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Auftakt der zentralen Feierlichkeiten zum bundesweiten Caritas-Sonntag

Angela Merkel mit Elisabethpreis ausgezeichnet

Augsburg (pca). Für ihren Einsatz für Solidarität, Verantwortung, und gesellschaftlichen Zusammenhalt hat die frühere Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel den Elisabethpreis des Caritasverbands für die Diözese Augsburg erhalten. Merkel nahm den Ehrenpreis an diesem Freitagabend persönlich im wiedereröffneten Goldenen Saal des Augsburger Rathauses entgegen. Der Festakt ist Auftakt der zentralen Feierlichkeiten zum bundesweiten Caritas-Sonntag, die in diesem Jahr in Augsburg stattfinden. Unter den rund 400 Gästen waren auch Bischof Dr. Bertram Meier, Oberbürgermeister Dr. Florian Freund und der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel.

Bundeskanzlerin a.D. Dr. Angela Merkel bekommt im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses aus den Händen von Caritas-Präsidentin Welskop-Deffaa und Diözesan-Caritasdirektor Diakon Müller den Elisabethpreis überreicht. (Fotos: Caritas Augsburg / Annette Zoepf)

„Angela Merkel hat als Physikerin, als Frau mit Ost-Biografie und als Christin das Amt der Bundeskanzlerin über 16 Jahre lang mit herausragender Verantwortungsbereitschaft ausgeführt. Rationalität, Liebe zu Freiheit und Gerechtigkeit und Nähe zu den Menschen waren für sie keine Gegensätze, sondern prägten gemeinsam ihre Amtsführung. Wir ehren Merkel für ihren inneren Kompass, mit dem sie die Geschicke des Landes glücklich lenkte“, sagte Eva Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes. „Eine solidarische Gesellschaft entsteht nicht von selbst. Sie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und auch in schwierigen Zeiten Lösungen finden, indem sie Kompromisse suchen und mit Alt und Jung im Gespräch bleiben.“

Diakon Markus Müller, Direktor des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg, würdigte Merkel als Preisträgerin im Geist der Heiligen Elisabeth: „Elisabeth steht für die entschiedene Hinwendung zu Menschen in Not und für gelebte Verantwortung. Unser Augsburger Elisabeth Preis ehrt keine Ämter, sondern Haltung. Er zeichnet Menschen aus, die Verantwortung übernehmen, wenn andere wegschauen. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Gräben tiefer werden, ehren wir eine Haltung, die Brücken baut statt Mauern. Für uns ist es eine große Ehre, dass die Bundeskanzlerin a.D. sich die Zeit nimmt, um gemeinsam mit der Caritas ins Gespräch über die Zukunft des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu kommen.“

Die Laudatio hielt die Schriftstellerin und Kabarettistin Sarah Bosetti. Sie verwies in ihrer Laudatio darauf, dass Merkel den Preis vor allem für einen Satz bekomme, für den sie am meisten gehasst werde: „Wir schaffen das.“ In einer humanitären Krise habe die Bundeskanzlerin 2015 Menschlichkeit gezeigt. Natürlich könne man Merkel kritisieren, aber dies sei nicht der Moment für hämische Spitzen. Es gehe darum, einen Weg zu finden, Unterschiede auszuhalten.

Brücken bauen statt Mauern

„Vielleicht musste Merkel weg, damit wir wissen, was wir vermissen“, gab Bosetti zu bedenken. Weiter fügte sie hinzu, es brauche eine vernünftige, konservative Partei in Deutschland, die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen und Kompromisse nicht als Makel zu empfinden. Fakten und die Wissenschaft müssten wieder zählen und Menschenwürde - „wir brauchen politischen Anstand".

In ihren Dankesrede würdigte Merkel die engagierte Arbeit der Caritas. Dabei hob sie auch die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. hervor, „Magnifica humanitas“. Dieser habe ein wegweisendes Werk geschrieben, das sie Artikel für Artikel durchgelesen habe: „Für mich war das mutmachend.“ Es handle sich um kein Schreiben gegen neue Technologie, aber der Mensch müsse in der Hand haben, was er zum Wohle des Menschen machen könne.

„Wir können auch gewiss sein, dass es immer wieder Menschen für Menschen braucht“, zeigte sich die CDU-Politikerin überzeugt: Menschen, die Gefühle und Empathie zeigten, die nicht nach der effizientesten Lösung suchten, sondern nach einer, die für den jeweiligen Menschen das Beste sei.

Fußabdrücke in der Welt hinterlassen

Mit Blick auf die heilige Elisabeth erklärte Merkel: „Schön, dass wir beide Frauen sind“. Obwohl die Namensgeberin des Preises nur 24 Jahre alt geworden sei, habe diese einen Fußabdruck in der Welt hinterlassen. Sie wünsche daher allen, das, was der Herrgott einem mitgegeben habe, für andere einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen, um dann festzustellen, glücklicher zu sein als vorher.

Der Elisabethpreis wird vom Caritasverband für die Diözese Augsburg als undotierter Ehrenpreis verliehen. Er besteht aus einer Urkunde und einer Elisabeth-Figur. Die Heilige Elisabeth von Thüringen gilt als Schutzheilige der Caritas.

Mit dem Festakt beginnen die dreitägigen zentralen Feierlichkeiten zum bundesweiten Caritas-Sonntag und die Caritas-Aktionstage in der Diözese Augsburg. Unter der Überschrift der Jahreskampagne „Zusammen geht was! Caritas verbindet Generationen.“ steht in den kommenden Tagen der gesellschaftliche Zusammenhalt und das Miteinander der Generationen im Mittelpunkt.

Am Samstag folgt der Caritas-Familientag auf dem Moritzplatz, am Abend ein ökumenisches Abendgebet in St. Anna. Dort werden die neuen „Augsburger Thesen“ durch Diözesanbischof Dr. Bertram Meier und Regionalbischof Klaus Stieger vorgestellt, mit denen Caritas und Diakonie wichtige sozialpolitische Anliegen in die Öffentlichkeit tragen. Höhepunkt ist am Sonntag der große Festgottesdienst mit Bischof Dr. Bertram Meier im Augsburger Dom. Der bundesweite Caritas-Sonntag macht alljährlich die Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe sichtbar. In Kirchengemeinden und Caritas-Einrichtungen wird an diesem Tag gezeigt, wo soziale Arbeit vor Ort Menschen unterstützt und Zusammenhalt konkret erfahrbar wird.

  

  

Mit Material von KNA.