinnahmen finanziert. Der weitaus größte Ausgabeposten betrifft das Kerngeschäft des Bistums: die Pfarrseelsorge. 46,7 % der eingesetzten Mittel fließen direkt in die Kirchenstiftungen vor Ort zurück. Ferner investiert die Diözese mit Zuschüssen an das KiTA-Zentrum St. Simpert und das Schulwerk der Diözese Augsburg zweistellige Millionenbeträge in die Betreuung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen.

Mit einem Bau-Etat für die Kirchenstiftungen in Höhe von 42,6 Millionen Euro in diesem Jahr und 41,0 Millionen in 2022 bleibt die Diözese Augsburg ein wichtiger Auftraggeber für die heimische Bauwirtschaft und sichert darüber hinaus den Handwerksnischen (Stuckateure, Restaurateure etc.) ein nachhaltiges Auftragsaufkommen. Zusätzlich erhalten das Schulwerk der Diözese, das KiTA-Zentrum St. Simpert, der Diözesancaritasverband und die Katholische Jugendfürsorge Mittel für Baumaßnahmen in Höhe von insgesamt 7,85 (2022: 6,85) Millionen Euro.

Wesentliche Baumaßnahmen der kommenden Haushaltsjahre sind unter anderem:

  • der Neubau eines Studierendenwohnheims in Augsburg (vorauss. Gesamtkosten ca. 11,9 Millionen Euro)
  • der Neubau von drei Wohnhäusern für Studierende in Benediktbeuern (vorauss. Gesamtkosten ca. 6 Millionen Euro)
  • der Neubau von Wohnungen, z. B. in Weilheim, Römerstraße (vorauss. 14,7 Millionen Euro) – hier wird auch Wohnraum im sozialen Wohnungsbau geschaffen
  • Kita-Baumaßnahmen in Nördlingen, Schrobenhausen und Augsburg-Hochzoll (vorauss. Gesamtkosten ca. 4,8 Millionen Euro)
  • der Neubau eines Pfarrzentrums in Mering in Holzbauweise (vorauss. Gesamtkosten ca. 6,91 Millionen Euro)
  • der Teilabbruch und Neubau der Aussegnungshalle auf dem Hermanfriedhof in Augsburg (vorauss. Gesamtkosten ca. 8,95 Millionen Euro)
  • die Instandsetzung des Kirchturms und der Außenfassade der Basilika „Sankt Ulrich und Afra“ in Augsburg (vorauss. Gesamtkosten ca. 4,6 Millionen Euro)

Um in der Planung das Jahresergebnis von minus 15,9 Millionen Euro zu erzielen, werden aus der Rücklage des Bistums 20 Millionen Euro entnommen. Dank dieses Puffers konnte auf Personaleinschränkungen verzichtet werden. Bereits im kommenden Haushaltsjahr sollen 5,2 Millionen Euro der Rücklage wieder zugeführt werden können.

Finanzdirektor Jérôme-Oliver Quella: „Trotz der Wirtschaftskrise ist es gelungen, an der Strategie der nachhaltigen Entwicklung festzuhalten. Seit Beginn der Krise im Frühjahr 2020 sind seelsorgerische Angebote besonders stark nachgefragt gewesen. Hier liegt unsere Systemrelevanz. Und die hoffen wir mit dem sorgsamen Einsatz der Mittel zugunsten der Menschen weiterhin unter Beweis stellen zu können.“

 

Jahresabschlüsse 2019

Der Bischöfliche Finanzdirektor Jérôme-Oliver Quella bei der Vorstellung der Jahresabschlüsse des Bistums (Foto: Julian Schmidt / pba)

Augsburg, 23.07.2020 (pba) Die Diözese Augsburg hat heute nach Beschlussfassung der zuständigen Organe ihren Jahresabschluss zum 31.12.2019 vorgelegt. Die wirtschaftliche Entwicklung im vergangenen Jahr habe sich positiv auf die Kirchensteuereinnahmen ausgewirkt, erklärte der Bischöfliche Finanzdirektor Jérôme-Oliver Quella. Zum ersten Mal ist den Zahlen auch ein 39-seitiger Lagebericht der Bischöflichen Finanzkammer beigelegt.

Mit einem Gesamtvolumen von 380 Mio. Euro seien die Kirchensteuereinnahmen um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen und machten im Abschluss 88,2 Prozent der diözesanen Gesamterträge aus. Damit seien die Zahlen grundsätzlich von der erfreulichen wirtschaftlichen Entwicklung im vergangenen Jahr geprägt, erklärte Finanzdirektor Quella: „Auf dieser Grundlage konnte das nachhaltige und breitgefächerte Wirken der Kirche von Augsburg in Gottesdienst, Verkündigung und Dienst am Nächsten gewährleistet werden.“ Die Bilanzsumme belief sich zum Stichtag 31.12.19 auf 788,1 Mio. Euro (2018: 745,1 Mio. Euro).

Gleichzeitig seien aber auch die Ausgaben in Form von Zuschüssen, Baulasten und Personalkosten deutlich angestiegen, sodass für das Jahr 2019 zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder ein Fehlbetrag von rund 35,6 Mio. Euro entstanden sei. Dieser resultiere jedoch aus zwei Sondereffekten: Zum einen sei durch eine Anpassung der diözesanen Bauzuschussformeln ein einmaliger Ausweiseffekt in der Bilanz in Höhe von 18,3 Mio. Euro entstanden, und zum anderen ergäben sich aufgrund des anhaltend niedrigeren Diskontierungszinssatzes weitere 24,7 Mio. Euro als erforderliche Zuführungen zu den Versorgungsverpflichtungen der Diözese. „Bereinigt um diese beiden Effekte wäre auch heuer das Betriebsergebnis positiv ausgefallen“, sagte der Finanzdirektor.

Die Aufwendungszahlungen und Gewährung von Zuschüssen an Kirchenstiftungen und andere kirchliche Einrichtungen machten wie schon im Vorjahr den größten Teil der Aufwendungen aus. Die 2019 ausgezahlten 227,9 Mio. Euro ermöglichten und förderten kirchliche Aktivitäten auf breiter Basis. Neben den Bau- und Instandhaltungskosten von mehr als 5.000 kirchlichen Immobilien wurden durch die Diözese somit Bildungsangebote und vielfältige soziale Arbeit kirchlicher Einrichtungen bezuschusst und ermöglicht. Größere Projekte waren im Berichtsjahr zum Beispiel die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen des Seniorenheims St. Afra mit 5,5 Mio. Euro oder das Übergangswohnheim für obdachlose Männer des Katholischen Verbands für Soziale Dienste Augsburg e.V. in der Stettiner Straße (5,2 Mio. Euro).

Ein weiterer wesentlicher Punkt in den Ausgaben waren die Personalkosten des Bistums. Der weiter voranschreitende Stellenausbau auf 3.041 diözesane Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2018: 2.996) und vor allem die Lohnsummenerhöhungen im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, an dem sich die Diözese weitestgehend orientiert, haben hier zu einer weiteren Steigerung der laufenden Kosten beigetragen. Inklusive der Bezuschussung von mehr als 9.000 Planstellen in den rund 1.000 Pfarreien des Bistums ergeben sich somit Personalkosten in Höhe von 248,5 Mio. Euro (2018: 228,4 Mio. Euro), von denen 180,9 Mio. Euro als Aufwendungen für die direkt bei der Diözese angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verrechnet wurden (2018: 148,6 Mio. Euro).

Der Jahresabschluss mit Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang wurde erstmals nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften erstellt und hat wie in den Vorjahren den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers erhalten. Auch die Abschlüsse des Bischöflichen Stuhls, des Domkapitels sowie des Katholischen Pfründestiftungsverbunds St. Ulrich haben solche uneingeschränkte Bestätigungsvermerke erhalten.

Die Bilanzsumme des Bischöflichen Stuhls belief sich zum 31.12.2019 auf 644,4 Mio. Euro (2018: 628,4 Mio. Euro). Damit wird vor allem die Altersversorgung der aktiven und emeritierten Diözesanpriester gewährleistet. Die Bilanzsumme des Domkapitels belief sich auf 3,7 Mio. Euro (2018: 3,8 Mio. Euro). Der Katholische Pfründestiftungsverbund St. Ulrich (KPV) verbuchte einen deutlichen Anstieg in der Bilanzsumme auf 755,2 Mio. Euro (2018: 258 Mio. Euro). Dies ergab sich aus der Zulegung der Pfründestiftungen in den Dekanaten Aichach-Friedberg, Donauwörth, Günzburg, Kempten, Marktoberdorf, Nördlingen, Pfaffenhofen und Starnberg und der damit verbundenen Vermögenswerte zum KPV im Laufe des vergangenen Jahres. In den kommenden Jahren werden die Vermögen sämtlicher verbleibender Pfründestiftungen im Bistum im KPV aufgehen und dessen Aufbau damit abgeschlossen sein.

 

Kirche und Finanzen: Interview

(10.11.2019). Seit dem 1. August 2019 gibt es mit Jérôme-Oliver Quella einen neuen Bischöflichen Finanzdirektor und Leiter der Hauptabteilung Wirtschaftliche Angelegenheiten, Recht und Bauwesen des Bistums Augsburg. Nach hundert Tagen im Amt zog der Bischöfliche Finanzdirektor im November eine erste persönliche Bilanz. Im Studiotalk „Cappuccino“ bei RADIO AUGSBURG hat Finanzdirektor Quella Programmdirektor Uli Bobinger erzählt, wie er als Mann aus der Industrie und die Diözese einander gefunden haben, was anders ist als in der freien Wirtschaft und was gleich.