Sakramente
Der Mensch ist als Einheit von Leib und Seele mit seinem Leben in die Welt und Geschichte eingebunden. Genau darin findet Gottesbegegnung statt. Die Begegnung mit Gott nimmt in Gnade und im Glauben sichtbar konkrete Gestalt an. Diese Grundstruktur des Menschen wird durch die Offenbarung von Jesus Christus bestätigt und verdeutlicht. Der menschgewordene Gottessohn ist Zeichen für die innigste Vereinigung zwischen Gott und den Menschen und der Menschen untereinander. Die Kirche selbst wird als „Ursakrament“ bezeichnet. Dieser durch die Menschwerdung Gottes grundgelegten Gestalt des Heiles entspricht auch die Heilsvermittlung durch die Kirche. In ihrer sichtbaren Gestalt, in den Sakramenten, im Wort der Verkündigung, in den liturgischen Formen und Zeichen wird uns das Heil sinnfällig, sichtbar und hörbar geschenkt. Sakramente sind von Jesus Christus eingesetzte heilige Zeichen der Gnade, die bewirken, was sie bezeichnen. Die heiligen Zeichen wirken dadurch, dass sie vollzogen werden. Um im Empfänger fruchtbar werden zu können, ist die Bereitschaft, das Sakrament zu empfangen zu wollen, Voraussetzung. Eine Fülle von Zeichen, Symbolen, Handlungen und Bräuchen hat sich in der Kirche im Laufe der Geschichte entwickelt. Viele von ihnen sind uns fremd geworden, viele sind regional bezogen oder wurden vergessen. Die Kirche kennt sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Weihe und Ehe. Das christliche Leben wird grundgelegt durch den Empfang der ersten drei Sakramente, durch Taufe, Firmung und Eucharistie.
Christus hat seiner Kirche den Auftrag hinterlassen: „Macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19). In der Taufe werden wir von Christus in seine Jüngergemeinde, in die Kirche (zu deutsch: "die zum Herrn Gehörenden"), aufgenommen.
Die Firmung ist „Vollendung der Taufe“. Die Firmung ist das Siegel und die Urkunde von der Gotteskindschaft und der Indienstnahme für Christus. Die volle Eingliederung in die Kirche - bereits in der Taufe grundgelegt - erfolgt und sie dient der Mitteilung einer besonderen Kraft des Heiligen Geistes. Das Zweite Vatikanische Konzil sagt: „Durch das Sakrament der Firmung werden die Getauften vollkommener (als durch die Taufe) mit der Kirche verbunden; sie werden reich ausgestattet durch eine besondere Kraft des Heiligen Geistes, und sie werden strenger verpflichtet, den Glauben als wahre Zeugen Christi in Wort und Tat zu verbreiten und zu verteidigen.“ (Lumen Gentium 11) Was in der Firmung geschieht, ist nicht Menschenwerk, sondern Gabe Gottes. Sie durchdringt den Menschen ganz und schließt von innen her auf, was Christus von diesem Menschen will. Der Heilige Geist fordert vom Gefirmten, in der Gemeinschaft der Brüder und Schwestern und in der gottfernen Welt für Christus offen Zeugnis abzulegen und zu handeln wie Christus. Er gibt die Kraft, das zu tun. Bei der Firmung streckt der Bischof zunächst die Hände über alle Firmlinge aus und ruft den Heiligen Geist auf sie herab. Dann legt er jedem einzeln die Hand auf und zeichnet ihm mit Chrisam das Zeichen Christi, das Kreuz, auf die Stirn. Dabei spricht er: „N., sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Die Salbung der Stirn mit Chrisam stellt die „Salbung“ des Firmlings durch den Heiligen Geist dar, von dem Christus gesagt hat: „Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt; er hat mich gesandt, um den Armen die Heilsbotschaft zu bringen“ (Lk 4,18). Durch die Firmung erhält der Firmling die Fülle der Gaben des Heiligen Geistes. Die so genannten sieben Gaben des Heiligen Geistes helfen, das Leben nach Gottes Willen zu führen. Die einzelnen Gaben des Heiligen Geistes sind Folgende: Die Gabe der Weisheit
Die Gabe des Verstandes
Die Gabe des Rates
Die Gabe der Stärke
Die Gabe der Wissenschaft
Die Gabe der Frömmigkeit
Die Gabe der Gottesfurcht Die jeweiligen Firmtermine können Sie in Ihrer Pfarreiengemeinschaft/Pfarrei vor Ort erfragen.
Die Gabe des Verstandes
Die Gabe des Rates
Die Gabe der Stärke
Die Gabe der Wissenschaft
Die Gabe der Frömmigkeit
Die Gabe der Gottesfurcht Die jeweiligen Firmtermine können Sie in Ihrer Pfarreiengemeinschaft/Pfarrei vor Ort erfragen.
Die Eucharistie ist nach den Worten Zweiten Vatikanischen Konzils "Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens". Sie ist der dritte und letzte Schritt der Eingliederung in Christus und seinen Leib, die Kirche. Sie vollendet die Eingliederung, wie das Konzil sagt. „Die schon getauften und gefirmten Christen werden durch den Empfang der Eucharistie voll dem Leib Christi eingegliedert." Es gilt das Wort Jesu: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm" (Joh 6,56). Wer ganz und gar in Christus eingefügt ist, der darf immer wieder beim eucharistischen Mahl dabei sein, "um das ewige Leben zu erlangen und die Einheit des Volkes Gottes sichtbar werden zu lassen". Er wird mit eingefügt in das allumfassende Opfer Christi, "in dem die ganze erlöste Gemeinde durch den ewigen Hohenpriester Gott dargebracht wird", so Augustinus. Nach dem Brauch der alten Kirche reichen noch heute die Ostkirchen die Kommunion sofort nach der Taufe, selbst nach der Taufe unmündiger Kinder. In der Westkirche ist kein genaues Alter für den ersten Empfang der Heiligen Kommunion festgelegt. Meist erfolgt der erste Empfang nach einer Vorbereitung im Alter zwischen neun und zwölf Jahren, einem Alter, in dem die Speise des Herrn von einer gewöhnlichen Speise unterschieden werden kann, denn dies ist Voraussetzung für den Kommunionempfang der Kinder in der Westkirche. Für Erstkommunionsanmeldungen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihr Seelsorgeteam vor Ort.
Mit der Taufe hat unser Weg zu Gott, zur Vollendung begonnen. Der Mensch in Gemeinschaft mit Gott, das ist Heil. Die Geschichte des Menschen kann immer wieder zur Unheilsgeschichte werden. Der Mensch kann sich von Gott entfernen, oder sich ganz von ihm trennen. Der Blick weg von Gott schafft eine unheilvolle, d.h. sündige Situation. Sünde kann nicht nur zwischen Mensch und Gott entstehen, sondern auch zwischen Menschen. Der Weg zurück zum Heil ist immer wieder möglich. Gott schenkt immer Vergebung, wenn der Mensch dazu bereit ist und das will. So wie man sich nach einem Streit mit einem Freund wieder versöhnen will, so muss man sich auch mit Gott wieder versöhnen. Deshalb wird das Bußsakrament auch "Sakrament der Versöhnung" genannt. Die verschiedenen Schritte des Bußsakraments sind auf Seiten des Beichtenden: Reue, Bekenntnis der Sünden und Genugtuung durch ein Bußwerk. Nachdem der Beichtende dem Priester seine Sünden bekannt und Reue erweckt hat, erteilt der Priester die Losssprechung von den Sünden: "Ich spreche dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Der Beichtende antwortet mit: "Amen". Nachdem er den Beichtstuhl verlassen hat, leistet er mit dem auferlegten Bußwerk "Genugtuung" (meist ein Gebet). Entscheidend für den Bußgedanken im Christentum wurde Jesu Aufruf zur Umkehr, sein Auftrag an die Jünger, Sünden zu vergeben und die ihnen übertragene Binde- und Lösegewalt. Es gilt die Vorstellung, dass durch die Sündenerkenntnis eine Sinnesänderung eintritt, die zur Umkehr des ganzen Menschen durch Gottes Gnade führt. Diese vollzieht sich in der Abkehr von Sünde und in der Hinwendung zu Gott und macht den Menschen neu. Christus selbst ist es, der in diesem Sakrament wirkt: er führt den Sünder zur Umkehr, damit er seine Schuld bereut und eingesteht. Er wirkt im Priester, der in seinem Auftrag das wirksame Wort der Lossprechung sagt. So wird die Begegnung des Sünders mit dem Priester zum Zeichen der siegreichen Gnade Gottes, die das Böse überwindet. Dieses Zeichen nennt man Bußsakrament oder auch Beichte. Möglichkeiten, seine Schuld zu bekennen gibt es verschiedene; in einem Beicht- oder Sprechzimmer, oder auch im Beichtstuhl. Der Bußgottesdienst ersetzt nicht das Bußsakrament, sondern bereitet darauf vor. Für örtliche Beichtzeiten oder außerplanmäßige Beichtermine wenden Sie sich bitte an Ihre Pfarrei vor Ort.
Weisungen zur Bußpraxis, zur Feier des Sonntags und zur Osterkommunion_Plakat (327,3 kB)
Weisungen zur Bußpraxis, zur Feier des Sonntags und zur Osterkommunion_Flyer (144,6 kB)
Aus dem Kreis der Jünger hat Jesus zwölf ausgewählt und ihnen besondere Aufgaben übertragen. Diese 12 Apostel haben an vielen Orten die Botschaft vom Reich Gottes verkündet und die Menschen zur Umkehr gerufen, sie getauft und ihnen die Sünden nachgelassen. So haben sie Gemeinden gegründet und geleitet und die priesterliche Sendung Jesu fortgeführt, der sein Leben geopfert hat für alle. Die Apostel haben diesen Auftrag ihres Meisters weitergegeben, indem sie anderen die Hände auflegten und sie zu priesterlichen Leitern und Dienern der Gemeinden bestellten. Durch das apostolische Amt wirkt Christus weiter als Haupt in der Kirche überall dort, wo durch geweihte Bischöfe und Priester das Evangelium verkündigt wird, Gemeinden gesammelt und geleitet werden, Vergebung der Sünden geschenkt und vor allem die Eucharistie gefeiert wird. Das Sakrament der Weihe ist – wie Taufe und Firmung – ein Prägemal, d.h. unauslöschlich. Das Weihesakrament umfasst drei selbständige Weihestufen:
Diakonat (Diakonatsweihe): der Diakon hilft im Aufbau der brüderlichen Gemeinde.
Das Presbyterat (Priesterweihe): der Priester ist der verantwortliche Mitarbeiter des Bischofs und leitet meist eine Pfarrei.
Das Episkopat (Bischofsweihe): der Bischof hat die Fülle des apostolischen Auftrags und Priesterdienstes inne und führt in der Regel ein Bistum. Zum Dienst als Bischof, Priester und Diakon werden getaufte Männer bestellt und ermächtigt im Sakrament der Weihe (Ordination). Dieses Sakrament wird während der heiligen Messe gespendet. Sein Kern ist die Handauflegung und ein Weihegebet des Bischofs. Dazu kommen eine öffentliche Befragung nach der Bereitschaft zum Dienst, das gemeinsame Beten der Litanei und ausdeutende Zeichen.
Diakonat (Diakonatsweihe): der Diakon hilft im Aufbau der brüderlichen Gemeinde.
Das Presbyterat (Priesterweihe): der Priester ist der verantwortliche Mitarbeiter des Bischofs und leitet meist eine Pfarrei.
Das Episkopat (Bischofsweihe): der Bischof hat die Fülle des apostolischen Auftrags und Priesterdienstes inne und führt in der Regel ein Bistum. Zum Dienst als Bischof, Priester und Diakon werden getaufte Männer bestellt und ermächtigt im Sakrament der Weihe (Ordination). Dieses Sakrament wird während der heiligen Messe gespendet. Sein Kern ist die Handauflegung und ein Weihegebet des Bischofs. Dazu kommen eine öffentliche Befragung nach der Bereitschaft zum Dienst, das gemeinsame Beten der Litanei und ausdeutende Zeichen.
Ja zueinander sagen, ein Ja zu einem gemeinsamen Leben, ein Ja zu der gegenseitigen Liebe, ein Ja vor Gottes Angesicht; das wollen zwei Menschen, Mann und Frau, wenn sie die Ehe in der Kirche schließen. Mann und Frau sind von der Schöpfung her aufeinander verwiesen, die Ehe von Gott gewollt. Durch die Liebe, die ja Gott selbst ist, sind sie einander verbunden. Diese Liebe verlangt nach Ausdruck in Worten, Gesten, Lust und Leidenschaft; im Wunsch, gemeinsam etwas zu schaffen, Kinder zu bekommen. Ein schöner und wichtiger Auftrag, der bereits im Alten Testament grundgelegt ist: „Seid fruchtbar und vermehrt euch und bevölkert die Erde!“ (Gen 1, 28). Die Ehe ist Abbild des Bundes zwischen Christus und der Kirche. Mann und Frau geben sich einander hin, sorgen füreinander und nehmen einander so an, wie sie sind. Durch das gegenseitige Jawort, ihre Liebe und Treue treten sie in die unauflösbare Gemeinschaft. Ihren Bund heiligt und stärkt der Herr durch seine Gnade. Wir nennen den Bund christlicher Eheleute das Sakrament der Ehe. Die äußeren Zeichen des Sakramentes sind das hörbare Ja, das Versprechen, das Anstecken der Ringe, die Umwicklung der ineinander gelegten Hände der Brautleute mit der priesterlichen Stola als Bestätigung des Bundes. Zu diesen sichtbaren Zeichen der Feier gehören jedoch die Zeichen, die erst in der Ehe sichtbar werden. Das heißt: das wirkliche Eheleben. Indem ein Paar Gott an der Beziehung teilhaben lässt, hofft es, dass er sie segnet und beschützt und in schwierigen Zeiten aber begleitet. In einer Beziehung dürfen Fehler gemacht werden, keiner ist vollkommen, dann soll sich das Paar auch wieder versöhnen und einander vergeben. Die Ehe wird als Sakrament erfahrbar, wenn beide Partner Gott in ihr gemeinsames Leben einbeziehen und so zum Ausdruck bringen, dass ihre Liebe sein Geschenk ist, und sie darauf vertrauen, dass er sie begleitet. Sie möchten heiraten? Alle nötigen Informationen bekommen Sie von Ihrem Seelsorgeteam vor Ort.
Die Krankensalbung ist heute die Bezeichnung für die Spendung des Sakraments zur Stärkung an Kranke und Sterbende. Bei aller Liebe und Zuwendung, die ein schwer kranker oder alter Mensch erfährt, soll das Sakrament der Krankensalbung dem Menschen die Zuneigung Gottes deutlich machen. Durch die persönliche Ansprache des Priesters, durch die Berührung und Salbung mit dem vom Bischof geweihten Krankenöl zeigen sich die Nähe und das Erbarmen Gottes: „Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Hl. Geistes! Der Herr, der dich von den Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf!“ Menschen brauchen von Geburt an eine liebevolle Hand. Kranke erst recht, Sterbende brauchen diese Zuwendung ganz besonders. Der Kranke weiß, dass er nicht mehr allein ist, sondern dass Gott seine Sorgen mit trägt. In der gleichen Weise wie sich Jesus um Kranke, Leidende, Aussätzige, Blinde gekümmert hat, wendet sich der Priester dem kranken und sterbenden Menschen zu. Jesus wollte zeigen, dass der barmherzige Gott jedes von Krankheit gezeichnete Leben heil und gesund machen will. Seine Taten sind Zeichen der anbrechenden Gottesherrschaft und des ewigen Heiles. Alles Leid wird mit Hilfe Gottes und im Vertrauen auf ihn überwunden. Das, was wir in der Krankensalbung heute tun, hat seinen Ursprung im Auftrag Jesu an seine Jünger: „Geht hin und heilt Kranke.“ (Mt 10,8). Im Markusevangelium heißt es weiter: „...und sie salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.“ (Mk 6,13). Der Ritus der Krankensalbung wird vom heiligen Apostel Jakobus bezeugt: (Zitat) (Jak 5, 14 f) Für weitere Informationen zu Krankensalbung und Krankenkommunion wenden Sie sich bitte an Ihr Seelsorgeteam vor Ort.