Auf Spurensuche in der Schweiz
Eine 44-köpfige Wallfahrtsgruppe von Frauen und Männern gottgeweihten Lebens aus dem Bistum hat sich in den vergangenen beiden Tagen auf die Spuren der heiligen Wiborada im nahen Bistum St. Gallen begeben und lernte dabei nicht nur ein auf die Heilige verweisendes Projekt kennen, sondern auch die besondere Verbindung des heiligen Ulrich zu ihr. Begleitet wurde die Gruppe im Ulrichsjubiläumsjahr von Bischof Bertram und Domvikar Andreas Miesen, dem Bischöflichen Beauftragten für das Gottgeweihte Leben.
Wiborada von St. Gallen lebte im 10. Jahrhundert als Inklusin bei der heute reformierten Kirche St. Mangen in der Schweiz, wo sie während eines Überfalls der Ungarn im Jahr 926 getötet wurde. Zu ihren Lebzeiten kamen immer wieder Ratsuchende, unter ihnen auch der heilige Ulrich, an das kleine Fenster ihrer Zelle. Vor einigen Jahren wurde ein ökumenisches Experiment gestartet und eine kleine Zelle nachgebaut, in der es möglich ist, sich für acht Tage einschließen zu lassen und so dem Leben und der besonderen Berufung der Hl. Wiborada nachzuspüren.
Hildegard Aepli, eine große Kennerin der heiligen Wiborada, brachte den Wallfahrenden Vieles aus dem Leben dieser lange Zeit vergessenen Heiligen nahe. Prof. Dr. Marianne Schlosser erläuterte in ihrem Impuls zu „Charisma und Amt“, was Ulrich und Wiborada uns heute zu sagen haben.
Bei der Eucharistiefeier in der Kathedrale von St. Gallen übergab Bischof Dr. Bertram Meier seinem St. Gallener Amtskollegen Bischof Markus Büchel eine Ikone von der Künstlerin Jutta Meier, auf der die beiden Heiligen gemeinsam abgebildet sind, sowie eine große Kerze mit dem Bild der Knotenlöserin als Gastgeschenk.
Nach der Besichtigung von Kathedrale und Ausstellungssaal sowie einem gemeinsamen Mittagessen trat die Wallfahrtsgruppe wieder ihre Rückreise nach Augsburg an, dankbar für die großzügige erfahrene Gastfreundschaft durch das Bistum St. Gallen und voll Freude und Begeisterung über all das Erlebte, das sie auf den Spuren des heiligen Ulrich und der heiligen Wiborada hatten erfahren durfte.