Corona-Virus: Informationen für Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften

Zuletzt hat auch in Deutschland die Zahl der am Corona-Virus Erkrankten zugenommen. Deshalb hatte das Bistum zunächst Vorsichtsmaßnahmen angeordnet. Sie sind von den Pfarrgemeinden umgehend umzusetzen und verstehen sich als vorbeugende Schutzmaßnahmen. Sie gelten bis auf Weiteres und können gegebenenfalls aktualisiert werden. Auf der folgenden Seite sind die Hinweise zusammengefasst. Am 16. März hat das Bistum Augsburg die Feier von allen öffentlichen Gottesdiensten, d.h. Eucharistiefeiern und alle anderen liturgischen Feiern, an allen Orten auf seinem Gebiet eingestellt. Diese Regelung gilt vorerst bis Freitag, 03. April 2020. Die Gläubigen sind zeitnah über die Absage aller Gottesdienste und die Anordnung zum Empfang des Bußsakraments zu informieren.

 

Anordnung zum Empfang des Bußsakramentes (NEU: 20.03.2020)

Der Hauptübertragungsweg für das Coronavirus ist die Tröpfcheninfektion. Diese Tröpfchen werden in geringem Maße beim Atmen und in großem Maße beim Sprechen in die Ausatemluft abgegeben. Die Empfehlung einen Abstand von 2 Metern zu anderen Menschen zu wahren ist dadurch begründet, dass diese Tröpfchen den Nächsten nicht erreichen sollen.

Im Beichtstuhl ist das Problem die räumliche Enge und die Tatsache, dass eine ausreichende Durchlüftung im Beichtstuhl nicht möglich ist. Deshalb muss man nach Auskunft unseres Betriebsarztes aus diesen Gründen den Beichtstuhl als einen Ort mit erhöhter Ansteckungsgefahr sehen.

Aus diesem Grund muss ich die Anordnung treffen, dass ab sofort auf eine Nutzung von Beichtstühlen zur Beichte unbedingt zu verzichten ist. Beichtgespräche in einem Raum, der ausreichend groß ist und in dem der Mindestabstand von 2 Metern problemlos einzuhalten ist, sind unter dieser Bedingung durchführbar.

Bitte haben Sie Verständnis für alle diese Maßnahmen die einen Beitrag zur Reduktion des Ansteckungsrisikos leisten wollen. Im Zweifelsfall lieber zu vorsichtig, als sich der Gefahr einer Infektion auszusetzen.

Grundsätzlich sei angemerkt, dass Priester, Seelsorgerinnen und Seelsorger gerade auch telefonisch bzw. digital deshalb umso besser erreichbar sein sollen. Bitte geben Sie den Gläubigen auch die entsprechenden Möglichkeiten bekannt, wie Sie gut erreichbar sind! Dies sehe ich als wichtige dienstliche Verpflichtung in dieser herausfordernden Situation! 

 

Wichtige Information zu Beerdigungen (NEU: 20.03.2020)

Vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege wurde gestern (19.03.2020) folgende „Information zu Bestattungen als Veranstaltungen im Sinne der Allgemeinverfügung vom 16.03.2020“ erlassen. Diese ist unbedingt und ausnahmslos zu beachten!

Corona-Pandemie - Handreichung Staatsministerium Gesundheit und Pflege zu Bestattungen-2020-03-19 (982,2 kB)

    

Anordnung für das Bistum Augsburg

(16.03.2020)

1. In der gegenwärtigen Ausnahmesituation gelten im Bistum Augsburg auf Weisung des Diözesanadministrators insofern die „schwerwiegenden Gründe“, unter denen die Sonntagspflicht damit für alle Gläubigen ausgesetzt ist. Ihm und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist bewusst, dass dieser Schritt das geistliche Leben der Gläubigen erheblich einschränkt. Dennoch hat derzeit Vorrang, der Ausbreitung des Coronavirus durch die Zusammenkunft von Menschen nicht weiter Vorschub zu leisten. Die Gläubigen werden ausdrücklich an die Tradition der „geistlichen Kommunion“ erinnert. Diese bedeutet den Empfang des Leibes Christi durch das innere Verlangen nach Jesus Christus im Gebet und die dadurch entstehende geistliche Gemeinschaft der Kirche.

2. Die private Zelebration der Priester, d.h. unter Ausschluss der Öffentlichkeit bleibt unverändert erlaubt. Sie nehmen dabei insbesondere die Anliegen der jeweiligen Pfarrgemeinden mit ins Gebet. Diese Form der Zelebration ist gegenwärtig als stellvertretender Vollzug besonders empfohlen.

3. Die Gläubigen sind gebeten, Gottesdienstübertragungen in Fernsehen, Radio oder Internet zu verfolgen. Eine Übersicht ist in Kürze auf unserer Internetseite www.bistum-augsburg.de zu finden.

4. Öffnung der Kirchen: Die Kirchen sollen nach Möglichkeit zu den gewohnten Zeiten in der je üblichen Weise und unter Beachtung der bekannt gemachten Hygieneregeln für das persönliche Gebet unbedingt geöffnet bleiben; hierbei sind in jedem Falle die jeweils geltenden amtlichen Verfügungen (z.B. Versammlungsbeschränkungen oder -verbote) maßgeblich.

5. Krankensalbung und Krankenkommunion: Der Dienst an den Alten, Kranken und Sterbenden ist weiterhin Aufgabe unserer Seelsorgerinnen und Seelsorger, d.h. die Spendung der hl. Kommunion für Schwerkranke und Sterbende sowie der Krankensalbung erfolgt in der bisher gewohnten Weise.

6. Beerdigungen finden weiterhin statt, allerdings bittet das Bistum darum, den Kreis der Anwesenden klein zu halten. Auch hier gilt, dass die Vorgaben der zuständigen staatlichen und kommunalen Behörden einzuhalten sind. Das Requiem ist zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

7. Taufen und Trauungen sollen abgesagt werden. Dies gilt zunächst bis 30.04.2020.

8. Firmungen sind für die Monate März und April abgesagt.

9. Erstkommunionfeiern, die für den Weißen Sonntag, 19.04.2020 und den 3. Sonntag der Osterzeit, 26.04.2020 vorgesehen, sind, sollen bereits jetzt abgesagt werden.

 

Im Hinblick auf die weitere zeitliche Erstreckung dieser Anordnung wird dann wiederum entschieden werden, wenn entsprechende staatliche/behördliche Anweisungen vorliegen.

 

(Aktualisierung/Ergänzung vom 12.03.2020)

Im Nachgang zum Schreiben vom 27.02.2020 mit Hinweisen zur Vermeidung von Ansteckungen mit dem Coronavirus in Gottesdiensten und Kirchenräumen wird folgende weitere Vorsichtsmaßnahme für unser Bistum angeordnet, die ab sofort umzusetzen ist:

Häufig wird das Kollektenkörbchen bzw. der Klingelbeutel durch die Reihen von Hand zu Hand weitergereicht. Hier besteht die Gefahr der sog. „Schmierinfektion“. Um diese zu vermeiden, soll – sofern dies möglich ist – der Klingelbeutel vom Rand aus in die Reihen hineingehalten werden. Wo dies als zu aufdringlich erscheint oder aufgrund der Länge der Bankreihen nicht praktikabel ist, kann die Kollekte auch so gestaltet werden, dass – nach entsprechender Erklärung für die Mitfeiernden – das Kollektenkörbchen im Eingangsbereich des Kirchenraumes steht, damit dort die Mitfeiernden ihre Gabe zu Beginn des Gottesdienstes einlegen können. Die Kollekte kann dann im Kontext der Gabenbereitung nach vorne gebracht werden. Dies würde sogar den Aspekt des Opfers sehr stimmig unterstreichen. Weitere verträgliche Lösungen zu finden, stellen wir den Gemeinden anheim. Wir bitten dies zu beachten.

Zur Vermeidung von Ansteckungen mit dem Corona-Virus sind alle Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften bis auf weiteres dazu angehalten, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen in Kirche und Gottesdienst umzusetzen. Diese vorbeugenden Schutzmaßnahmen betreffen die Ausführung des liturgischen Dienstes, das Verhalten beim Friedensgruß, das Spenden und Empfangen der Kommunion sowie Regelungen zur Befüllung des Weihwasserbeckens.

   

Hinweise zur Vermeidung von Ansteckungen mit dem Virus COVID-19 (Coronavirus) in Gottesdiensten und Kirchenräumen (Stand: 27.02.2020)

Die Zahl der in Deutschland an dem neuen Virus Erkrankten hat zugenommen. Jeder Einzelne und die im öffentlichen Bereich Verantwortlichen sind aufgefordert, um der Ansteckung entgegenzuwirken. Dies gilt auch für den Bereich der Kirche.

Die Grundregel zur Minderung der Erkrankungsgefahr lautet: Wer Symptome einer Erkrankung aufweist oder bei wem der Verdacht auf Erkrankung besteht, soll auf die Teilnahme an Gottesdiensten verzichten.

Daraus folgt: Bei wem der Verdacht auf Erkrankung besteht, soll keinen liturgischen Dienst ausüben. Priester sollen nicht der Gemeindemesse vorstehen.

Außerdem werden folgende Vorsichtsmaßnahmen für unser Bistum angeordnet, die umgehend umzusetzen sind:

Bei Konzelebration soll in besonderer Weise darauf geachtet werden, dass man kein Ansteckungsrisiko eingeht.

Auf das Händeschütteln/Umarmung beim Friedensgruß in der Feier der Eucharistie ist zu verzichten. Gegebenenfalls kann dies durch ein freundliches Zunicken ersetzt werden.

Von der Spendung der Kelchkommunion an die Gläubigen soll ebenfalls bis auf Weiteres unbedingt Abstand genommen werden.

Die Gläubigen, die es gewohnt sind, den Leib Christi in der Form der Mundkommunion zu empfangen, sollen eindringlich gebeten werden, bis auf Weiteres auf diese Form des Kommunionempfangs zu verzichten. Der Verzicht auf die Mundkommunion ist in diesem Fall ein Zeichen der Verantwortung füreinander.

In den Sakristeien ist für eine ausreichende Desinfektion der Hände zu sorgen. Dies gilt insbesondere für alle, die an der Kommunionspendung beteiligt sind. Sie sollen vor ihrem Dienst die Hände waschen. Die Benutzung eines Desinfektionsmittels ist sehr empfehlenswert.

Die Weihwasserbecken sind in allen Kirchen und Kapellen umgehend zu leeren und bis auf Weiteres nicht mehr aufzufüllen.

Alle diese Maßnahmen gelten bis auf Weiteres und können im Blick auf den künftigen Verlauf gegebenenfalls aktualisiert werden.Diese Vorsichtsmaßnahmen sollen den Gläubigen vor einer Messfeier und gegebenenfalls auch in den Kirchenanzeigern bekannt gemacht und erklärt werden. Dabei soll unbedingt darauf hingewiesen werden, dass es sich hier schlicht um vorbeugende Schutzmaßnahmen handelt.

Alle Beteiligten stehen in der Pflicht, im Rahmen des jeweils Möglichen und Nötigen mitzuhelfen, die Gefahr einer Ansteckung zu verkleinern.

Nicht zuletzt soll im Fürbittgebet auch in diesem Anliegen gebetet werden.